Jahrgang 
01-26 (1866)
Seite
245
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Ach ſo! Etwas ganz Neues alſo! ſagte der Held bitter.Ich halte Ihren Endymion für einen erzſchlauen Burſchen. Es ſoll mir nicht ſchwer wer den, über ihn Auskunft zu erlangen, und beſtätigt ſich mein Verdacht...

Nun, Admiral? fragte Lady Hamilton, ſich ſtolz aufrichtend.

Dann laſſe ich ihn bei dem Halſe an meine Fockraa ſo lange aufhängen, bis er todt iſt!

Die Dame faßte den Seemann feſt ins Auge.

Das würde nur unter einer ſehr weſentlichen Bedingung möglich ſein, entgegnete ſie mit vollkom⸗ mener Feſtigkeit.

Eine Bedingung? fragte Nelſon barſch.

Ja! Ich müßte Ihnen die Erlaubniß geben, den armen Burſchen zu ermorden, und das bemer⸗ ken Sie wohl, Admiral das wird nimmermehr ge⸗ ſchehen.

Auf meinem Geſchwader bin ich der Herr! ſagte Nelſon, trocken in ſich hineinlachend, während ſeine Züge einen häßlichen Ausdruck annahmen.

Und auf dieſem Boden Neapels bin ich die Herrin, rief Lady Hamilton in höchſter Aufregung. Und Sie, Admiral Nelſon, können ſammt Ihrem Geſchwader leicht die Wahrheit meiner Worte er⸗ proben... Um Gott, Hamilton, Ihren Arm! Ich fühle, daß ich ohnmächtig werde.

Nelſon ſetzte den Hut auf und rannte gleich einem Raſenden zum Hauſe hinaus.

Aufgeſpürt!

Der alte Palaſt der Familie di Policaſtro lag an der Piazza d' Erbe(dem Gemüſemarkt), in einem V

der lebhafteſten Stadtviertel, wo ſich die meiſten Tu⸗ multe anzuſpinnen pflegten, von denen Neapel in Schrecken geſetzt wurde. Der Marcheſe Tono di Po⸗ licaſtro, mit genauer Noth den Creaturen eines Ruffo entgangen, hatte den alten Palaſt verlaſſen und eine auf dem Wege nach Torre del Greco liegende umfang⸗ reiche Villa bezogen.

Eine ſtarke, obwohl nicht ſehr hohe Mauer von Lavablöcken umzog die Agrumigärten der Villa. Nach dem Meere zu war die Gartenmauer hoch, vielleicht zwanzig Fuß. Ein ſchmaler Einſchnitt in der Mauer und eine gerade aufwärts führende ſteinerne Treppe führte von oben herab zu einer Art von offener Halle, unter welcher einige geſchmackvolle Kähne und Segel⸗ boote Schutz fanden. Ein kleiner Pavillon ſtand oben dicht neben dem Treppeneinſchnitte der Mauer.

Es war nahezu Mitternacht, als ein einzelner Mann, raſch den Weg nach Torre del Greco verfol⸗ gend, vor der Fronte der Villa Policaſtro ankam. Ob⸗

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gleich der Mond nicht ſchien, ſo war's doch in der Juninacht hell genug, um zu bemerken, daß der Wanderer ein junger Mann in griechiſchem Coſtum war, das nur zum Theil durch einen auf der linken Achſel hängenden kurzen Mantel verdeckt wurde.

Nachdem der Mann laut eine Paſſage mit eini⸗ gen auffallend ſchönen Trillern gepfiffen hatte, ging er vom Wege ab, und folgte der zum Meere ſich hinab ſenkenden Mauer. Zwei Mal nahm er einen Abſprung und ſuchte auf die Mauer zu gelangen, erreichte aber ſeinen Zweck nicht.

Deſto beſſer! ſagte er für ſich.Stehe ich auf der Mauer, ſo muß ich Jedem, welcher den Weg von Torre del Greco paſſirt, nothwendig gleich einer Signalflagge in die Augen fallen.

Er ging bis zum Meere. Es war Tiefebbe und die Halle für die jetzt auf dem muſcheligen Sande liegenden Boote ließ ſich trockenen Fußes erreichen. Der Mann ſtieg, ohne ſich zu beſinnen, die Treppe hinan und befand ſich ſodann dicht vor der Thür des Luſthauſes. Er ſpähte aufmerkſam, ob ſich im Gar⸗ ten Etwas rege. Alles blieb ſtill. Der Abendwind

ſtrich ſanft durch die dichten Rebenfeſtons, welche ſich

von einem Baume zum andern hinſchlangen. Zögernd öffnete der Fremde die angelehnte Thür des Pavillons, trat in das Innere ein und warf ſich auf einen Divan dicht an dem ſeewärts liegenden Fenſter. Sie kommt nicht! flüſterte er.Und am Ende iſt das ſehr natürlich. Die Dinge in Neapel haben

ſich verwandelt, warum ſollten die Frauenherzen eine

Ausnahme machen?

In dieſem Augenblicke ward die Thür geöffnet und Giulietta di Policaſtro ſtand auf der Schwelle. Beide ſtießen einen kurzen Ausruf aus und flogen einander in die Arme. Nach einer Minute unver⸗ ſtändlichen und doch ſo wohl verſtandenen Fragens und Antwortens, nach erneuten Liebkoſungen und Treu⸗ ſchwüren machte ſich endlich Giulietta los. cErcole, geliebter Ercole, ſagte ſie haſtig,ver⸗ giß es nicht, die Minuten ſind koſtbar; an jeder ein⸗ zelnen kann Dein Leben hängen. Ich habe Dich ge⸗ ſehen; ich trenne mich von Dir, die Heiligen wiſſen auf wie lange, im bittern Schmerz; aber ich bitte Dich, nein, ich befehle es Dir, daß Du noch in dieſer Stunde Neapel verläßt.

Ercole lehnte den Kopf auf die Hand und ſchaute zum Fenſter hinaus.

Man konnte ſein Geſicht deutlich erkennen: es war Cola Minari.

Theuerſtes Mädchen, ſagte Ercole Carracciuoli, ſeit der Zeit, daß wir einander Treue gelobten, iſt