Jahrgang 
01-26 (1866)
Seite
285
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lon. Er ſagte, er ſei der Ueberbringer eines Auftrags des erzogs von Baſſano.

Han Baapoleon ſande ihn im Garten des Schloſſes. Man ſprach von Frankreich und Herr de Chaboulon entwarf ein Gemälde von deſſen Lage. Er zählte die Fehler der Reſtau⸗ ration oder, richtiger geſagt, die logiſchen Folgen der Wieder⸗ einſetzung derſelben auf: die auf dem Lande wieder erſchei⸗ nenden feudalen Gebräuche, die bevorſtehenden Geſetze, um die frühern Prinilegien wieder herzuſtellen; die die Verwal⸗ tung und den Hof beherrſchenden Sacriſteien; Officiere nach Gunſt an die Spitze der Regimenter geſtellt; alle Schatten⸗ bilder der Vergangenheit ſich vereinigend, um das wieder ins Leben zu rufen, was die mächtige Strömung der Revolution für immer zerſtört hatte; er ſprach von der Stimmung der öffentlichen Meinung, von der Ungeduld der liberalen Partei, von der Unzufriedenheit der Armee, von dem treuen Anden⸗ ken, das dieſelbe dem Kaiſer bewahrt habe.

Wie? man denkt noch an mich? ſagte Napoleon mit einem affectirten Erſtaunen.

Man wird Sie nie vergeſſen.

Nie, das iſt viel. s denkt die Armee? Was ſagt ſie von unſerm Unglück?

Sie ſchreibt es der Verrätherei zu.

Und ſie hat Recht. Ohne die Verrätherei wären die Alliirten verloren geweſen. Sie würden ebenfalls ihr 29ſtes Bülletin gehabt haben.

Der Kaiſer fügte hinzu, er freue ſich zu ſehen, daß die Idee, die er ſich von Frankreich gemacht, richtig ſei, und fuhr dann fort:

Die Regierung der Reſtauration war gut für die Prieſter, den Adel, die alten Gräfinnen; ſie taugt nicht für die jetzige Generation. Die Revolution hat das Volk gewöhnt, in dem Staate mitzuzählen. Es wird auf dieſes Recht nicht verzichten.

Der Kaiſer ging dann eine Zeitlang ſchweigend auf und ab und dann ſtehen bleibend fragte er mit einer affectirten Gleichgültigkeit:

Glauben Sie, daß ich wohl daran thun würde, zurück⸗ zukommen?

Auf eine ſolche Frage wage ich nicht zu antworten.

Das habe ich Sie nicht gefragt; antworten Sie Ja oder Nein.

Nun gut! Ja, Sire.

Iſt Maret dieſer Anſicht?

Er hat mich beauftragt, Ew. Majeſtät zu ſagen, daß die Unzufriedenheit den höchſten Grad erreicht habe.

Gut, entgegnete Napoleon, ich werde mir die Sache überlegen. Kommen Sie morgen um elf Uhr zu mir.

Die zweite Unterredung fand im Salon im Erdgeſchoſſe ſtatt. Die Tapeten darin waren abgenutzt und verblichen, der Fußteppich an mehreren Stellen zerriſſen.

Der Kaiſer begann ſeine Unterredung mit dem jungen Auditeur mit der Frage, ob er gewiß ſei, daß er ſich in dem Gemälde, welches er ihm am Abend vorher von der Lage Frankreichs entworfen habe, nicht von ſeiner Einbildungs⸗ kraft habe irre leiten laſſen.

Herr de Chaboulon antwortete, er habe durchaus nichts von dem Geſagten zu widerrufen. 2

Nun gut! entgegnete hierauf der Kaiſer,ich werde die Erwartung Frankreichs nicht täuſchen. Ich werde nach Paris gehen, aber nicht allein; meine Grenadiere werden mich begleiten. Ich will mich nicht von den Gendarmen beim Kragen faſſen laſſen.

