— 1 deren Werken
Jahre gemacht lachen an das, en will, an den rfer Antitheſen, Gedankenreihen, eſunden Sinnen Friheitsgefühl
lbergeführt, was ug jedem Gebiſ⸗ ollte, wenn der
gewinnen könnte, Literatur, Kunſt
nhange zu ge⸗ richt zu kurzen, Streiflichtern: die
den Einfluß der haften; die Be⸗ eſpalt in moder⸗ der Bildungs⸗ ds Beſtehenden
ſocialen Be⸗
a Leſern abs⸗ ſt: es findet ſich nicht entſchieden
fe, und wenn gwea nell iſ, ſo 9 oft genug ans 9 welthes und or übel den
Vierte
modernen Journalismus. Es wird das Werk am beſten kennzeichnen, wenn wir mehreres davon referiren. Es iſt nach dieſer Auffaſſung die Journaliſtik zunächſt der großartige Kampfplatz des Geiſtes, auf welchem die verſchiedenen Parteien ihren Sieg davon tragen oder ihre Niederlage erleiden; durch ſie klären ſich die Anſichten; ſie i*ſt eine öffentliche Schule für Alle; ſie iſt das einzige Gebiet des freien Gedankenaus⸗ tauſches, weil allein durch die Preſſe noch geſagt werden darf, was in der Geſellſchaft, auf der Kanzel, in der amtlichen Stellung verpönt iſt, zumal eine gewiſſe Corruption ſittlicher Beziehungen ſich immer da geltend macht, wo Theorie und Praxis, Regierte und Regierende in Zwieſpalt gerathen ſind. Bietet nun die Wiſſenſchaft dem Leſer gleichſam etwas Fertiges, ein in ſich abgeſchloſſenes Ganzes, indem ſie das Beſondere nach allen Richtungen hin darzuſtellen oder das Allgemeine in ſcharfen Lineamenten zu fixiren und abzugrenzen ſucht, ohne indeß den Gegenſatz immer zugleich zum Verſtändniß zu bringen, ſo beſteht dagegen das Weſen das Journalismus in ſtetem Wer⸗ den. Er umfaßt alle Gebiete des Lebens und ſucht durch die Wiederholung des Bekannten jene Momente zu klären, die aus der ſtrotzenden Fülle des Lebens als Entwicklungsknoten, Uebergänge, Verſchmelzungs⸗ proceſſe hervorleuchten; durch Betonen der täglichen Erſcheinungen auf ſtaatlichem und ſocialem Gebiete die Aufmerkſamkeit Aller rege zu erhalten; durch ſtete Vergleiche das Verhältniß der Wiſſenſchaft zum Leben, den Einfluß der Kunſt und des Handels, die Fort⸗ ſchritte und gewonnenen Erfahrungen aller Wiſſens⸗ zweige erkennen zu lehren, mit einem Worte: er reproducirt das Leben in ſeiner Totalität, er iſt der Spiegel, durch den die Menſchheit über ihr eigenes Thun und Laſſen die ſpeciellſte Kenntniß erhält und zum Nachdenken angeregt wird. Mag auch der wiſſen⸗ ſchaftlich Gebildete die Culturhöhe ſeiner Zeit verſtehen, er bedarf dennoch ebenſo der Journaliſtik, nicht nur, um ſich das Gefühl des Gebundenſeins an ein Ganzes zu erhalten, ſondern vielmehr, um ſeine Erkenntniß des Lebens zu erweitern. Die Journaliſtik, der Sprechſaal einer Nation, iſt ſo eigentlich das öffent⸗ lich Gewiſſen Aller; ſie iſt eine Münze, die von Hand zu Hand wandert, und deren Bedeutung wohl heute Niemand mehr zu bezweifeln wagt. Von unbedeuten⸗ den Anfängen hat ſie ſich zu einer Macht erſten Ranges emporgearbeitet, und wie ſie einerſeits der Ausdruck der öffentlichen Meinung iſt, ſo andrerſeits das nicht gering zu taxirende Mittel, Belehrung und Aufklä⸗ rung zu verbreiten. In den letzten Decennien des vergangenen Jahrhunderts ſagt Schubert über die Stellung eines deutſchen Journaliſten:„Kein Gewerb
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konnte für einen Menſchen, wie ich war, zu einer Zeit, wo die Prieſter⸗ und Fürſtengewalt gegen jedes Freiheitsgefühl anbrauſte, gefährlicher ſein als das Gewerb eines Zeitungsſchreibers. Vor Fürſten, auch wenn ſie Böſewichter ſind, den Fuchsſchwanz ſtreichen, kühle Galatage, Jagden, Muſterungen, jedes gnädige Kopfnicken und matte Zeichen des Menſchengefühls mit einer Doppelzunge austrompeten, jedem Hofhunde einen Bückling machen, den Parteigeiſt desjenigen Ortes, wo man ſchreibt, nie beleidigen, den Kaffee⸗ häuſern was zum Lachen und dem Pöbel was zu raiſonniren geben; auf der andern Seite die Parteien des Parnaſſus genau kennen, und da entweder im trägen Gleichgewicht bleiben oder muthig mitkämpfen:— das waren Geſetze, die“... der Journaliſt zu befolgen hatte. Und heute?!
Wohl iſt der Journalismus als die Stimme der öffentlichen Meinung nicht ſelten einer höchſt herben Kritik unterzogen worden, indem man die verſchiedenen Anſichten, von dieſem oder jenem Blatte vertreten, als die Anſicht Einzelner darzuſtellen verſucht hat, welche für ihre Meinung mittelſt der Schrift Pro⸗ paganda zu machen ſtreben. Aber jene Kritiker ver⸗ kennen die Einwirkungen des Lebens wie auch die Stellung des Journalismus zu ihm. Das Leben iſt in keinem Augenblicke ein abgeſchloſſenes, es iſt ein ewig werdendes, und der Journalismns, der dieſem Leben durch ein Betrachten ſeiner verſchiedenſten Sei⸗ ten immer neue Einblicke abzugewinnen ſucht, nur der Dolmetſcher. Aber eigentlich kann auch nur von zwei Parteien in der Tagesliteratur die Rede ſein, welche ſich vorzugsweiſe darum ſo ſchroff immerdar gegenüberſtehen, weil das Anſichziehen der Mittelpar⸗ teien für ſie eine Lebensfrage iſt. Während die eine Partei Anſichten vertritt, welche gleichſam Reminis⸗ cenzen der Vergangenheit ſind, ja dieſe Vergangenheit in der Gegenwart als vorwiegendes Moment zu con⸗ ſerviren ſucht, iſt die andere bemüht, auf die ſtete Continuität alles Werdens hinzuweiſen und das zu betonen und klar auszuſprechen, was im Leben der Nationen die ewige Unruhe bildet. Die von der letzten Partei vertretenen Zeitſchriften ſind nun nicht ſelten den heftigſten Anklagen ausgeſetzt geweſen, namentlich dann, wenn jene Beweglichkeit die Menge beherrſchte, die das Regierungsgeſchäft erſchweren und die Sorge um das öffentliche Wohl verdoppeln heißt. Dieſe Anklagen erklären nicht nur die ſcharfe Cenſur, welche ſo lange als ein unwürdiger Druck des Menſchen⸗ geiſtes empfunden und bekämpft worden, ſondern nicht minder die heutige willkürlich zu bemeſſende Höhe der Cautionsleiſtung, Redacteuren und Göranten eine ſeidene Schnur, wie auch das Mit⸗Beſchlag⸗belegen


