Jahrgang 
01-26 (1866)
Seite
318
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318 Novellen⸗Zeitung.

unterlaſſen und ſie könnten drei Minuten lang unter Waſſer bleiben. Nach den von mir angeſtellten Erkundigungen ſcheint es nicht, als ob ſie oft von Haifiſchen angefallen werden, ob⸗ ſchon dieſe gefräßigen Ungeheuer in dem ſüdlichen Theile des Archipelagus gar keine ſeltne Erſcheinung ſind. Es iſt möglich, daß das ſchnelle Hinabſinken des Tauchers dieſen Fiſch verſcheucht, der ſeine Beute gewöhnlich auf der Ober⸗ fläche des Waſſers ergreift. Ein Kalymniote erzählte mir, das ſchrecklichſte Gefühl, das er je erfahren habe, ſei geweſen, als er auf dem Meeresgrunde ſich dicht neben einem ſehr großen Fiſche befunden habe. Unter der Wurzel des Schwam⸗

mes findet ſich eine Schmarotzerſubſtanz von einer ätzenden

Art. Dieſelbe berſtet oft, wenn der Schwamm bereits in dem Netze um den Hals des Tauchers ſich befindet, und die ſich darin befindliche Feuchtigkeit verurſacht in dem Fleiſche tiefe Geſchwüre. Vor der Ausfuhr werden die Schwämme ge⸗ reinigt und auf dem Felde ausgebreitet, um daſelbſt getrocknet zu werden. Bei ſchönem Wetter ſind Morgen Landes damit bedeckt. Die Schwämme werden nach dem Gevicht verkauft und früher bedienten die Verkäufer ſich des Sandes, um das Gewicht der Schwämme zu vermehren. Um dieſen Betrug zu verhüten, beſtehen jetzt die Kaufleute darauf, daß die Schwämme mit ſoviel Sand gefüllt werden, als ſie faſſen können, und da dieſer Betrag ſich genau berechen läßt, ſo wird er dann von dem Bruttogewicht abgezogen. Daher rührt der Sand, den ein ganz neuer Schwamm anfangs enthält und von dem er erſt im Waſſer gereinigt ſein muß, ehe man ſich desſelben beim Waſchen bedienen kann. C.

Ringe.

Die Mode, an den Fingern Ringe zu tragen, iſt ſicher paſſender als die in Oſtindien und andern weit entfernten Ländern übliche Sitte, von denen wir leſen, daß dort Ringe in der Naſe, in den Lippen, den Wangen und im Kinn ge⸗ tragen werden. Als Peter Alvarez ſeine erſte Audienz bei dem Könige von Calicut hatte, fand er, daß dieſer Monarch an allen ſichtbaren Theilen ſeines Körpers mit Juwelen ver⸗ ziert war. Die barbariſche Sitte eines Ringes in der Lippe kann von einer Dame, welche Ohrringe trägt, nicht mit vollem Recht getadelt werden. Die Dame, welche einen Ring in der Lippe trägt, betrachtet das durchbohrte Ohr als ein Zeichen der Sclaverei, was es vor langen Jahren bei den Hebräern war. Reiſende in Oſtindien hahen gefunden, daß das Am⸗ menmärchenvon einer Dame mit Ringen an ihren Fingern und Glöckchen an ihren Zehen dort ſich verwirklicht; und wir wiſſen, daß die klingenden Füße der jüdiſchen Weiber den Tadel des Propheten Ezechiel hervorriefen. In dieſer Liebe zum perſönlichen Gepränge oder Prunk ſcheinen alle Nationen übereinzuſtimmen. Die Eingeweide der Erde werden durch⸗ wühlt, um Edelſteine für den Finger einer Dame herauszu⸗ ziehen. Schon Plinius ſagte:Wie viele Hände müſſen ſich abquälen, damit ein kleines Glied verziert werden kann!

C.

Eine merkmwürdige Statiſtik.

Es iſt kürzlich eine ſeltſame Statiſtik über das eheliche Leben in Paris erſchienen. Im Laufe des Jahres 1865 ent⸗ flohen 2,344 Frauen aus der ehelichen Wohnung, ohne ihre künftige Adreſſe zurückzulaſſen; die Zahl der Ehemänner, welche ganz in derſelben Weiſe verfuhren, belief ſich dagegen auf 4,427; der Ehepaare, die geſetzlich getrennt(nicht geſchie⸗

