Jahrgang 
01-26 (1866)
Seite
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heraus und befahren nichts; ſie ſind gefürchtet, geachtet, geſchmeichelt und zu alledem noch über⸗ mäßig bezahlt!

Seine Miene zeigte förmliches Behagen. Dann ſchien ſein Geiſt einen andern Punkt in's Auge zu faſſen, denn mit reſignirtem Ernſt fuhr er fort:Der böſe Feind hat ſeinen Zweck erreicht. Das Geſchäft mit den Büchern, die ihm zuwider ſein müſſen, iſt in's Stocken gerathen der Bankerott über kurz oder lang unausbleiblich. Schon jetzt können mit Erfolg

Novellen⸗

FZeitung.

nur ſolche Werke ſich präſentiren, an denen Er und das Feuilleton ſeine Freude hat. Und ſo erſtehen Romane und Novellen, die werth ſind, im Feuilleton zu erſcheinen; werth ſein Leben zu leben und ſeinen Tod zu ſterben. Göttliche Meiſterwerke: natürlich! Köſtliche Darſtellung, lebenſprühend, wonnefunkelnd! Die Kritik des Feuilleton ſorgt dafür, daß ſie dieſen Ruf erlangen, daß der Genußgier die Zähne wäſſern und ſie werden verſchlungen!

Jeuilleton.

Napoleon auf der Inſel Elba.

Die kurze Zeit nicht ganz zehn Monate, welche Napoleon IJ. auf der Inſel Elba verlebte, bildet in dem Leben desſelben eine ſo intereſſante Epiſode, daß wir wohl annehmen dürfen, unſern Leſern werden die folgenden Mit⸗ theilungen darüber willkommen ſein, wenn auch jetzt bereits mehr als funfzig Jahre ſeit der Zeit verſchwunden ſind, wo Aller Blicke auf das kleine Eiland gerichtet waren, und Jeder⸗ mann wiſſen wollte, wie der Mann, dem faſt ganz Europa zu Füßen gelegen hatte, dieſen unermeßlichen Wechſel in ſeinem Geſchick ertrage. Doch zur Sache.

Napoleon bezog nach ſeiner Ankunft auf der Inſel Elba, die ihm mit vollem Eigenthumsrecht und als ſouveränes Be⸗ ſitzthum überlaſſen worden war, das Schloß, welches früher den von Florenz dahin geſchickten Gouverneuren zur Reſidenz gedient hatte. Es iſt ein ſehr einfaches, zwei Stockwerke hohes Gebäude mit zwei Flügeln, das auf dem höchſten Punkte der Stadt auf einer ſich in die Bai hinausziehenden felſigen Anhöhe erbaut iſt. Er vergrößerte dasſelbe durch einen Anbau, von dem aus man zwei ſehr ſchöne Ausſichten hatte, die eine auf die Stadt und die Berge im Innern der Inſel, die andere auf Piombino und die Küſte Italiens. Ein auf ſeinen Befehl erbauter bedeckter Weg verband das Schloß mit der Wohnung der Madame Mutter, die auf demſelben Felſen, aber etwas niedriger liegend erbaut war.

Die folgende Inſchrift, welche man jetzt in italieniſcher Sprache in dem Hauptſaal dieſer Wohnung lieſt, erinnert den Reiſenden an den Aufenthalt des Sohnes und der Mutter daſelbſt:

Georg Manganaro, Beſitzer dieſes Hauſes geworden, Läßt der Nachwelt wiſſen, Daß es in den Jahren 1814 und 1815 Von Madame Lätitia Bonaparte Bewohnt worden iſt, Und daß Napoleon Daſelbſt mit ihr Einen großen Theil ſeiner Zeit verlebte.

Die Terraſſe des Schloſſes ſtützt ſich auf der Seite der Bai auf eine Felſenmaſſe, gegen welche die Meereswogen ihre nutzloſe Wuth und ihre ewige Aufregung austoben.

In dieſem ſehr zuſammengedrängten Raume ließ Napo⸗

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leon, ohne ſich um die Unfruchtbarkeit eines ſteinigen und für jede Vegetation widerſpenſtigen Bodens zu kümmern, einen Garten anlegen, wo er nicht blos alle Arten von Pflan⸗ zen bauen, ſondern auch Bäume, die im vollen Safte ſtanden, pflanzen laſſen wollte.

Sein Mitarbeiter in dieſen ſchwierigen Verſuchen war ein franzöſiſcher Bauer, wenn ich nicht irre, aus Burgund, Namens Claude Hollard, der auf die Inſel Elba gekommen war, um den Weinſtock daſelbſt anzubauen, und der als rüſti⸗ ger achtzigjähriger Greis noch 1853 daſelbſt lebte.

Der Kaiſer betrieb die Ausführung dieſer kleinen Arbei⸗ ten mit derſelben Thätigkeit und derſelben Ungeduld des Wil⸗ lens, als ob es ſich um die wichtigſten Gegenſtände handle.

Eines Tages, als er vor einem Fenſter ſeines Schlaß⸗ zimmers, das nach dem Garten lag, damit beſchäftigt war, ſich zu raſiren, klopfte er mit dem Finger an die Fenſterſcheibe, was ſeine Art zu rufen war.

Claude näherte ſich, die Mütze in der Hand haltend.

Napoleon zeigte ihm zwei kräftige, mit dem ſchönſten Laubwerk verzierte Ulmen, die eben friſch ausgegraben waren und an der Erde lagen.

Du ſiehſt hier dieſe Bäume?

Ja, Sire.

Nun gut, Du mußt ſie an die beiden Seiten dieſes Ganges pflanzen. Er wies dabei auf den Anfang eines Weges, der aus dem Hofe auf die Terraſſe führte.

Es iſt unmöglich, Sire.

Und weshalb iſt es unmöglich, Monſieur Hollard?

Weil ſie nicht wachſen werden.

Der Kaiſer runzelte ſeine Stirn:.

Ich will, daß ſie gepflanzt werden, und ich will, daß ſie wachſen.

Einem ſolchen Befehle mußte Gehorſam geleiſtet werden; Claude führte den Auftrag aus. Von zwei Grenadieren der Garde unterſtützt, pflanzte er die beiden Bäume in die Erde. Die Natur aber veränderte um ihretwillen nicht den gewöhn⸗ lichen Gang ihrer Operation. Die Bäume verwelkten und ſtarben bald. Napoleon wohnte ihrem Abſterben bei, wollte aber nie eingeſtehen, daß er ſich getäuſcht habe. Nach ſeiner Meinung ſollte der unglückliche Erfolg ausſchließlich der Unwiſſenheit der Grenadiere und den vorgefaßten Meinun⸗ gen Claude's zugeſchrieben werden, der in ſeinem böſen Eigen⸗ ſinn einige der nothwendigen Vorſichten vernachläſſigt habe.

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