Vierte Solge. 285

Der Abgeſandte des Herzogs von Baſſano war ein Diplomat von ganz neuem Datum, der für den Umſtand ein wenig improviſirt worden war. Die zufällige Eigenthümlich⸗ keit ſeiner Rolle, ſelbſt die Hitze ſeines Enthuſiasmus konnte in einer ſo delicaten Unternehmung, wo die größte Vorſicht ſo dringend geboten war, leicht zu großen Nachtheilen die Veranlaſſung geben.

Gegen dieſe Gefahr mußte der Kaiſer ſich ſchützen, ohne der Ergebenheit des jungen Mannes, die ſo achtungswerth war, wehe zu thun. Dieſes doppelte Reſultat erreichte Napo⸗ leon, indem er in derſelben Stunde den Herrn de Chaboulon mit einem erdachten Auftrage in einer ganz entgegengeſetzten Richtung nach Neapel abſandte.

Dieſe Unterredung fand am 24. Februar ſtatt.

Die Abfahrt wurde am 26. Februar bewirkt.

(Schluß folgt.)

Zur Kenntniß von den Pfahlbauten.

Es hat bisher nicht an Specialarbeiten über dieſes inter⸗ eſſante Thema gefehlt, wohl aber iſt dennoch viel über den Zweck geſtritten worden, ſo wie auch über das Alter, welches man den vorgefundenen Pfahlbauüberreſten zuſchreibt. Kürz⸗ lich hat nun Profeſſor Virchow dieſen Gegenſtand verſtänd⸗ lich und zuſammenfaſſend beſprochen, und es wird gewiß vielen geehrten Leſern als eine unterhaltende Bel hhrung willkommen ſein, wenn wir aus dieſem Vortag einige lichtgebende Mo⸗ mente hervorheben.

Virchow ſagt: Allerdings iſt die Frage gerechtfertigt, ob es ſich bei den Pfahlbauten(die z. B. Franz Maurer für Waarenlager und Handelsanſiedlungen der Phönicier und Karthager gehalten hat) um wirkliche Wohnplätze der Men⸗ ſchen, umSeedörfer handelt? Sehr natürlich wirft ſich das Bedenken auf, ob eine ſolche Anlage ſich aus dem Bedürf⸗ niſſe der damaligen Menſchen rechtfertige, und es kann wohl ſcheinen, als ſtehe der ungeheure Arbeitsaufwand, den ſo ſchwie⸗ rige Bauten bei ſo unvollkommenem Handwerkszeug erfor⸗ dern, in gar keinem Verhältniſſe zu dem Nutzen, der dadurch gewonnen werden konnte. Denn am Ende wird man den Nutzen immer nur in dem Schutze gegen wilde Thiere und gegen feindliche Ueberfälle ſuchen können, der durch die Lage auf dem Waſſer gegeben war, und ſelbſt dieſer Schutz erſcheint in unſeren Gegenden ſehr geſchmälert durch den langen Winter, der die Seen mit Eis überzieht und die Zugänglich⸗ keit der Seedörfer von allen Seiten herſtellt. Sollte ein ähnlicher Schutz ſich nicht auch auf dem Lande haben herſtel⸗ len laſſen, ohne daß jene unſägliche Mühe aufzuwenden war, die erfordert wurde, um mit Steinäxten, die in Baumäſte eingeſetzt wären, große Eichenſtämme zu fällen, zu behauen, ſie dann in den Seegrund einzurammen, und auf ihnen den weiteren Aufbau zu vollziehen?

Dieſes Bedenken erſcheint um ſo mehr gewichtig, nach⸗ dem man an verſchiedenen Orten, unter andern auch in der Schweiz und Deutſchland, Erdwohnungen, namentlich Höh⸗ lenwohnungen entdeckt hat, welche nach den Ueberbleibſeln, die man darin und dabei findet, einer gleichen Zeit angehört haben müſſen. Soll man ſich nicht vorſtellen, daß die Pfahl⸗ bauten nur Zufluchtsſtätten oder Befeſtigungen für Zeiten der Noth geweſen ſind?

Dieſer Auffaſſung widerſtreitet der große Umfang und die vollſtändige Ausſtattung vieler dieſer Anlagen. Es giebt einzelne Bauten, namentlich der Brongeit, in denen gegen

100,000 Pfähle neben einander eingerammt ſind, welche ſich