Jahrgang 
01-26 (1866)
Seite
251
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welche einkommen, etwa den zwanzigſten Theil, hält gute Wirthſchaft, und der Großherzog iſt als ein Vater ſeines Volkes geliebt. Auch gehen die wegen politiſcher Vergehungen anderwärts Verfolgten hier ruhig auf den Straßen umher.

Das Land iſt reich die großen hochadeligen Familien ſind faſt alle durch eigne Schulden verarmt der Boden in den meiſten Gegenden wenig ergiebig, aber es iſt ſehr wohlhabend durch Betriebſamfeit und Verkehr. Das letzte Jahr ſind allein es iſt un⸗ glaublich für fünf Millionen Seudi Strohhüte (darunter der theuerſte für 300 Ducaten für eine Fürſtin) ausgeführt worden. Die Fremden, welche das Land bedecken(es ſind ihrer jetzo 10,000 in Florenz), vermehren beſonders in der Hauptſtadt den Erwerb, und nirgend iſt vielleicht ein reichliches Aus⸗ kommen ſo vieler Familien Antheil, als in dieſer volkreichen, gebildeten und regſamen Stadt. Daher wogen alle Straßen von der geſchäftigen Menge, und an öffentlichen Orten zeigt ſich bei jeder Gelegenheit ein unüberſehbarer Flor der Jugend beider Geſchlechter, eine große Menge glücklicher Geſichter. Von Armuth, Pöbel faſt keine Spur.

Das Volk iſt im Ganzen mäßig und ſehr zuvor⸗ kommend, dabei leichtgläubig und neugierig wie die Kinder. Hier führt eine Truppe wandernder Muſi⸗ kanten an den Straßenecken, dort neben der Kirche der Policinello ſeine Späße und Reden auf. Durch das Getümmel wird dort ein Marktſchreier auf ſeinem Karren von einem Eſel gezogen. Er hält, er trägt mit vieler Beredſamkeit die Eigenſchaften ſeines Arcani vor, das er dem Publicum ſeit 30 Jahren verkaufe. Kaum macht er eine Pauſe, ſo ſtrecken ſich die Leute nach den grauen Büchſen aus, zu kaufen, zu bezahlen. Er zieht weiter und ſeine Stimme miſcht ſich an der nächſten Ecke mit der Beredſamkeit einer Frau, welche eine große Menge zu Zeugen ihrer Kunſt, die Kleider zu reinigen, gemacht hat, und nicht geringen Abſatz findet, und Alles, ſo dicht und gedrängt es ſein mag, bewegt ſich doch ohne Stoßen und Lärmen durch⸗ einander, ohne daß ein Polizeiſoldat oder eine Schild⸗ wache Ordnung zu halten hätte.

In vornehmen Ständen iſt, wie ich höre, die Entartung groß, und wie in Venedig die wachſende Armuth die Sitten, beſonders in den Familien, ver⸗ beſſert hat, ſo ſind dieſelben hier durch den ſtets

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wachſenden Wohlſtand, der die Ueppigkeit erzeugt, verſchlimmert worden.

Die Wiſſenſchaften, welche auf Studium des Alterthums gegründet ſind, mit ihnen Ppoeſie, Geſchichte und Beredſamkeit liegen darnieder, weil ſie in den Händen der Geiſtlichen geblieben ſind, bei denen ſich jetzo nichts mehr am Leben erhalten hat. Nur ein⸗ zelr ind nur wenige! ragen aus dem Schiffbruch hervor, den die Literatur in ganz Italien gelitten hat. Doch trägt die arge Verwahrloſung der öffent⸗ lichen Erziehung allein die Schuld. Noch iſt der italieniſche Geiſt nicht erloſchen, und wo er ſich frei von todten Formen bewegen kann, wie im Gebiet der mediciniſchen Wiſſenſchaften, welche der Hierarchie nie zur Beute geworden ſind, zählt der Italiener Männer von erſtem Range faſt auf jeder ſeiner Univerſitäten, ungeachtet auch dieſe Studien ſehr beengt und oft von dem Noth⸗ dürftigen entblößt ſind.

Wie wohl hat ſich das Wort des klaren Denkers bewährt, daß Italiens Geiſt noch nicht erloſchen ſei, und wie glänzend ſteht jetzt Florenz gegen damals da! Freilich aber iſt auch ein anderes Finanzſyſtem in die moderne Staatsverwaltung der geſammten Welt eingedrungen. Früher ſuchte man zu ſparen und gut auszukommen, was freilich einzelne Machthaber nicht abhielt, das Mark ihres Landes als Privateigenthum ſich anzumaßen und zu verpraſſen. Gegenwärtig hält man es nur noch in den rubigſten Tagen für möglich, mit den Einnahmen eines Landes in deſſen Haus⸗ haltung auszukommen. Bei allen beſondern Fällen iſt es von ſelbſt verſtändlich, daß man keck und im größten Maßſtabe zum Borgen greift. Dieſe Maxime, die in Zeiten der Noth oder der Bewegung ungeheure Dimenſionen annimmt, hat in Italien gewüthet, und zum politiſchen Glanz, der uns dort ſo erfreulich ent⸗ gegentritt, geſellt ſich eine Schuldenlaſt, die im Ver⸗ hältniß zu den Reſſourcen des Landes etwas ſchwindel⸗ haft Beängſtigendes hat.

Bis jetzt liegt nur der erſte Band der Thierſch'ſchen Biographie vor und man darf ſich auf das Erſcheinen des zweiten freuen, da derſelbe einen weſentlichen Commentar zur Beleuchtung der neuen Maximilianiſchen Zeit in Bayern liefern wird. Thierſch übt Wahrheit und Aufrichtigkeit in ſeinen Urtheilen aus, eine Eigen⸗ ſchaft hoch und werth zur Erkenntniß jeder Epoche und leider in jeder ſelten.

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