unterſucht zu werden.
können, obſchon ſeine Krankheit ſeit Kurzem ſich zum Beſſern gewendet habe. 3
Darauf ſtand der Fremde raſch auf, rückte kaum den Hut und ging fort. Als der Bergrath bald ihm folgte, konnte er ihn auf dem Fußpfade trotz ſeines geringen Vorſprungs nicht mehr entdecken. Was hatte Calderon mit dieſem Burſchen zu ſchaffen, dem man in minder ſichern Waldregionen nicht gern begegnet wäre? Kurz vor den Anlagen mit dieſem Gedanken beſchäftigt, glaubte er nochmals von ihm überfallen zu werden, denn aus dem Gebüſch des ſteilen Ab⸗ hanges trat ein Menſch hervor, es war aber einer von den Leuten, welche für die Moorbäder den nö⸗ thigen Stoff herbeiſchaffen, und der Bergrath kannte
ihn.—„Nun, ſchwarzer Cyklop!“ redete er ihn freundlich an.„Vom Berge holſt Du doch keinen Schlamm?“
„Nein, gnädiger Herr!“ erwiderte der Mann. „Aber ſehen Sie einmal, was ich im Dickicht beim Heidelbeerſuchen gefunden habe! Solche Canaillen!“
Er zog ein Paar große Muſchelſchalen aus der Taſche und reichte ſie dem Bergrath. Die eine trug in der rauhen Oberfläche tief eingegraben die Jahres⸗ zahl 1830. Der Bergrath, der ſich für die Perlen⸗ fiſcherei intereſſirte, verſtand dieſe Ziffer zu deuten. Wenn Muſcheln, die ihrer Größe wegen von der
Bank abgelöſt worden ſind, beim Oeffnen entweder
gar keine oder nur unreife Perlen enthalten, ſo wer⸗ den ſie mit einem eiſernen Griffel nach der Jahreszahl gezeichnet und wieder ausgeſetzt, um künftig nochmals Oft ſchon ſind ſolche erſt nach vierzig bis fünfzig Jahren wieder gefunden worden, nachdem das Thier über der Perle, die es mit ſeinem Lebensſaft nähren muß, längſt geſtorben. Eine ſolche Muſchelſchale hielt der Bergrath jetzt in der Hand, freilich ohne die Perle.
„Geſtohlen!“ ſagte der Arbeiter.„Oben liegen noch mehr, ich habe nur die beiden größten mitge⸗ nommen und willl ſie gleich auf die Polizei bringen. Aber heraus kommt's doch nicht. Wer ſie gefiſcht hat, wird ſeine Perlen nicht in Adorf oder Oelsnitz anbieten, wo er gleich beim Kragen genommen wird, ſondern er geht bis Leipzig und verkauft ſie an einen Juden. Die alte Murchel hier hat gewiß eine recht große Perle gehabt. Na, gnädiger Herr, ich will's wenigſtens anzeigen, ſie können dann machen, was ſie wollen.“
Er nahm ſeine Schalen wieder in Empfang und eilte voraus. Dem Bergrath kam in zienlich natürlicher Gedankenverbindung die ſchöne große Perle in den Sinn, welche ihm Jein jetzt erkrankter Reiſe⸗ gefährte kürztich gezeigt hatte— eine orien Nliſche
Novellen⸗Jeitung.
lich vorübergegangen,
war ſie nicht, das glaubte der Kenner behaupten zu können— ſollte Calderon ſie vielleicht doch hier ge⸗ kauft haben? Aus zweiter Hand natürlich, aber konnte es nicht eine der offenbar hier entwendeten Perlen ſein? Wer bürgte ihm denn überhaupt für dieſen Herrn Calderon, den er an der Abendtafel im gol⸗ denen Kreuz zu Regensburg getroffen und nur im Coupé und hier als Tiſchnachbar etwas näher kennen gelernt hatte? Der Bergrath fühlte ſich aber trotz der Zweifel, welche in ihm aufſtiegen, nicht berufen, dem königlichen Badecommiſſar, mit welchem er be⸗ freundet war, auch nur vertraulich eine Mittheilung darüber zu machen; er wollte ohne Nöthigung keine gehäſſige Rolle übernehmen, auf eine bloße Combination, die gewiß völlig unbegründet war. Als er jenſeit des Brunnenplatzes die Chauſſee überſchritt, um nach ſeiner Wohnung in den«vier Jahreszeiten⸗ zu gehen, fuhr ein leichter Wagen an ihm vorüber, aus welchem er gegrüßt wurde. Calderon! Wahrhaftig ſchon wie⸗ der ausgefahren! Die Dame neben ihm war ſeine
Couſine, welche ganz Elſter kannte, obgleich ſie in der
Geſellſchaft Niemand mit Augen erblickt hatte— ihre Aufopferung bei eigener Hülfsbedürftigkeit gegen ihren Vetter war nicht unbekannt geblieben und hatte gleich viel Verwunderung, als Bewunderung erregt; jeden⸗
falls war dies Opfer nicht blos der chriſtlichen und
Verwandtenliebe zuzuſchreiben. Die Auslegung, welche Chriſtinens Mutter von den Leuten vor dem Gaſt⸗ hofe gehört, war allgemein adoptirt worden. Gleich⸗ viel! Die Liebe oder der Edelmuth hatte nach kurzer Zeit ſchon den Lohn erhalten. Die Kriſis war glück⸗ es mußte überhaupt mit der Krankheit nicht mehr auf ſich gehabt haben, als mit einem Rauſche oder einem periodiſchen Raptus, ſonſt hätte der Mann nicht ſchon wieder ſpazieren fahren können. Von dem Arzte, der über ſeine Kranken— ſchon als berühmter Frauenarzt— ſtets das unver⸗ brüchlichſte Stillſchweigen bewahrte, war ſelbſt durch indiscrete Fragen nichts zu erfahren. Man mußte ſich mit der Thatſache begnügen. An der Samariterin ſchien aber auch die Heilquelle in der kurzen Zeit ſchon Wunder gethan zu haben, wenn die Leute, welche von ihrer erſten Unfähigkeit ſich zu bewegen erzählten, die Sache ad majorem loci gloriam nicht übertrie⸗ ben. Jetzt konnte ſie doch ſchon am Arme ihrer Zofe eine ziemliche Strecke gehen.
Wer ſie aber beobachtete, wie ſie jetzt aus dem Wagen gehoben und in das Haus mehr getragen als geführt wurde, der konnte von dem gerühmten Wun⸗ der nicht viel wahrnehmen. Wunder thut überhaupt keine Heilquelle, denn hilft die Naturkraft der ge⸗ ſunkenen Lebenskraft auf, ſo iſt das, weil Natur, doch
Madön hn larz. Pi! 7 ul
as fiy ſcöne 7 4 recht 1Ich Mut Guals aber Nier
äifige Rede. Die Mutt ugen.„Nun ſe unglaͤubig. „Jc hat aber wir wol Das lie durchſetzen, d angeregt, abe erfuhr nicht ein ihr Geheimniß Chriſtine leß in ihrer Anſte Leuten offent ihren bisherig „Nun, einmal anfra forſchte die 2 „Nein, einem ſo feſte gar kein Zr ſeufzend an i ſch ſtill zu ii Drüben hatte einrichte in der Hütte Sümeſtr und ſeunſe welche en ir im ſtand eir frendartige zu welcher er nahe meinte andern gege iu ihr getrag er hatte ihr


