274 Novellen
bung ſich Zeichen vernehmen ließen, daß Menſchen wach ſeien— dann warf ker ſein Zeug über die Schulter und eilte in den Thalgrund zu kommen, wo er einen längſt gehegten Vorſatz zur That machen wollte. Die Zeit war günſtig; von der anhaltenden Hitze und Trockenheit hatten ſich alle Gewäſſer ver— flacht, ſo wurde das Beginnen erleichtert und ein Späher oder Verräther war nicht zu fürchten. Mit dem Werthe des zu gewinnenden Preiſes und der Seltenheit eines großen Looſes dabei hatte ſich auch die Wachſamkeit vermindert, welche einſt, als noch die Landesgeſetze Todesſtrafe für ein Vergehen hatten, wie es der naächtliche Geſell beabſichtigte, alle Gewäſſer dieſes dſtrichs ſcharf im Auge behielt. Jetzt lohnte es ſich ja beſſer, auf Holz-⸗ oder Wildfrevel auszu— gehen, als auf den zweifelhaften Fang in der weißen Elſter und ihren Nebenbächen!
Der Mann war im Gebüſche, das ſich unten an dem Gewäſſer vor dem Dorfe dahinzieht, verſchwun⸗ den. Jenſeit des Baches lief der Damm der neuer⸗
bauten Eiſenbahn, welche von der ſächſiſch⸗bairiſche
auf kürzeſten Wege zu den böhmiſchen Bädern und von Eger ſüdwärts in gerader Richtung zu den ſchon entgegenkommenden Schienenwegen aus der Donau⸗ gegend führt— Bahnhof und Wärterhäuschen ſtanden aber noch leer, denn die Linie war noch nicht eröffnet. Dorther drohte alſo dem Manne, der ſein Glück in Folge phantaſtiſcher Ideen verſuchen wollte, keine Ge⸗ fahr. Wohl aber erklang plötzlich auf der andern Seite, wo die Chauſſee längs der Berge dem Laufe des Fluſſes entgegen läuft, ein helles Poſthorn und die ſchöne Weiſe: Steh' ich in finſtrer Mitternacht—⸗ ließ ſich deutlich vernehmen. Der Poſtillon blies vortrefflich und hatte wohl ſelbſt ſeine Freude daran, denn er ging, nachdem er jene Melodie dreimal durch⸗ geblaſen, in andere über, als wolle er den Reiſenden, die er zur Nachtzeit nach dem nahen Bad Elſter brachte, ſeine ganze Kunſt produciren. Reiſende, welche mit dem letzten Zuge in Plauen angekommen noch eine Nachtfahrt von drei Meilen unternehmen, pflegen ungeduldig zu ſein, ihr Ziel bald zu erreichen. Gleichviel! Und wenn der Poſtillon, der an der Elſter, dem Mühlhauſner Bach gegenüber Halt gemacht, ſtatt des Hauff'ſchen Soldatenliedes einen Choral geblaſen hätte, aufgehalten würde er den Mann, der bereits im Waſſer ſtand, in ſeinem Vorhaben, das zur fixen Idee geworden war, vielleicht haben, davon abge⸗ halten aber nicht. Abhalten ließ er ſich ſo leicht von nichts.
Der Choral erklang einige Stunden ſpäter, und vollſtimmig durch ein Orcheſter, von der Höhe des
„Zeitung.
waldbewachſenen Berges, an deſſen Fuß der Brunnen⸗
—
platz mit ſeinen geſchmackvollen Anlagen und Gebäu⸗ den liegt. Die frommen Klänge rufen allmorgentlich, wie es auch in andern Bädern Sitte iſt, die Leiden⸗ den, welche hier Geneſung ſuchen, zu den Quellen. Es war der ſtillen warmen Mondnacht ein herrlicher Morgen gefolgt; die Sonne verklärte mit ihren Strahlen die langs Reihe von neuen und freundlichen Häuſern, welche diſt auf dem terraſſirten Abhange des Thalrandes erbaut, durch größere und kleinere Zwiſchenräume mit Gärten jedes eine ſelbſtſtändige Villa, ohne C ens mit freiem Blick auf das grüne friſche El rtha ind die Waldberge des rechten Ufers, die Hauptſtraße des jungen Badeortes bilde
Ueberallswar ſchon das Leben erwacht; auf den Frei⸗ treppen vor den Häuſern, in der Allee neben der chauſ⸗ ſirten Straße, auf den Brücken, welche von dieſer zum Bruünenplatze jenſeit des Fluſſes führen, konnte man einzeln oder in Gruppen die Gäſte bemerken, deren
Geſammtzahl in der jetzigen Höhe der Saiſon ein,
erfreuliches Steigen gegen das Vorjahr bekundete. r Staat, als-moraliſche Perſons, konnte zufrieden ſein, das Bad der Privatſpeculation entzogen zu haben, und auch die Gäſte mochten erkennen, welchen großar⸗
tigen Aufſchwung daſſelbe nur dadurch genommen hatte.
Der Hauptbrücke gegenüber öffnet ſich, die Reihe der
Häuſer mit weiter keſſelförmiger Ausmündung unter⸗
brechend, ein Seitenthal, deſſen ſüdlicher Rand eben⸗
falls mit Gebäuden, zum Theil ſtattlichen Anſehens,
beſetzt iſt. Sie bilden zuletzt, abweichend von der Bauart der Hauptſtraße, eine geſchloſſene Reihe, deren Anfang das Hötel zur Poſt macht, Poſt und Hötel zugleich. Noch hatte die Dienſtſtunde für die Ex⸗ pedition nicht geſchlagen, und ſchon bemühten ſich zwei Fremde faſt zu gleicher Zeit vergeblich an das ver⸗ ſchloſſene Fenſter. Der Eine, ein junger Mann von raſchem Weſen, zog die Augenbrauen zuſammen und ließ einen halblauten Fluch hören, er kehrte unwillig um
und wollte, ohne den Andern, der nach ihm in den Flur—
getreten war, eines Blickes zu würdigen, das Haus ver⸗ laſſen. Dieſer jedoch, der ihn ſichtlich ſtutzend ſcharf geprüft hatte, redete ihn plötzlich an:„Herr Kallenberg!“ Der junge Mann ſah betroffen auf und hatte eine heftige Abfertigung auf der Zunge; als er aber dem großen, ſtarken Manne in das Geſicht ſah, rief er erſtaunt:„Chriſtoph! Wie kommſt Du hierher? Oder— ich muß wohl Sie zu Ihnen ſagen, wie ich merke, Herr Siegel?“ Er muſterte flüchtig den An⸗ zug des Mannes, der ihn angeredet hatte. „Chriſtoph und Du bleibt der alte Siegel ſein Lebtag für die Kinder ſeines Herrn, wenn er auch nicht mehr im Dienſt ſteht,“ erwiderte der Andere. „Wird das eine Freude ſein! Kommen Sie nur!“n
Nein orgutheil 8 goſt ausgeſt einige Audä Ihres ſeligen keinem Meuſſ Wiederſehe
„Sie ſt Schrilt peit ſchöͤnen hulſ 2 ſe iñ hie
ein leßt a
„Mäne eie el hinz
„Pas d
„Bid Fräul
ihr jedoch. geweſenen ftagte dar Ehriſtoph? „Acht „äbn „Biſt Du terſt? Wie vor zwanzi
eher, s und ſehe Der haben, a „Was we wünſchten „We zu verlan bitten, a ſagen, das wenn Du ſchweigen; mir zu G "Ja,
ſt Ihnen vielmeht wenn ich Ihum Sie wiſß „N „wie die ralpredig nur, gri bringen


