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Uebrigens hatte Napoleon nicht Unrecht, nur daß man das Problem damals noch nicht zu löſen verſtand und es einer ſpätern Zeit vorbehalten blieb, das Verfahren aufzufinden, große Bäume ohne Nachtheil für ihr Wachsthum zu ver⸗ pflanzen. 3
Nach den hundert Tagen verließ Claude Hollard die Inſel Elba, um ſich nach England zu begeben, wo er als Gärtner in den Dienſt des Herzogs von Welliington trat, deſſen Eitelkeit es ſchmeichelte, ſeinen Park von dem Gärtner des Geächteten auf der Inſel Elba in Ordnung halten zu laſſen. Erſt nach des Herzogs Tode kehrte er nach der Inſel Elba zurück.
Napoleon ſagte von ſich ſelbſt, er habe die Grenzen ſeiner Beine, die Grenzen ſeiner Augen gekannt, doch nie die
ſeiner Arbeit.
Verſuchen war
Seiten dieſes
Anfang eines
bei, wollte Nach ſeiner ehlich der Meinun⸗
Auf der Inſel Elba hatte er nichts von ſeiner wunder⸗ baren Thätigkeit verloren.
Er ſtand mit Tagesanbruch auf und ſchrieb mehrere Stunden..
Worüber?
Man verſicherte, er beſchäftige ſich mit der Geſchichte Frankreichs und mit Nachforſchungen über Aegypten.—
In der Wirklichkeit ſchrieb er nicht, ſondern er handelte.
Aber dem Craſſus ähnlich, als dieſer ſeine Pläne zum Kriege gegen die Parther entwarf, vertraute er das Geheim⸗ niß ſeiner Zweifel und ſeiner Hoffnungen nur ſeinem Ge⸗ danken.
Er wußte, daß das Frankreich des Feudalismus, des göttlichen Rechts ſich nicht wieder aufbauen ließ, und darauf gründete er ſeine Hoffnung, wieder an die Spitze desſelben zu treten.
Sich bereit zu halten, zu hören und zu warten, das war
daher ſeine wirkliche Beſchäftigung auf der Inſel Elba.
Vor ſeinem Frühſtück machte er mit Bertrand oder Droöubi eine Promenade, je nach der Encfernung zu Fuß oder zu Wagen. Bertrand und Drouot waren zwei wahrhaft ſeltne Männer, die es ganz natürlich fanden, dem Kaiſer im Unglück ebenſo treu zu bleiben wie im Glück, und denſelben Eifer, dieſelbe Hingebung in dieſer Stellung wie in der frühern zu zeigen; der Erſtere perſonificirte die Treue in ihrem unbeſchränkteſten Sinne; der Andere mit einer lacedä⸗ moniſchen Seele, fähig, 100,000 Mann zu befehligen und mit 40 Sous den Tag glücklich zu leben.
Dieſe Morgen⸗Excurſionen hatten faſt immer einen beſtimmten und praktiſchen Zweck. Napoleon wollte die Ar⸗ beiten beſuchen, die er in Porto Ferrajo und im Innern der Inſel ausführen ließ. Indem er die Straßen verbeſſerte, die Localinduſtrien entwickelte, Capitale in Umlauf ſetzte, den kräftigen Armen Beſchäftigung gab, an die Stelle eines hun⸗ dertjährigen Elends ſofort einen verhältnißmäßigen Wohl⸗ ſtand verbreitete, ſetzte er an die Stelle der Abneigung und des Grolls Sympathie für ſich und er napoleoniſirte das Land. Darauf rechnete er und er täuſchte ſich nicht. Nach einem Aufenthalt von einigen Monaten auf der Inſel wurde er daſelbſt populär, und als er abreiſte, fing man an ihn zu verehren.
Jetzt nach Verlauf eines halben Jahrhunderts findet ſich der Name Napoleon auf der Inſel Elba in jedem Munde und ſein Bild lebt in allen Herzen.