den) wurden, waren 7,115; die Zahl der Ehepaare, die ſich mit gegenſeitiger Zuſtimmung trennten, ohne die Gerichte zur Hülfe zu nehmen, beträgt 5,340; der Ehen, wo Mann und Frau in offnem Kriege mit einander leben, giebt es 31,912; der wirklich glücklichen Ehepaare 54; derer, wo weſhſſelſeitig die größte Gleichgültigkeit herrſcht, 61,430. Dieſe Thatſachen ſind durch die geheimen Polizeiagenten als zuverläſſig herausge⸗ ſtellt worden. Wie vollſtändig die Polizei in Paris über die dort Wohnenden belehrt iſt, darüber giebt ein Brief aus Paris Auskunft. Ein Paſtor hatte einige Zweifel über eine eng⸗ liſche Familie, die ſich ſeit kurzer Zeit in ſeinem Kirchſpiel wohnlich niedergelaſſen und von ihm 40 Pfd. St. geliehen hatte. Da der Paſtor eine genaue Bekanntſchaft mit einem Diviſionschef in der Polizei⸗Präfectur in Paris hatte, ſo trug er dieſem ſeine Bedenken vor. Der Chef ließ ſich den Namen und die Adreſſe der Familie mittheilen und trug dann einem Seecretär auf, ihm das Regiſter C zu bringen, und unter die⸗ ſem Buchſtaben war das Verhalten der Familie während der beiden letzten Jahre, wo ſie an verſchiedenen Orten in Frank⸗ reich ſich aufgehalten hatte, genau aufgezeichnet. In dem Regiſter war nichts aus Bosheit eingetragen, aber jede That⸗ ſache, die ſich auf die Familie bezog, mit Sorgfalt verzeichnet. C.

Brautjungfern.

Nächſt dem Wunſche, ſelbſt eine Braut zu ſein, folgt bei allen jungen Damen der, zur Brautjungfer erkoren zu werden. Die Mehrzahl des ſchönen Geſchlechts hält das Schließen eines Ehebundes für etwas Anſteckendes, und es macht dem Muthe der ſchönen Jungfrauen ſicher Ehre, daß ſie ſich gar nicht davor fürchten, daß die Anſteckung auf ſie übergehen könne. Was ihr officielles Benehmen anbetrifft, ſo hat man, ſobald man eine Brautjungfer geſehen hat, den ganzen bezau⸗ bernden Stamm geſehen. Ihre Hauptpflicht ſcheint zu ſein, die Braut als ein Opfer zu behandeln, das mit Guirlanden ge⸗ ſchmückt zum Altar geführt wird. Sie halten es für noth⸗ wendig, ſie zu ermahnen, ſich muthig zu halten. Ihre ſchönen Begleiterinnen verſorgen ſich mit ſtärkenden Eſſenzen für den Fall, wenn im wichtigſten Augenblick eine Ohnmacht eintreten ſollte, woran ſie aber, ganz unter uns geſagt, eben ſo wenig wie an das Sterben denkt. Es iſt wahr, zuweilen ſagt eine Braut,ſie fühle ſich, als ſolle ſie in die Crde verſinken, worauf ſie antworten:Armes Kind! und ihr das Riech⸗ fläſchchen reichen; aber nichts deſtoweniger beſteht ſie das Märtyrerthum der Vermählung mit großer Seelenſtärke. In neun Fällen von zehn iſt der Bräutigam an ihrer Seite weit verlegener, als das gebrechliche und liebenswürdige Weſen an ſeiner Seite; aber es fällt Niemandem ein, den armen Schelm zu bemitleiden. Brautjungfern kann man als Bräute im be⸗ ginnenden Zuſtande betrachten. Sie ſehen dem Tage der triumphirenden Schwäche entgegen, wenn ſie an die Reihe kommen,arme liebe Geſchöpfe zu ſein, wo ſie unterſtützt wer⸗ den und den Beiſtand erhalten, den das Geſetz der Anſprüche an dem Hochzeitstage erheiſcht. Wir wollen hoffen, daß Keine derſelben ſich in ihren Erwartungen getäuſcht ſehen mag.

C.

Ein hübſches Anerbieten. Es wurde mir einſt ein ſehr hübſches Anerbieten gemacht, erzählte Lord Eldon. Ich vertheidigte vor Gericht die Rechte der Einwohner der Inſel Man. Nun

hatte ich Coke's Beſchreibung der Inſel Man geleſen und

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weilgt hatte, erg Engliſchen noch et Als ich mich v näherte begegnete vollſriſchet Bude Da zu Markte einer Fuhrt dur Ich redete ſie a was iſt der Prei lich:To my welches jetzt aus und der Lateinen

Ein ſtolzer Ein ruhig Der iſt au Tugend u Weiſe M finden. Man verli ldung vertichet. Ger ohne Der eie ben iſt rihhüg, Wir wiſ Der abn Wenn n etwas hören, Ertrage halte Dich, es