Jahrgang 
01-26 (1866)
Seite
255
Einzelbild herunterladen

ich bei mit: nd manchmal twie ich's mir fällen wirklich diſt du öfter wuld auf dich dat ein Ende. duf, und ging det eiwas vor⸗ nic nehmen. lu ſagte: ⸗Da ſc di ſculd,⸗ doch nun etwas ſerhalten konnte. en bemerkte ich, ſwenn ich ſagte: ch nichts, aber ie ſich vor mich h groß an und

r nicht daran,

weil Du ſorſt puter Malice hden. Ich fragte ſie ſo geduldig willſt auch noch antwortete ich ten uns heftiger d, lief aus der lief vor's Thor in Leid anthun. Leichenzuge, da m ſo trauriger. vorigen Woche ſolt, er möchte te mir keinen enommen und als ob es mit ic ſagte mir: iſt. Es wäre n Leichtes, iht en dich nürde; de Frau. Dein en, du tmuchſt ſer wirſ, vird 8, aber du biſt

duldig kragen, hauſt und 4t

zuweilen über die duldſame Weisheit des Sokrates hinaus⸗

Gott, er möge mir dazu die Kraft ſchenken, und er ſchenkte ſie mir. Wenn meine Frau in Allem die Schuld in mir ſuchte, ſagte ich nicht: ⸗Ja, ich bin ſchuld!« aber ich dachte es im Herzen und war ſtill. Aber je weniger ich widerſprach, deſto härter und heftiger war ſie gegen mich; es war, als ob ſie mich durchaus zum Zorn bringen wollte. Ich trug es aber, wenn es mir auch recht weh that, denn ich ſagte mir immer: *Es iſt ja meine Schuld, daß ſie ſo iſt; wenn ich nur erſt beſſer wäre, würde Gott ihr Herz ſchon lenken.

Einmal aber, wo ſie ſo recht bittere, giftige Worte ſagte, da konnt' ich's nicht ertragen, mein Herz brach mir, ſch trat vor ſie hin, ſah ſie traurig an, die Thränen traten

nir in die Augen und ich ſprach: Liebe Frau, ich muß doch ein recht ſchlechter Menſch ſein, denn wenn ich nicht recht ſchlecht wäre, dann könnte es der liebe Gott gar nicht zulaſſen, daß Du ſo gegen mich biſt!

Da ſah ſie mich groß an, ließ die Arme ſinken, ſie wurde blaß und ſtand eine Weile vor mir da und ſprach kein Wort; aber mit einem Male fiel ſie mir um den Hals und ſchrie und weinte: Nein, nein, Du biſt nicht ſchlecht, ich bin ſchlecht, aber ich will mit Gottes Hülfe beſſer werden! Und Gott hat ihr geholfen, ſie iſt mir eine liebe, ſanfte

Frau geworden, die mich oft durch ihre Nachgiebigkeit beſchämt, und Sie haben ja ſelber geſehen, wie wir in einer glücklichen und zufriedenen Ehe leben! Vorſtehendes Erlebniß habe ich öfter mitgetheilt, wenn ich Abends auf dem Lande die Dorfbewohner um mich her verſammelt ſah. Gewöhnlich hatte ich es bis zuletzt aufge⸗ hoben und wir gingen dann, nachdem wir vielleicht noch einen Vers geſungen hatten, ſtill auseinander. Da iſt es nun einige Mal vorgekommen, daß am andern Morgen eine Frau zu mir kam und ſagte mir mit niedergeſchlagenen Augen:Ja, ſo wie Sie's geſtern geſagt haben, ſo iſt's auch in meiner Ehe, aber es ſoll nun beſſer werden mit Got⸗ tes Hülfe!

Und ehe die Frau fortging, druckſete ſie und wollte nicht recht mit der Sprache heraus, und wie ich ſie bat, ſie möchte offen ſagen, was ſie noch wollte, da ſagte ſie etwas verlegen: Sie möchte doch gern wiſſen, wer es mir wiedergeſagt hätte, daß es in ihrer Ehe ſo ſtände!

Es zeigt ſich aus dieſer gewiß wahren Erzählung, wie natürlich oft die Geſchichten gewiſſer Tendenzſchriftſteller ſind, deren Darſtellungen man nur zu oft geneigt iſt, für unmög⸗ liche aus der Luft gegriffene Parabeln zu halten. Der alte Spruch:Man kann nichts Wunderſames ſagen, das ſich nicht irgendwann zugetragen wird hierdurch wieder beſtätigt und man ſieht, daß es ſehr unter ſich entgegengeſetzte Mittel giebt, eine böſe kanthippe zu curiren, wenn die Methode auch

geht.§.

Sittenverfall in Frankreich.