Porto Ferrajo erhebt ſich auf einer ſehr ſteil abfallenden Landſpitze. Auf der Seite des Meeres wird es von dem Stern- und von dem Falkenfort beſchützt; auf der Landſeite von dem engliſchen Fort und der Redoute Saint Cloud; auf
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allen Theilen durch ſeine Bergdefileen, ſeine Wogen und Klippen. Napoleon fügte dieſen Vertheidigungswerken der Natur und Kunſt Alles hinzu, was ſeine tiefe Vorſicht ihm an die Hand gab. Er ließ Magazine vorbereiten, Lebens⸗ mittel anſchaffen, Batterieen auffahren, mit einem Worte er ordnete Alles an, um die Stadt ebenſowohl vor einem Hand⸗ ſtreiche zu ſichern, wie eine regelmäßige Belagerung aushalten zu können.
Die unebenen Straßen in Porto Ferrajo waren ſelbſt für Fußgänger gefährlich; dieſe Unbequemlichkeit verſchwand durch den Bau einer fahrbaren Straße. Eine alte Kirche, die nicht mehr zum Gottesdienſte benutzt wurde, ließ der Kaiſer zur Caſerne einrichten. Er gab den Platz für die Erbauung eines Theaters her, ließ die Marmor⸗ und Granit⸗ brüche wieder eröffnen und Pianoſa urbar machen. Zu der⸗ ſelben Zeit begann man die Nachgrabungen am Monte Giove, um daſelbſt die Grundlagen des Ammontempels aufzufinden, und man errichtete die beiden ſchönen Landſtraßen, welche von Porto Ferrajo aus die ganze Inſel durchkreuzen.
Bei ſeinen Spazierfahrten waren ſeine Lieblingspunkte die hübſche Seeküſte von Marciana, das Haupt⸗Entrepot der Inſel, die alte im ſechzehnten Jahrhundert erbaute ſpaniſche Feſtung Porto Longone, welche jetzt niedergeriſſen, aber von einem furchtbaren Anblick iſt.
In einer kleinen Entfernung von dem Fort im Felde findet ſich eine in Felfen gehauene runde Bank, das Canapé genannt. Napoleon ließ ſich darauf nieder und mit der Lorgnette in der Hand brachte er ganze Stunden dort zu, um die Bewegung der Schiffe und die italieniſche Küſte zu beobachten.
Nach ſeiner Zurückkunft frühſtückte er gewöhnlich gegen acht Uhr. Dieſes Mahl dauerte nur wenige Minuten. Dann brachte Bertrand ihm die Poſt und die Journale.
„Was ſagt man von mir?“ fragte der Kaiſer.
„Viel Böſes, Sire.“
„Gut, gut! Es iſt ein Fieber, deſſen Anfälle vorüber⸗ gehen werden.“
Während des Tages ſchlief er einige Stunden.
Des Abends nach der Erledigung der Geſchäfte und der Audienzen fuhr der Kaiſer in Begleitung eines der Herren, die ihn des Morgens begleiteten, von neuem aus.
Es dinirte ſchnell und ſchlecht, wie er frühſtückte. gehörte zu den Perſonen, die nicht zu eſſen verſtehen, und die ſich nur an den Tiſch ſetzen, um ſich zu ernähren, ohne daß ihnen das Mahl Vergnügen gewährt.
Während der Mahlzeiten zeigte der Kaiſer ſich wenig zum Plaudern geneigt; oft ſogar hielt er ſich ganz ſtumm, wenn er aber liebenswürdig ſein wollte, ſo war er reizend.
Zuweilen ſtand er in der Nacht auf, um im Monden— ſchein ſich ganz allein ſeinen Träumereien zu überlaſſen.
Trotz der Verminderung ſeiner Macht und ſeines Ge⸗ ſchicks war Napoleon zu Hauſe Kaiſer geblieben. Sein Haus⸗ weſen war nach dem Muſter des in dem Tullerien⸗Palaſte organiſirt. Perſonen ſeines Gefolges und die Notabeln der Inſel bekkeideten die verſchiedenen Poſten. Man beobachtete auf Elba ganz dasſelbe Ceremoniel wie früher in den Tuilerien.
Sonntags hörte er in der Schloßcapelle die Meſſe und nach derſelben fand der Empfang ſtatt, bei dem der Kaiſer, während er in dem ganzen Kreiſe herumging, an einen Jeden der Anweſenden das Wort richtete.
Fremde fanden ſich in Menge auf der Inſel ein. Vom 4. Mai 1814, wo der Kaiſer auf der Inſel Elba ankam, bis zum 26. Februar 1815, wo er ſie wieder verließ, überſtieg
Er


