Jahrgang 
01-26 (1866)
Seite
269
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wie die anderen verdiente. Die Fragen der beiden Herren an den Zollaufſeher Nageduſch beſchränkten ſich hauptſächlich darauf: ob Keiner von den anderen Cameraden und ob ihr nachheriger Mann Nageduſch nie davon Ahnung gehabt, daß ſich ein Frauenzimmer in ihren Reihen befunden. Allein alle Auskunft lief darauf hinaus, daß dieſer weibliche Soldat ſich durch eine ſo ſtrenge Sittſamkeit ausgezeichnet habe, daß ſeine nächſten Nebenleute nie den geringſten Verdacht über ſein Geſchlecht gehegt hätten. Erſt als die Freiwilligen nach beendetem Kriege entlaſſen wurden, entdeckte ſie ſich an Nage⸗ duſch, der ſich ſtets durch ſein anſtändiges Benehmen hervor⸗ gethan hatte, wodurch er, wie ſie ſelbſt ſagte, ſich ihren Bei⸗ fall und ihr Zutrauen erworben. Liebe erzeugt Gegenliebe, daher war ein Heiraths⸗Antrag von Nageduſch an ſeinen bisherigen Cameraden der Lützower wilden verwegenen Jagd⸗ Schaar nicht zu verwundern.

Die Theilnahme an den damals noch näher liegenden kriegeriſchen Ereigniſſen veranlaßte mehrere Erkundigungen darnach, beſonders nach den Vorfällen bei der Belagerung von Jülich, wo dieſe Helden⸗Jungfrau ebenfalls ſich ehrenvoll benommen, doch ward ihre früheren Verhältniſſe, ihr Her⸗ kommen u. ſ. w. zu erforſchen vernachläſſigt. 5.

Die Königin Marie Amalie.

Am 24. März c. ſtarb in Claremont in England die am 26. April 1782 geborne frühere Königin von Frankreich, die Wittwe Ludwig Philipp's, und ihr Tod, dem keine Krank⸗ heit vorausgegangen war, erfolgte an Altersſchwäche plötz⸗ lich und war ſo ſanft, wie es ſich nur wünſchen ließ, denn es war nichts weiter als ein Einſchlummern, aus dem ſie wienieden nicht wieder erwachen ſollte. Die edle Dame ge

nen Zahl der Perſonen, deren Leben von den

n in der erſten Hälfte des jetzigen Jahrhun⸗

berührt worden war. Erſt vor ein paar Monaten berichteten wir hier über das Leben des verſtorbe⸗ nen Königs Leopold von Belgien, und jetzt iſt ihm dieſe ſo allgemein geachtete Dame gefolgt, die mit dem verſtorbenen König Leopold ſo nahe verwandt war, in deſſen engliſcher Heimath einen Zufluchtsort gefunden hatte und wie er durch ihren Namen und ihr Leben mit den größten hiſtoriſchen In⸗ tereſſen ihrer Zeitkverknüpft war. Leopold begann ſozuſagen ſein Leben in dem ſchönen Landhauſe in der Grafſchaft Sur⸗ rey, worin Marie Amalie eben geſtorben iſt. Er ſtarb auf einem Throne, ſie, früher im Beſitz eines Thrones, im Exil. Sein Leben war von der Wiege bis zum Grabe voller Son⸗ nenſchein, doch keineswegs das der Gemächlichkeit; das ihrige war voller Wechſel, wie ſelten bei einem Sterblichen. Sie reichte ihrem Gemahl zu einer Zeit die Hand, wo derſelbe im Exil lebte, und ſie ſelbſt ſchloß im Exil die Augen. Aber die Zeit zwiſchen ihrer Vermählung und ihrem Tode war mit großen Ereigniſſen ausgefüllt. Als ſie Herzogin von Or⸗ leans wurde, ſtand Napoleon in dem Zenith ſeines Ruhmes, und als der große Eroberer geſtürzt war, gab es eine ſehr weite Kluft, welche ihre Familie von der Stellung entfernte, die einzunehmen ſie ſich ſpäter berufen ſah. Die Orleans waren der jüngere Zweig des franzöſiſchen königlichen Hau⸗ ſes, und nach dem Sturz Napoleon's konnten ſie und ihr Ge⸗ mahl nur hoffen, die zweifelhafte Stellung am franzöſiſchen Hofe einzunehmen, welche die Prinzen aus dem Hauſe Or⸗ leans während der vorhergegangenen zwei Jahrhunderte mehr oder weniger edel oder ſchmachvoll ausgefüllt hatten. Die Unwahrſcheinlichkeit, jemals einen Scepter zu halten, machte

