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Vierte Folge.
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Gine Slochenchronik für Titeratur, Auns
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Leipzig, am 4. KMlai 1866. 4
IV. Jahrgang.
t ſchöne Tliſſenſchaſten und Geſellſchaſt.
Abonnementspreis jährl. 5 ½ Thlr.
Eine deutſche Perle.
Novelle von Bernd von Guſeck.
Eine ſtille Sommernacht lag über dem anmuthi⸗ gen Hügellande, das ſich in der äußerſten Südſpitze Sachſens an die böhmiſchen Berge anſchließt. Der Himmel war wolkenleer, auf ſeinem dunkeln Grunde funkelten die Sterne, von denen aber die ſchwächern vor dem Monde erblichen, der im erſten Viertel ſte⸗ hend an Lichtſtärke béreits ſo viel gewonnen hatte, daß er die Gegend, wo ſie nicht bedeckt war, ziemlich deutlich erhellte. In dem Thale, durch welches der Fluß mit ſeinen raſchen Wellen den vielgekrümmten Lauf nimmt, glitzerte und blitzte es wie flüſſiges Sil⸗ ber; von der rechten Hand eilt ihm hier ein Bächlein zu, wie deren viele in denſelben münden— dort lagen die zerſtreuten Häuſer eines Dorfes zwiſchen
Bäumen im Grunde, und drüben dunkelten die Berge mit ihren ſchwarzen Tannenwäldern. Eine feierliche Ruhe herrſchte in der nächtlichen Landſchaft, kein Wind rauſchte in den Zweigen, kein Lufthauch ließ auch nur das weiche Laub in den Gebüſchen am Ufer flüſtern; es war ſo ſtill, daß man das fernſte Geräuſch, ſo weit der Schall irgend trug, hätte vernehmen kön⸗ nen. Da ſchlug eine Thurmuhr von der hochgelege⸗ nen Kirche der Stadt, deren amphitheatraliſch gebaute Häuſermaſſe am Tage von hier aus zu ſehen iſt— und es war doch Einer zu dieſer Stunde der Nacht auf dem Vorſprunge zwiſchen den beiden Gründen, welcher die Schläge der Glocke zählte. Mitternacht!
Unter den Tannen hatte er ſchon eine Weile ge⸗ ſeſſen, er hatte nicht mit Abſicht die zwölfte Stunde erwartet, aber nun ſie ſchlug, weckte ſie ihn aus ſei⸗ nen Träumen und mahnte ihn, was er thun wolle, bald zu thun. Er ſtand raſch auf, ſeine dunkle Ge⸗ ſtalt trat in die dämmernde Helle, er blickte zum Monde empor, der ihm zu ſeinem Werk leuchten ſollte, er lauſchte hinab, ob im Dorfe oder deſſen Umge⸗


