Jahrgang 
01-26 (1866)
Seite
243
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und deu⸗ rn, nach 1 Hamil⸗

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erſchienen, ſmelte der r die Ge⸗ gt wurde, u ankäm⸗ ten Tage daß ich dernement t erhalte, dank ſchul⸗ zie wiſſen, fe ich be⸗ welchen habe wie entleman ett eben, 1s Band knüpft, ſch nicht iſt, wel⸗ an die. Hamil⸗ ſeefertig

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lar vor⸗ bitterm buß ab⸗ müſſen,

Vierte Solge. 243

während die franzöſiſche Flotte hinter meinem Rücken den Weg nach Aegypten ſucht. Dann hat meine Lauf⸗ bahn ein Ende; denn ich werde wie unſchuldig ich ſein mag von der Flotte abberufen, vor ein

man braucht mit einer ſolchen Frau nicht nothwendig verheirathet zu ſein, um eine geiſtige Verbindung mit ihr aufrecht zu erhalten.

Aber was wird man in England ſagen, wenn

Kriegsgericht geſtellt und verdammt, wie es ein Ad⸗ dieſer Knoten, wie er noch keinem Seemann zum Auf⸗

miral verdient, der ſich keine Hülfsquellen eröffnen kann. Theurer Admiral, Sie haben für den ſuppo⸗ nirten Fall völlig Recht; aber wahrlich, Sie dürfen die Sache doch nicht derart betrachten, als wenn dieſer Fall ſich thatſächlich vollzogen habe. Jetzt ſind Sie in meinem Segelſtrich, Mylord!

rief Nelſon energiſch und ließ ſeine Fauſt hart auf

den Tiſch niederfallen.Lady Hamilton wird mir einen Ausweg eröffnen, damit ich dieſe Flottenſtation im feſten Griffe behaupten kann, ohne zu verhungern. Sie wird mir die Ruhmesbahn eröffnen; ſie wird mich in den Stand ſetzen, den Franzoſen und der ganzen Welt zu zeigen, was ſich mit einer engliſchen Flotte ausrichten läßt... Und ich ſollte nicht zum Sclaven einer ſolchen Frau werden ich ſollte ſo jämmerlich niedrig ſein, die Thaten ihrer Begeiſterung durch heuchleriſchen Kaltſinn zu belohnen?

Nelſon verbarg das wettergefurchte Antlitz in der Hand und ging dann mit raſchen Schritten hin und her.

Theurer Admiral, ſagte Lord Hamilton mit einem Anfluge von Rührung,ich beklage Sie von ganzem Herzen! Aber erinnern Sie ſich daran, daß ich Sie gewarnt habe, als es noch Zeit war! Was wollen Sie es bleibt jetzt nichts übrig, als der inneren Nothwendigkeit der Dinge zu gehorchen. Der freie Wille iſt ſuspendirt! Dies liegt auf der Hand!

Und Sie, Mylord? fragte Nelſon.Was wird mit Ihnen?

Kümmern Sie ſich nicht darum, Nelſon, er widerte Lord Hamilton mit Würde.Ich habe be reits Mylady geſagt, daß ich Alles, was in meinen Kräften ſteht, thun werde, um meine Scheidung von Mylady zu bewirken. Mein Verhältniß zu Lady Ha⸗ milton ruht auf einem ſolchen Grunde, um durch die Trennung unſerer Ehe kaum weſentlich verändert zu werden. Es iſt die Begeiſterung für die Kunſt, welche das Band zwiſchen mir und meiner Gemahlin knüpfte. Nie ſah ich die Form vollſtändiger unter der Herr⸗ ſchaft des Geiſtes und der Empfindung, als bei Lady Hamilton; nie ward das über Kunſt offenbart, was Mylady als das in die ſcheinbar zufälligſten Einzel heiten zu verfolgende Weſen künſtleriſcher Darſtellung betrachtet. Um mir deutlich zu werden, um das Letzte in der Kunſt, welches ſtets auf etwas nicht in Worte zu Faſſendes hinausläuft, auszudrücken, erfand My⸗

löſen gegeben wurde, öffentlich der Nation dargelegt wird? murmelte Nelſon.

Es gehört allerdings eine entſchiedene Erhebung d0 Seele dazu, antwortete Lord Hamilton lächelnd, um ſich über die Gemeinheiten unſerer guten eng V liſchen Geſellſchaft hinwegzuſetzen. Ich muß geſtehen, in dieſem Punkte ſtets ſehr unempfindlich geweſen zu ſein. Als ich erkannt hatte, daß meine gegenwärtige Gemahlin verdiene, einer verhängnißvollen Lebens⸗ bahn entriſſen zu werden, daß ſie wie kein anderes weibliches Weſen das Verſtändniß meines Innern be⸗ ſaß da machte ich ſie zur Lady Hamilton und... point d'inquiétude en égard du déluge de la- V disance en Angleterre.

Unmöglich, unmöglich! ſagte. Nelſon dumpf. Wie kann ich mich, mit Lady Hamilton an der Hand, vor unſerer Nation zeigen?

Freilich, bemerkte Lord Hamilton trocken,frei⸗ lich iſt zu bedenken, daß Ihre Gemahlin, Lady Nel⸗ ſon, bedeutende Sympathien für ſich haben würde!

Nelſon ſchlug ſich vor die Stirn. 1

Gott ſei mein Zeuge, rief er,daß ich meiner Gattin nie und nimmer nur den Schatten eines Vor⸗ wurfs welcher Art derſelbe ſei machen kann!

lady ihre Shawl⸗Attituden. Geſtehen Sie, Admiral,

Ich bin ein Elender, und ebenſo unglücklich, als ver⸗ achtungswürdig!

Die Thür des Leſezimmers ward raſch geöffnet und herein trat Lady Hamilton. Sie hatte das ſchöne Haar oben in einen antiken Knoten, einen Krobylos, gebunden und trug das ſchneeweiße Coſtüm einer römiſchen Veſtalin. Ihre Wangen glühten, ſie war hinreißend ſchön.

Lord Hamilton, wollen Sie ein Wunder ſehen? Der tapfere Admiral liebt freilich unſere äſthetiſchen Studien nicht; aber auch er wird geſtehen, daß ſich Niemand der Wirkung einer ſolchen naturwüchſigen Schönheit entziehen kann, wie ſie Cola Minari beſitzt!

Cola Minari? fragte Nelſon düſter.Wer iſt das?

Kommen Sie und ſehen Sie, Admiral!

Die Dame nahm ohne Umſtände den Arm Nel⸗ ſons. Wer jetzt den Helden genauer betrachtete, konnte bemerken, wie der Ausdruck ſeiner Mienen, ſeiner Blicke ſich mit merkwürdiger Schnelligkeit veränderte. Es ſchien über Nelſon zu kommen, wie ein ſeliger Rauſch, eine Verzückung, die ihn für Alles, außer für Lady Hamilton, taub und blind machte.

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