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aber Marie Amalien durchaus keinen Kummer. Für ihre eigene Perſon würde ſie vollkommen damit befriedigt geweſen ſein, ihre Exiſtenz in dem Hauſe zu Twickenham zu verleben, wo ſie einige Jahre in der erſten Zeit nach ihrer Vermählung wohnte, und das durch ein ſeltſames Zuſammentreffen nur wenige Meilen von Claremont entfernt iſt, wo ſie ſtarb. Die Zukunft hing indeſſen nicht von ihr ſelbſt ab; als ſie den Her⸗ zog von Orleans von England nach Frankreich und 34 Jahr ſpäter von Frankreich nach England begleitete, unterwarf ſie ſich in gleicher Weiſe der Führung ihres Gemahls. Ehrgeiz hatte ſie nicht, wofern nicht Ehrgeiz genannt werden kann, was einfach der Wunſch war, die Pflichten einer Gattin gegen ihren Gemahl zu erfüllen, in welche Stellung einzutreten es ihm auch gefallen möge. Sie konnte und das zog ſie allem Uebrigen vor die ruhige, anſpruchsloſe Mutter ſein, die ſich blos mit ihren Familienſorgen beſchäftigte, oder ſie konnte eine Königin ſein. Da ſie dazu beſtimmt war, die letztere Stellung auszufüllen, ſo war es ohne Zweifel für ſie eine Quelle der Genugthuung, daß ſie erſt auf den Thron berufen wurde, nachdem ſie mehr als zwanzig Jahre ihres ehelichen Lebens in Frieden und Ruhe verlebt hatte.

Nach dem Sturz Napoleon's und der Reſtauration Lud⸗ wig's XVIII. verließen der Herzog und die Herzogin von Or⸗ leans England, um nach Frankreich zurückzukehren, wo ſie während der folgenden funfzehn Jahre größtentheils in Neuilly, in der Nähe von Paris reſidirten, das, beiläufig be⸗ merkt, in der Revolution von 1848 faſt gänzlich zerſtört wurde. Ludwig XVIII. machte Karl X. Platz, und dem letzt⸗ genannten Monarch ſollte, wie Jedermann bis zu einem ge⸗ wiſſen Ereigniß im Sommer 1830 glaubte, ein anderer Bourbon als König folgen. Aber der Erlaß der bekannten. königlichen Verordnungen im Juli 1830 hatte die Wirkung, daß der Faden der Thronfolge der Bourbons wieder unter⸗ brochen wurde und daß der Herzog von Orleans und deſſen Familie ſich von ihrem ruhigen Schloſſe plötzlich in die Tui⸗ lerien verſetzt ſohhen. Marie Amalie kannte das Exil aus Erfahrung, und obſchon ſie nicht fürchtete, in daſſelbe zurück⸗ zukehren, wenn ein ſolches Opfer von ihr verlangt werden ſollte, ſo zog ſie doch ihre bisherige Lebensweiſe, deren Glück⸗ ſeligkeit ſie bereits erfahren hatte, und welche die Gefahr ſo großer Wechſel nicht in ſich einzuſchließen ſchien, dem Throne vor und in Folge deſſen ſoll ſie verſucht haben, ihren Ge⸗ mahl zu überreden, denſelben nicht anzunehmen. Vielleicht fühlte ſie auch, wie Andere behaupten, Gewiſſensangſt, einen Thron zu theilen, der ihrem Gemahl nicht durch Erbſchaft zu Theil geworden war. Wenn ſie indeſſen ſolche Bedenken hatte, ſo wurde ſie von dem Herzog von Orleans überwun⸗ den und er und ſie wurden König und Königin der Fran⸗ zoſen. Was die Geſchichte Frankreichs und ſeiner Regierung während der nächſten achtzehn Jahre war, braucht hier nicht wiederholt zu werden. Es genügt zu ſagen, daß die Königin keinen Theil an den Fehlern hatte, die ſich ihr Gemahl als Regent mag haben zu Schulden kommen laſſen. Sie nahm keinen Antheil an den öffentlichen Angelegenheiten und es iſt eine erwieſene Thatſache, daß Marie Amalie zu keiner Zeit die Unpopularität ihres unglücklichen Gemahls theilte. Die Februarrevolution von 1848 überraſchte Jedermann und Niemanden mehr als das franzöſiſche Volk ſelbſt. Wenn die Königin nichts von dem bevorſtehenden Sturz ihrer Familie ahnte, ſo theilte ſie nur das Vertrauen der ganzen Nation. Als aber das Ereigniß eintrat, ſo war es nicht ihr Fehler, daß diejenigen, die das Opfer deſſelben wurden, ſich nicht muthig demſelben widerſetzten. Sie ſoll den König auf ihren