Jahrgang 
01-26 (1866)
Seite
275
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Vierte

Nein, alter Freund, nicht kommen, ich will im Gegentheil gehen ſobald die königlich ſächſiſche Poſt ausgeſchlafen hat! Und wenn Sie wirklich noch einige Anhänglichkeit an den ungerathenen Sohn Ihres ſeligen Herrn haben, ſo erzählen Sie zu Hauſe keinem Menſchen eine Sylbe von unſerm romantiſchen Wiederſehen. Wie geht es meiner Schweſter?

Sie iſt ja hier, Herr Kallenberg! Keine fünfzig Schritt weit ſehen Sie doch, in dem großen, ſchönen Hauſe: Apollo heißt's. Ja, ſtaunen Sie nur ſie iſt hier, der Geheime Medicinalrath meinte, ein letzter Verſuch könnte nicht ſchaden.

Meine Schweſter! rief Kallenberg, und raſch ſetzte er hinzu:Iſt ſie verheirathet?

Was denken Sie! entgegnete Siegel unwillig. Wird Fräulein Angelica heirathen bei ihrem Zuſtande!

O das thut nichts! Du kennſt die Welt ſehr wenig. Wenn ſie nicht verheirathet iſt, gratulire ich ihr jedoch. Ich möchte Dich bitten er ſah den geweſenen Diener ſeines Vaters zweifelhaft an und fragte dann:Wie alt biſt Du denn eigentlich, Chriſtoph?

Achtundſechzig, Herr Kallenberg.

Achtundſechzig! wiederholte der junge Mann. Biſt Du eine männliche Ninon, daß Du nimmer al⸗ terſt? Wie ich Dich heut ſehe, kenne ich Dich ſchon vor zwanzig Jahren ein Marmorbild vervittert eher, als Lu. JIch bin noch nicht dreißig Jahr alt und ſehe aus wie fünfzig.

Der Alte mochte ſeine eigenen Gedanken darüber

haben, aber er ſprach ſie nicht aus, ſondern fragte:

Was wollten Sie denn ſagen, daß Sie von mir wünſchten?

Wenn es nicht thöricht wäre, Uebermenſchliches zu verlangen, erwiderte Kallenberg,wollte ich Dich bitten, auch meiner Schweſter kein Wort davon zu ſagen, daß Du mich geſehen haſt. Es wäre mir lieb, wenn Du essüber Dein Herz gewinnen könnteſt, zu ſchweigen; Du haſt ja ſchon ſonſt Manches verſchwiegen, mir zu Gefallen.

Ja, leider! verſetzte Chriſtoph.Ein Gefallen iſt Ihnen obendrein gar nicht damit geſchehen, es iſt vielmehr zu Ihrem Unglück geweſen. Viel beſſer, wenn ich nichts verſchwiegen, ſondern immer Alles Ihrem Papa geſagt hätte von erſten Streiche an, Sie wiſſen ſchon, was ich meine

Nun, mein Herr Siegel, entgegnete Kallenberg, wie die Sachen einmal ſtehen, läßt ſich durch Mo⸗ ralpredigten nichts mehr ändern. Ich bitte Sie alſo nur, grüßen Sie meine Schweſter von mir und bringen Sie ihr meine beſten Wünſche für ihre Cur.

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Iſt der Zuſtand noch immer der alte? Leidet ſie viel Schmerzen?

Ach! erwiderte der Alte. Engelsgeduld erträgt ſie's!

Kallenberg erwiderte nichts, er warf einen un⸗ ſchlüſiigen Blick nach dem hohen Hauſe, deſſen Lage das Thal beherrſcht, und ſagte dann:Ich möchte ſie doch einmal wiederſehen, ehe ich gehe. Schläft ſie noch?

Chriſtoph ſchüttelte den Kopf.Nicht einmal in der Nacht viel! antwortete er.Kommen Sie nur mit, ich werde es der Anna ſagen, daß ſie es ihr beibringt, ohne daß ſie ſich erſchrickt.

Beide legten die kurze Strecke zuſammen zurück. Alſo iſt Anna noch bei meiner Schweſter? fragte Kallenberg.

Denken Sie, daß Anna ihr Fräulein in ihrem Leben verlaſſen wird? erwiderte Siegel.Sie hat ſchon mehrmals eine gute Heirath ausgeſchlagen, um bei Fräulein Angelica zu bleiben.

Edles Herz, der Lohn wird dir nicht ausbleiben! rief Kallenberg mit ironiſchem Tone.

Schämen Sie ſich.! verſetzte Chriſtoph.Den⸗ ken Sie, daß unſer Einem, wer's treu meint, mit Geld Alles belohnt werden kann? Da iſt ſie ſchon: ſie hat uns kommen ſehen.

Ein einfach gekleidetes, nicht mehr junges Mäd⸗ chen erſchien in der Hausthüre, der ſie ſich eben näherten, und rief Siegel bei Namen, ohne deſſen Begleiter recht anzuſehen.Kein Brief? fragte ſie.

Alles noch verſchloſſen, Annchen erwiderte Siegel.Dafür bringe ich aber etwas Beſſeres mit. Schauen Sie ſich den Herrn einmal recht an ken⸗ nen Sie ihn denn gar nicht mehr?

Die Dienerin ſchien ſich Kallenberg's Züge nicht ſo eingeprägt zu haben als Chriſtoph, oder die lange Entfernung hatte dieſe Züge in ihren Augen verändert: ſo tiefbraun wenigſtens und mit einem Vollbart vom üppigſten Wuchs hatte ſie den Bruder ihrer Herrin noch nicht geſehen. Er kam ihrem Gedächtniß aber zu Hülfe, als ſie ihn nicht gleich erkannte.Ich bin alt geworden, Anna, ſagte er.

Beim erſten Ton ſeiner Stimme zuckte ſie auf und das Blut trat ihr in die Wangen.Wahrhaftig! rief ſie mit bewegter Stimme.Welche Freude für das Fräulein! Verweilen Sie nur einen Augen⸗ blick, daß ich ſie vorbereite.

Sie kehrte raſch in das Haus zurück und die beiden Männer blieben vor demſelhen ſtehen.Ja, Siegel, ſprach Kallenberg,jetzt ſehe ich, daß Sie wohl der Einzige ſind, der dem unerbittlichen Zahne der Zeit trotzen kann. Wass iſt aus dieſem bild⸗

Und mit welcher