Vierte
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Folge.
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entaten geſchentt
Europa, 126
„ v an Schöngeit unterbrach ihn diele Muhe er⸗ . 5
Der Bergrath frten Plaß auf⸗ Hrunh Nec⸗ 1 rund dafür ein⸗
ene der .—
e breite Aus⸗ füllen. Calderon velchem er, iy
fute Perle zum ſehr ſchön, von Rundung; ihr ich fielen vor⸗ rath, als er ſie Er betrachtete n Seiten, hielt der Hand; dann n, deſſen Blick geruht hatte. us dem Orient
leicht runzelnd. mir nicht ein, Sie von einem orientaliſche
Ihnen ſagen, zu behaupten, zmus geht zu ſceer Scärfe⸗ Regent⸗ und in Anſpruch
ros ich nicht
vertreten kann. Wenn Sie erlauben, will ich Sie auf die Kennzeichen aufmerkſam machen, die meiner Ueberzeugung nach—“
„Laſſen wir das!“ unterbrach ihn Calderon faſt unhöflich, indem er ſeine Perle aus den Händen des Bergraths nahm und ſchnell wieder einwickelte.„Wenn Kenner im grünen Gewölbe ſächſiſche Perlen für orientaliſche halten, kann es auch umgekehrt der Fall ſein. Jedenfalls weiß ich beſſer, was ich an der meini⸗ gen habe.“
„Erlauben Sie mir nur eine Frage, lieber Herr Calderon,“ ſagte der Bergrath, dem es leid that, die Empfindlichkeit ſeines Begleiters gereizt zu haben.„Iſt die Perle aus guter Quelle gekauft?—“
„Aus der beſten, aus der erſten!“ rief Calderon, das Etui wieder in ſeine Bruſttaſche ſteckend.„Ich habe ſie von dem Manne, welcher ſie gefiſcht hat.“
„Das klingt freilich wunderbar. Sie haben die Perle aus Ceylon mitgebracht und dort von einem Perlenfiſcher, der ſie ſelbſt gefangen hat, erſtanden. Nun hören Sie, die Betrügerei liegt heut zu Tage in der Luft und geht wie ein Miasma um die ganze Erde. Wenn Sie nicht ſelbſt dabei geweſen ſind, wie der Mann die Muſchel aus ſeinem Netz, oder was er ſonſt dazu braucht, gezogen hat, wenn Sie nicht mit eigenen Augen geſehen haben, wie er die Muſchel mit dem Meſſer geöffnet und die Perle von der Auſter
ckt hat, ſo kann er Sie dennoch betrogen
„Ihre techniſchen Kenntniſſe beſchämen mich! Meine Perle iſt alſo falſch!“
„Ei warum nicht gar! Wer ſagt denn das! Falſche Perlen fiſchen wir doch hier bei uns in Sachſen nicht— die macht der Glasfabrikant! Eine deutſche Perle iſt ſo u3 wie eine orientaliſche, ſie gehört derſelben Gattung vor Schalthieren an, ſie entſteht auf dieſelbe Weiſe. Wer nicht alles Fremde für höher hält, als das Varerländiſche, für den hat ſie denſelben Werth— ja vielleicht einen viel größern. Es iſt gerade ſo wie mit den deutſchen Frauen.“
Calderon ſtand auf.„Gewiß!“ ſagte er. „Unter den Frauen giebt es Perlen von unſchätzbarem Werthe— ich weiß das am beſten! Meiner Zahl⸗ perle aus Ceylon haben Sie das Vaterland abgeſtritten, ich überlaſſe es Ihrem Scharfſinn, zu ermitteln, wie ine ſächſiſche Perle nach dem Orient verſchlagen und i die Hände eines halbnackten gelben Malayen ge⸗
kommen iſt, der ſie für ſeinen eigenen Fang im
indiſchen Meere ausgeben und mir verkaufen konnte. Wünſche angenehme Mittagsruhe, Herr Bergrath.“
Der gutmüthige alte Herr glaubte ihn beleidigt zu haben und ſuchte ihn durch freundliche Worte zu
beſchwichtigen. Calderon verſicherte, nicht im Entfernte⸗ ſten verletzt zu ſein, ließ ſich jedoch nicht zurückhalten, und der Bergrath ſah ihn an dieſem Tage nicht wie⸗ der. Auch zu ſeiner Schweſter kam er nicht mehr und nur gegen Abend erſchien er noch einmal auf dem Telegraphenamt, um ſich zu erkundigen, bis zu wann wohl eine Antwort auf ſein heut abgeſandtes Tele— gramm hier ſein könne, wenn ſie nach Empfang deſſelben unverzüglich aufgegeben werde. Der Beamte gab ihm einen Beſcheid, der ſeine Ungeduld wenig befriedigte. Indeſſen, warum war er denn ungedul⸗ dig? Er hätte gar nicht telegraphiren ſollen. Was er wiſſen wollte, hatte vielleicht gar kein Intereſſe für ihn; warum mußte es gerade ihn berühren? Es konnten ja ganz fremde Verhältniſſe ſein. Je mehr er ſich Alles überlegte, deſto unwahrſcheinlicher kam ihm die Annahme vor, welche ihn zur Abſendung ſeines Telegramms veranlaßt hatte; die Vergangenheit, welche unerwartet vor ihm grell beleuchtet aufgelebt war, verſank wieder in ihre Gruft und die Gegen— wart machte ihre näheren Rechte von Neuem geltend. (Fortſetzung folgt.)
Gedichte von Karl Stelter.
O Sonnenſtrahl!
O erſter Frühlingsſonnenſtrahl,
Wie triffſt Du mich mit einem Mal, Und machſt mein Herz ſo freudewarm, Mit Deinen Gluthen weich und warm!
Du füllſt mit Deinem Glanz den Raum Und treibſt mich auf aus wirrem Traum— O locke nur, ich folg' der Spur
Und ſuch' die Wahrheit auf der Flur.
Die Bücher zu und aus dem Haus Mit Dir in alle Welt hinaus,
Der Weisheit und des Lebens Strom, Wohl find' ich ihn im Waldesdom.
Vorbei der Trübſinn und die Qual Durch einen einz'gen Sonnenſtrahl— Das iſt der Blitz, der aufgeſchreckt Den Geiſt zu neuem Schaffen weckt.
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Warnung.
Bleib' dem wirren Treiben fern, Das da glänzt in bunter Hülle, Abgeſtorben iſt der Kern
Und es fehlt des Geiſtes Fülle.