Der Director des Alcazar phocéen in Marſeille hat der Sängerin der Femme à barbe, unter dem Namen Demoi⸗ ſelle Thereſa bekannt, den Antrag gemacht, ſich während eines Monats unter folgenden Bedingungen in ſeinem Etabliſſement hören zu laſſen:

1. 20,000 Franken für den Monat; im Fall daß Demoi⸗ ſelle Thereſa nur funfzehn Vorſtellungen bewilligen könne, 1000 Fr. für jeden Abend; 2. freie Reiſe mit dem Expreß⸗ zug; 3. glänzende Gemächer, die im voraus im erſten Hotel Marſeille's für ſie genommen worden ſeien; 4. während der

Vierte Folge.

ganzen Zeit ihres Aufenthalts in Marſeille eine zweiſpännige Equipage mit einem Bedienten in Livree zu ihrer Verfügung; 5. am Abend ihrer Ankunft Illumination im Hotel, Sere⸗ nade mit Fackeln von den 40 Muſikern des Orcheſters des Alcazar, officieller Empfang an der Eiſenbahn und im großen Salon des Hotels von dem Director und der Verwaltung des Alcazar; 6. Einfahrt in die Stadt in einer vierſpännigen Caleſche à la Daumont; die Ankunft der Demoiſelle Thereſa wird vorher durch beſondre Maueranſchläge bekannt gemacht; 7. am Tage nach ihrer Ankunft großes Galadiner im Hotel; 8. während der Dauer der Vorſtellungen der Demoiſelle Thereſa wird der Alcazar jeden Abend glänzend erleuchtet und verziert ſein; 200 Fauteuils werden für die Elite der Marſeiller Geſellſchaft vorbehalten. Kurz, es wird nichts vernachläſſigt werden, um den Aufenthalt der Demoiſelle Thereſa in der Stadt Marſeille mit allem Glanz und dem ganzen Preſtige, welche der Ruf der berühmten Künſtlerin verlangt, zu umgeben.

Bis jetzt weiß man in Paris noch nicht, ob die Sänge⸗ rin, die viel eher berüchtigt als berühmt iſt, den Antrag annehmen wird.

War Pelletan nicht vollkommen in ſeinem Recht, als er im geſetzgebenden Körper am 20. März den Sittenverfall in Frankreich ſo laut und entſchieden verurtheilte? C.

Ein offenherziger Tyroler.

In ſeinen Lebenserinnerungen theilt Arndt eine vor⸗ treffliche Anekdote mit, die ſich während ſeines Aufenthaltes in Petersburg zutrug und ſowohl die Devotion der Tyroler vor angeſtammten Perſönlichkeiten, als auch die große Natür⸗ lichkeit dieſer friſchen Kämpfer des Gebirges ſehr gut charak⸗ teriſirt.

Im Herbſt 1812 erſchienen auch einige eben aus Eng⸗ land zurückgekehrte Tyroler, unter andern der Adjutant des Tyroler Helden Andreas Hofer, Namens Franz Fidelis Jubils, ein ſtattliches, ſchönes Mannsbild, ein Dreißiger. Er zeigte gern mit triumphirender Miene eine prächtige goldgefütterte Doſe, aus dem Holz des Nelſon'ſchen Admiralſchiffes in der Schlacht bei Trafalgar Victory gemacht. Er hatte dieſe Doſe von dem Prinz⸗Regenten von England, mit Ducaten gefüllt, als Abſchiedsgeſchenk erhalten. Um dieſen lebendig friſchen Mann riß man ſich in allen Geſellſchaften. Er mußte die Thaten und Leiden des Tyroler Krieges, ſeine Audienzen bei dem Kaiſer Franz, und ſeine Geſpräche mit dem Prinz⸗ Regenten erzählen, dann aber auch ſeine Tyroler Kriegs⸗ und Volkslieder vorſingen. Er war ſchon oft bei der Herzogin von Würtemberg geweſen, welche die Weiſen ſeiner Lieder auf dem Klavier zu begleiten pflegte. Die Herzogin hatte der Kaiſerin Eliſabeth oft von dieſem tyroliſchen Wunder erzählt, und dieſe wünſchte ihn zu ſehen und zu hören. Da trug die Herzogin dem General Armfelt auf, ihn auf einen Abend mitzubringen. Der Tyroler ward nun durch die Herzogin gehörig in den lebendigen luſtigen Ton geſetzt, und ihm Herz und Zunge durch Wein und Punſch aufgefriſcht. Als nun die Mitternacht nahte, ſtand die Kaiſerin auf, nahte ſich freundlich dem Tyroler, ſprach mit ihm über Schwaben und vom Rhein, erzählte, ſie ſei eine Deutſche, und bat ihn, wenn nun die Tyroler und er ſich bald wieder bewegten und Gott ihnen Sieg gebe, möge er ihrer Fürbitte und dieſes Abends gedenken, und in Baiern und Schwaben nicht zu wild hauſen. Er, der im freien Lauf war, eutgegnete ihr kühn

und friſch, ſprach daher nach erzürnter Tyroler Weiſe und