Jahrgang 
01-26 (1866)
Seite
276
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hübſchen Mädchen geworden! Wie lange iſt der Hei⸗ rathsantrag her, den ſie bekommen hat?

O pfui doch, Herr Kallenberg! tadelte ihn Siegel von Neuem.Noch heute könnte mancher ſolide Mann ſich glücklich ſchätzen, wenn ſie ihn nähme! Sie haben nun erſt gar kein Recht, darüber zu reden! Warum nennen Sie mich denn wieder Sie?

Ich habe Reſpect vor Ihrem Kleide, erwiderte Kallenberg.Sie ſind auf jeden Fall jetzt Rentier, welche Claſſe ſtets ein Recht auf Conſideration hat. Aber noch immer weiß ich nicht, was Sie hierher führt. Sie mit Ihrer Felſengeſundheit wollen doch nicht Stahl- und Moorbäder nehmen?

Ich habe das Fräulein hierher begleitet wir ſind heute in der Nacht erſt angekommen.

In dieſer Nacht? Wahrhaftig! Als Diener nicht mehr, aber als Reiſemarſchall, Ritter und Be⸗ ſchützer... ich verſinke vor all' dem Edelmuth, von dem ich umgeben bin!

Anna's Wiederkehr verhinderte Siegel's Antwort, ſie bat Kallenberg im Namen ihrer Herrin, herein zu kommen, und er folgte ihr, nachdem er lachend die widerſtrebende Hand des Alten ergriffen und gedrückt hatte.

Dem iſt nicht zu helfen! brummte Chriſtoph, welcher zurück blieb.Ob er denn Pardon haben mag, daß er ſo ganz ungenirt wieder zu Tage kommt? Liefert denn Sachſen nicht mehr aus, ſeit es auf uns böſe iſt?

Rudolf! Geliebter Bruder!

Er eilte zu dem Sopha, auf welchem die Schwe⸗ ſter ruhte. Sie hatte durch die Freude ſo viel Kraft gefunden, ſich aufzurichten, und ſtreckte ihm die feine weiße Hand entgegen. Wie ſchön war ſie in dieſem Momente! Ein liebliches Roth färbte ihre Wangen, die ſonſt wohl ſehr bleich ſein mochten, ihre Lippen hatten ſich im freudigen Lächeln erſchloſſen und ließen die Perlenreihe der noch immer ſchönen Zähne ſehen, welche ſonſt ſo viel Bewunderung erregt hatten. Wahrhaft verklärt aber leuchteten ihre milden braunen Augen, deren Strahl den Ankommenden wie ein längſt⸗ entbehrtes Glück berührte. Er ſank zu ihren Füßen nieder, wie vor einer Heiligen war ſie es nicht? Er faßte ihre Hand und küßte ſie ſtumm. Ihren Augen entfloſſen Thränen. Er hatte nie geweint und konnte nicht weinen, aber die Bruſt war ihm voll zum Zerſpringen und die ſtürmenden Schläge ſeines Herzens betäubten ihn faſt, daß er kaum ver⸗ nahm, was Angelica zu ihm ſprach.

Sie bat ihn aufzuſtehen und ſich an ihre Seite zu ſetzen; ſie fragte ihn, ob er glücklich geweſen ſei

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Noveſſen⸗

Zeitung.

und nun bei ihr bleiben werde. Das gab ihm das volle Bewußtſein ſeiner Lage zurück.

Nein, Angelica! ſagte er.Meines Bleibens iſt hier nicht. Ich habe mich gefreut, daß der Zufall uns hier zuſammengeführt hat und daß ich faſt in dem Augenblicke, wo ich mir Pferde beſtellen wollte, Deine Ankunft erfuhr. Du biſt erſt in dieſer Nacht angekommen?

Zur Geiſterſtunde, Rudolf, antwortete ſie läch⸗ elnd.Aber nun wir uns gefunden haben, wirſt Du mich nicht gleich'wieder verlaſſen wollen! Wenn Du mich lieb haſt und wenn es Dir irgend möglich iſt... ſie ſtockte.

Sprich es nur aus, Angelica, ich habe kein Recht, allzu zartempfindlich zu ſein. Wenn ich ſicher bin, meinſt Du. Das bin ich. Das Damoklesſchwert hängt wenigſtens nicht an einem leicht zerreißbaren Haar über mir, ſondern eher an einem feſtgedrehten Haar⸗ ſeil vielleicht haben ſie es auch ganz abgenommen, ich kümmere mich nicht darum. Dennoch muß ich

abreiſen und ich gebe Dir die Beſchwörung zurück:

Wenn Du mich lieb haſt, hindere mich nicht! Sie ſah ihn unendlich liebevoll an.Wie ſollt' ich das, wenn es Dir ſo wichtig iſt! erwiderte ſie mit ihrer ſanften wohlklingenden Stimme.Doch betrübt es mich, daß ich Dich, kaum geſehen, ſchon wieder verlieren ſoll. 7 Mich auch, Angelica, glaub er herzlich.Aber wenn ich meinen Eeoeee wollte, es wäre nicht gut für mich

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... es könnte mich in einen neuen Strudet ziehen... Drohen Dir alſo doch noch Gefahren? fragte ſie beſorgt. Gefahren! Aber... Deinem Herzen? rief ſie. Es war ihm von jeher wunderbar geweſen, wie ſie ihn auf die kleinſten

Meinem Haupte nicht wohl

Zeichen hin immer errieth: zwiſchen Beiden mußte⸗

trotz aller Verſchiedenheit ihrer Sinnesart eine ſeltene Seelenverbindung beſtehen. Auch diesmal hatte ſie offenbar wieder das Rechte getroffen, denn er ſah ſie ganz erſtaunt an. Sie lachte und ſprach:Nun, Rudolf, es wäre für Dich vielleicht zum wahren Heile, wenn Dein Herz bleibend gefeſſelt würde.

Meinſt Du? entgegnete er.Kommt es denn nicht darauf an, wie und wo? Deine reine Seele hat keine Ahnung, daß ſich das Herz auch verirren kann!

Angelica wurde ⸗ernſt.Dann freilich! ſagte ſie.Doch ſollte ich meinen, wenn Du Dich auch von einem Weſen angezogen fühlſt, das Dir nie ge⸗ hören kann, udie Stimme der Ehre und Pflicht in Dir müßte jede Gefahr bald vorüber führen.

du bi ſer! Beder t!

bekundele hier nli tini Hoffuamg gen Lorlal, Wo ſo kelte ich labe dand al ribt auf A bi iſt ja ſe Finde er ironiſch. Feuſter thu Alles Gruͤn thut and geſun dadeleben wäre, doch

Mälch mich irren nicht in ſäͤllſelnd den Brun wohne ni des neuen Gienzdorfe Der«Rei dir mit Aufſprieße Wahl des voriſche

Die⸗ Wu lang w trat ſett meldete

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Es ſeigentlich Angelica,