Jahrgang 
01-26 (1866)
Seite
307
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tSi ſän 34 . Was Die mil Ernſt ſein dlos, ſondern für nen eigenen Wor⸗ von ihm ab, daß u folgen. däßlich geworden Jſich ſelbſt.Es weit hinter mir, nit heißer Liebe Hein reines, un⸗ dchens das iſt dieſer Stunde, wo der Welt machen zahe mir nichts neine Schuld lt worden iſt. richt und ſchlug, den Weg in das ein, in welchem ataſtiſche Leiden⸗ ter wohnte. Noch rigen Hütte iher⸗ velche trot der Dämmerung bei Mann erkafnnte,

Dierte Solge.

von welcher ihr ohne Zweifel ihre Tochter erzählt hatte, blieb zweifelhaft. Sie hielt ihn wahrſcheinlich für einen Käufer, der ſich an ſie wandte, um von ihr, deren Arbeiten den beſten Ruf hatten, eine gute Quelle in Plauen zu erfahren, denn ihre Arbeiten waren nur Aufträge von einer der dortigen großen Handlungen, verkaufen durfte ſie dieſelben nicht. Für die ſchönſten Arbeiten, welche ſpäter in den Händen der vornehmſten Salondamen prangten, für Arbeiten, welche oft als Pariſer verkauft werden, wenn ſie ihren Weg in die Bazars der Hauptſtädte gefunden haben, erhält die arme voigtländiſche Bäuerin, welche ſie mit kunſtfleißiger Hand fertigt, nur kargen Lohn: der Ge⸗ winn bleibt dem Kaufherrn und gipfelt ſich, je weiter die Arbeit ihr Vaterland verläßt, immer höher. Von dem guten Spruche: der Arbeiter iſt ſeines Lohnes werth, will das moderne Geſchäft nichts mehr wiſſen.

Ich komme zu Ihnen in einer ernſten Angele⸗ genheit, liebe Frau, ſagte der Eintretende zu der Stickerin, welche bei ſeinem Anklopfen aufgeſtanden war.Kennen Sie mich nicht?

Sie konnte ſich nicht beſinnen, ihn geſehen zu haben.Hat Ihre Tochter nie mit Ihnen von einem Fremden geſprochen, der ſich ihr in letzter Zeit oft genaht hat, nicht in der widerwärtigen Weiſe, wie es dem lauterdenkenden Mädchen von Vielen ſo ab⸗ ſtoßend ſein mag, ſondern in wahrem, achtungsvollem Wohlgefallen?

Zwar vermochte ſie ſeinem Worte nicht recht zu folgen, aber den Sinn derſelben verſtand ſie und wußte jetzt, wer der fremde Herr war; ihre Tochter hatte allerdings von ihm geſprochen, es würde aber ſeiner Eitelkeit wenig geſchmeichelt haben, wenn die Mutter wiederholt hätte, was das Mädchen von ſeinem Benehmen geſagt hatte. Darum ließ ſie ihn lieber ganz im Zweifel, ob ſie durch ihr Kind etwas von ſeinem Daſein wußte. Er aber ſah darin ein gün⸗ ſtiges Zeichen; wenn er Chriſtinen läſtig oder nur gleichgültig geweſen wäre, würde ſie ſich wohl gegen die Mutter ausgeſprochen haben.

Es mag Ihnen wunderbar erſcheinen, begann er nun,daß ich, der die Welt geſehen und viele Frauen und Mädchen kennen gelernt hat, der nicht mehr in den erſten Jünglingsjahren ſteht, hier einem einfachen Mädchen, von dem er nur die äußeren Vor⸗ zuge kennt, eine wahre und tiefe Zuneigung geſchenkt haben ſollte Die Mutter machte große Augen. Aber dem Menſchenkenner, fuhr er ſort,iſt das Aeußere Ihrer Tochter ein untrüglicher Spiegel ihres ſchönen und reinen Innern, und Sie als Mutter kön⸗ nen immer ſagen, daß ich Recht habe, Ihr Kind für ein vortreffliches Mädchen zu halten.

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O ja! Die Chriſtel iſt brav! ſagte die alte Frau erfreut.

Darum, ſo ſeltſam es Ihnen auch ſcheinen mag, daß die Wahl eines Mannes aus den ſogenannten beſſern Ständen, der wohlhabend iſt und ganz unab⸗ hängig, auf ein Mädchen von der Stellung Ihrer⸗ Chriſtine fällt was ihr an Rang, Bildung und Glücksgütern abgeht, erſetzt ſie viel tauſendmal durch die reichen Schätze ihres Herzens und Gemüths und ich bitte Sie, liebe Frau, meine Sache bei ihr zu führen, wenn ſie mißtrauiſch gegen meine redlichen Abſichten ſein ſollte

Für die Begriffe der alten Frau hatte er ſich zwar noch immer nicht deutlich genug über dieſe Ab⸗ ſichten ausgeſprochen, es fehlte noch immer das deut⸗ ſche Schlagwort, das keinen Zweifel mehr übrig läßt, aber ſie nahm daſſelbe als ſeine Meinung an und ließ nun in dieſer Beziehung ſich mit einem lebhaften Erguſſe vernehmen. Aber ach! Er verſtand kein Wort! Sie war in ihren voigtländiſchen Dialect ge⸗ fallen, der, wenn ſie in Affect gerieth, durch das Hochdeutſche brach, wie ein kräftiges Originalbild al fresco durch die Tünche, mit der es überzogen wor⸗ den iſt. Ihre Blicke und Mienen waren nicht ohne alle Verheißung, den Worten aber, die ſeinem Ohr einen rauhen und harten Klang hatten, konnte er keinen rechten Troſt abgewinnen und er unterbrach ſie, indem er ihr die Hand hinhielt.

Wenn Sie denn, wie ich hoffe, mir geſtatten, um Ihre Tochter zu werben ſagte er. Aber ſie verſagte ihm das Zeichen, auf das er jetzt mit Sicher⸗ heit gerechnet hatte, ſie gab ihm ihre Hand nicht und antwortete ſehr verſtändlich:Ich glaub's ſchon, daß Sie's ehrlich meinen, aber für uns arme Leute iſt das nichts dabei warf ſie einen ziemlich unver⸗ hohlenen Blick nach ihrer Arbeit, als ob die lange Verſäumniß ſich nicht lohne, und Kallenberg fühlte, daß er anfing, eine lächerliche Rolle zu ſpielen. Alles wird darauf ankommen, entgegnete er nach würdiger Haltung ſtrebend,ob Ihre Tochter, wenn ſie ſich von der Aufrichtigkeit meiner Neigung über⸗ zeugt, zu mir ein Herz faſſen kann. Ob ſie arm und ich reich, ſie ein einfaches Landmädchen und ich aus anderm Stande, das thut dabei gar nichts die Meinung der Menſchen geht uns nichts an. Ich werde nicht fordern, daß Ihr Kind ſein Schickſal in ganz unbekannte Verhältniſſe wagt, ich werde Ihnen Alles klar und genau ſagen, was mich betrifft, und die beſte Bürgſchaft glaube ich dadurch zu geben, daß ich hier zu bleiben, mir ein Haus zu bauen und, wenn Chriſtine die Meinige wird, Elſter gar nicht mehr zu verlaſſen gedenke.