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Vierte Folge.
Eine Mlo
Erſcheint regelmäßig jeden Freitag.
Leipzig, am 27. April 1866.
IV. Jahrgang.
chenchronik für Jiteratur, Aunst, ſchöne Tliſſenſchaſten und Geſellſehaft.
Abonnementspreis jährl. 5 ½ Thlr.
Ein böſer Engel.
Hiſtoriſche Novelle von Adolph Görling. (Schluß.)
Ginlietta hielt den Hals ihres Verlobten umſchlun⸗
gen und fragte mit bebender Stimme, nachdem ſie lange geſchwiegen hatte: „Achteſt Du mich hoch genug, um mir zu ſagen, was Du beginnen willſt? Sage mir, wie das Gift heißt, an welchem ich ſterben ſoll! Ich werde gefaßter der Zukunft entgegenſehen, wenn Du mir ſagſt, welche Gefahren Dich bedrohen werden...“
„Ich werde den Leoparden, welche den König Ferdinand und ſeine Banditenhorden vertheidigen, die Krallen abhauen!“ ſagte Ercole langſam.„Haſt Du die engliſche Flotte draußen geſehen? Wohlan, ich werde Mittel finden, alle dieſe ſtolzen Segler in Aſche zu verwandeln.“
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„In Aſche?“
„Gelingt es, ſo bedarf es nur weniger Stunden, und das ſchönſte engliſche Geſchwader iſt verbrannt und fliegt in die Luft, als würde es aus dem Krater des Veſuv in die Höhe geſchleudert.“
Eine tiefe Stille entſtand.
„Wir werden ſehen,“ fuhr Ercole endlich fort, „wer der Herr von Neapel iſt, wenn die engliſchen brüllenden Seelöwen auf Nimmerwiederkommen ver⸗ ſchwunden ſind. Iſt der Streich wirkſam geführt, ſo wird die Flagge Frankreichs in unſerm Hafen wehen. Und nun gute Nacht, Theuerſte! Willſt Du mir irgend eine Nachricht geben, ſo laß an der Marina nach Cola Minari fragen. Iſt dort kein Minari zu fin⸗ den, ſo ſende nach Torre del Greco und laß auf der Felucca des Georgios Diamantopoli nach Minari fragen.“
Ein langer, ſtummer Abſchiedskuß, und Ercole trat raſch aus dem Pavillon hinaus, um die Treppe zur See hinabzugehen. Inzwiſchen war die Fluth ſanft angeſtiegen; unter der Einſteigehalle rauſchten


