Jahrgang 
01-26 (1866)
Seite
311
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er munter opf geſcüttel. en ließ, vurde ſe ſchien doch ſich Chriſtoph u ſie verſagte ſene Weiſung fgheit. Da der vorgefunden ſon mehr nicht Ver alle Herr ſs Zimmer ge⸗ den er ſelbſt Bergrath von aunt geworden

ſagte er, aber trnicht ſchlief⸗ a vernehmlich:

r eine Todes⸗ var betroffen, ußerung, die zu verbergen, entfernte ſich. ad heobachtete ſſenen Augen n die Thüre am Bette, ſein könne. zu jung zu

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Vierte

tiger biſt! Wir werden uns dann im vollſten Ver⸗ trauen ausſprechen.

Sein Auge blitzte aber ungeduldig auf die Wär⸗ terin.Alte Dame, überlaſſen Sie mich eine Viertel⸗ ſtunde beſſerer Pflege, ſagte er. Die Wärterin zog ſich ſcheu nach der Thüre zurück, er beſtand aber dar⸗ auf, daß ſie ganz hinausgehe, und Anna, ohne den Wink ihrer Herrin abzuwarten, entfernte ſich mit ihr.

Ich bin Soldat geweſen habe keine Furcht vor dem Tode! ſagte der Kranke, ſobald er den leiſen Klang der ſich ſchließenden Thüre gehört hatte. Nein, Angelica, laß mich reden willſt Du, daß die volle Ladung, die ich trage, mich ſprengt, wie eine Granate? Mir wird beſſer werden, wenn ich geſpro⸗ chen habe, und Du ſollſt ſehen, ich begleite Dich heut noch als ein kerngeſunder Menſch nach Deinem Apollo. Wenn ich ſterben ſoll, hilft mir keine Schonung ich habe zuviel mit Muſelmännern und Fetiſchanbe⸗ tern gelebt, um nicht zu dieſem beruhigenden Glauben zu kommen. Du kannſt nicht aufſtehen, arme An⸗ gelica, ſonſt würde ich Dich bitten, mir aus meinem Koffer eine Schatulle von chineſiſcher Arbeit zu holen, doch gebe ich Dir einſtweilen alle meine Schlüſſel, die ich, wie ein alter Burgherr, unter meinem Kopf⸗ kiſſen habe...

Rudolf, Du ſprichſt zu viel! Ich bitte Dich, wenn Du mich noch lieb haſt

Sehr lieb! Zu viel habe ich oft geſprochen in meinem Leben, mich auch verſprochen in jeglichem Sinne des Worts! Ich hätte mich gern zum aller⸗ letzten Male verſprochen, mit dem Paſtor gleich als ſchlagfertiger Reſerve aber der Spruch wurde nicht honorirt und ich liege nun hier, wie der Ritter Tog⸗ genburg. Wohl verſorgt, nicht wahr? Die Mädchen ſind verſorgt, und grundhäßlich, wie ihr Vater, wer⸗ den ſie doch ſchon Männer bekommen, denn ſie ſind ſinnreich die Taucherin aber, die nach Perlen auf dem Meeresgrunde ſuchte, iſt wahnſinnig. Mir gebt die Schuld nicht, Hayndorf. Mit der deutſchen Perle mögt Ihr Recht haben deſto echter iſt dieſe Perle hier! Er faßte plötzlich die Hand, welche Angelica, als ſeine Worte mit den Gedanken ſich verwirrten, mit ängſt⸗ licher Bitte auf ſeinen Arm gelegt hatte, er preßte dieſe Hand mit Kraft an ſeine heiße Bruſt. Dann ließ er ſie los und wurde ſtill. Angelica hatte ihre eigene Hülfloſigkeit noch nie ſo ſchmerzlich gefühlt, als in dieſem Augenblicke.

Das Bewußtſein der Pflicht trieb aber die Wär⸗ terin, die ſich draußen mit Anna einigermaßen ver⸗ ſtändigt hatte, die Thüre wieder zu öffnen und die fremde Dame zu bewegen, ſich von ihrer Dienerin

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ſchluß gefaßt, ſie mußte ſelbſt ſich überzeugt haben, daß dem Kranken jede Aufregung zu erſparen ſei der Arzt hatte ihr ſeinen Zuſtand allzu ſchonend ge⸗ ſchildert. Sie ließ ſich von der Wärterin unterſtützen, als ſie ſich erhob

Die Schlüſſel, Angelica! hörte ſie den Bruder ſagen, dem das leiſeſte Geräuſch nicht zu entge⸗ hen ſchien.Nimm die Schlüſſel in Deine treuen Hände! Frau! rief er plötzlich mit ſtarker Stimme. Die Schlüſſel unter meinem Kopfkiſſen! Gebt ſie der Dame! Die erſchreckte Wärterin gehorchte.Auf Wiederſehen, Angelica. Sie hatte die Schlüſſel vom feinſten Stahl, drei oder vier an einem goldnen Reifen, in Empfang genommen, beugte ſich, ohne die Gegen⸗ wart der fremden Frau zu beachten, über den Leiden⸗ den und küßte ſeine glühende Stirn. Er ſchlug das Auge, das jetzt nur innige Liebe ſtrahlte, dankbar zu ihr auf und ſie ſchwebte weinend am Arme der Wär⸗ terin der Thüre zu, welche Anna, die jeden Blick ihrer Herrin verſtand, nicht wieder überſchritten hatte.

Im Hauſe fand ſich nun, als Angelica ernſtlich danach forſchte, für ſie doch noch eine kleine Wohnung. Sie erklärte, daß ſie ihren Verwandten zwar in beſter ärztlicher und jetzt auch weiblicher Pflege wiſſe, doch aber dieſe in der Nähe beobachten müſſe, da ihr ei⸗ gener Zuſtand ihr wehre, ſich oft ſelbſt von der Ge⸗ neſung des Kranken, auf die ſie bald hoffe, zu über⸗ zeugen.Das iſt mehr als Couſine, das iſt Braut! hieß es im Hauſe, als ſie auf ihrem Rollſtuhl wieder fortgefahren war, um ihren Umzug einzurichten. An der muß freilich unſer Elſter wieder einmal Wunder thun, ehe ſie heirathen kann.

Neugierige ſtanden vor dem Hauſe.Was war denn hier? fragte eine alte Frau, die mit einem ſauber bedeckten Handkorbe über die Gaſſe kam und ſtehen blieb.

Eine Braut! hieß es.Oben der Herr mit dem ſchönen ſchwarzen Bart iſt ſehr krank, und da hat ihn ſeine Braut beſucht.

Seine Braut? wiederholte die Bäuerin mit großen Augen.

Freilich? Warun ſoll er nicht eine Braut haben? Sie iſt nur lahm, ſonſt aber eine hübſche Perſon. Schon wieder fertig mit Ihrer Arbeit? Sie könnte mir eine Beſtellung in Plauen ausrichten, denn Sie geht doch wohl abliefern?

Die alte Frau nahm den Auftrag an und ſetzte ihren Weg fort, doch ging ſie noch einmal zur Trink⸗ halle, wo ihre Tochter mit Schenken eben fertig war und aufräumte.Chriſtel! Er hat eine Braut!

hinwegführen zu laſſen. Angelica hatte ihren Ent⸗

ſagte ſie ihr mit heftigem Unwillen, ſobald ſie ſicher war, daß Niemand ſie hörte.Er liegt zu Bette und