Jahrgang 
01-26 (1866)
Seite
235
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ſtück in jenen Zeiten, als der Glaube an Hexen und Zauberei noch allgemein im Schwange war. Was ihn in die Baſtille brachte, war höchſt wahrſcheinlich eine Indiscretion, die er ſich hinſichtlich irgend einer Dame von Stande hatte zu Schulden kommen laſſen. Er pflegte ſich nämlich damit zu brüſten, daß er den Hexenſabbath regelmäßig beſuche, und rühmte ſich, daß ihm auf einer jener unſaubern und gottloſen Zuſammenkünfte eine große Dame vom Hofe die höchſte Gunſt gewährt habe, die nur ein Weib einräumen kann. Eine derartige Prahlerei war ganz dazu angethan, ihn in den Kerker zu bringen, was ihm auch geſchah; ja es paſſirte ihm ſogar noch mehr, denn am 11. März 1615 erfuhr ganz Paris zu ſeiner großen Beſtürzung, in der vergangenen Nacht ſei der Teufel mit großem Lärm und Aufſehen gekommen und habe Cäſar in ſeinem Bette erwürgt. Der Fürſt der Finſterniß ſcheint auch an Einem Hexenmeiſter noch nicht genug gehabt zu haben, denn vier Tage ſpäter holte er ſich auf die gleiche Weiſe die Seele des Florentiners Ruggieri, welcher damals in dem Hauſe eines franzöſiſchen Marſchalls wohnte. Aber dieſe angeblich übernatürlichen Begebenheiten laſſen ſich ſehr leicht erklären.

Was für Streiche Cäſar den Opfern ihrer Leichtgläubig⸗ keit ſpielte, wenn ſie den Teufel zu ſehen verlangten, das ent⸗ nehmen wir aus der Schilderung eines gleichzeitigen Schrift⸗ ſtellers, welcher in der Rolle des Hexenmeiſters ſpricht und deſſen Schilderung wahrſcheinlich richtig iſt.Man würde mir's kaum glauben, läßt jener Schriftſteller den Hexen⸗ meiſter Cäſar ſelbſt erzählen,wie viele junge Herren vom Hofe und ſonſtige Pariſer mich quälen, ich ſoll ihnen den Teufel zeigen. Als ſie mir damit recht zuſetzten, verfiel ich auf einige der drolligſten Erfindungen in der Welt, um ihnen Geld abzujagen. Ich hatte ungefähr eine Viertelmeile von der Stadt einen ſehr tiefen Steinbruch gefunden, welcher zur Rechten und Linken lange Gräben hat. Wenn Jemand den Teufel ſehen will, ſo führe ich ihn dorthin, allein ehe er in die Höhle jenes Steinbruches weten darf, muß er mir wenig⸗ ſtens 40 oder 50 Piſtolen bezahlen und ſchwören, daß er nie und gegen Niemand ein Wort von der Sache ſagen will; auch hat er mir zu verſprechen, daß er ſich nicht fürchten, daß er keine Götter oder Halbgötter anrufen, noch irgend ein heiliges Wort ausſprechen will. Wenn alles dies geſchehen iſt, trete ich zuerſt in die Höhle, mache dann, bevor ich weiter gehe, Kreiſe an den Boden und Zeichen in die Luft, ſtoße Beſchwörungen aus, gebehrde mich ganz wüthend und murmle irgend eine aus barbariſchen Worten beſtehende Rede. So⸗ bald dies geſchehen, hören mein neugieriger Thor und ich das Klirren und Raſſeln ſchwerer Ketten und das Geheul und Gebell großer Hunde. Hierauf frage ich ihn, ob er ſich fürchte; wenn er dies bejaht(und es giebt Viele, welche dann nicht weiter zu gehen wagen), führe ich ihn wieder hinaus und behalte ſein Geld, nachdem ich ihn auf dieſe Weiſe von ſeiner frechen Neugier curirt habe.

Fürchtet er ſich aber nicht, ſondern will noch weiter gehen, und den Teufel ſehen, ſo ſchreite ich tiefer in die Höhle hinein und ſtoße fürchterliche Beſchwörungen aus. Wenn ich dann einen beſonderen Ort erreicht habe, ſo verdopple ich meine Beſchwörungen und ſtoße ein lautes Geſchrei aus, als ob ich aus lauter Verrücktheit ganz tobſüchtig ſei. Unmittel⸗ bar darauf werfen ſechs Männer, die ich zuvor in die Höhle verſteckt hatte, brennende Pechkränze zu unſerer Rechten und Linken, und auf ein Mal ſteht die ganze Höhle in hellem Flammenſchein von brennendem Harze, und zwiſchen dieſen

Vierte Solge. 235

ſchwarzen Ziegenbock mit ſchweren Ketten beladen, welche ich mit Zinnober angeſtrichen habe, daß ſie wie rothglühend aus⸗ ſehen. Zu beiden Seiten des Ziegenbocks ſind zwei rieſige Kettenhunde mit den Köpfen an lange hölzerne Käſten gebun⸗ den, welche an dem einen Ende weit und an dem andern ganz eng ſind. Da die Männer ſie gefliſſentlich anhetzen, ſo heu⸗ len ſie aus Leibeskräften und ihr Geheul und Bellen klingt durch die ihnen angehängten Inſtrumente ſo laut und ſchau⸗ erlich und erfüllt die Höhle mit einem ſolch' furchtbaren Lärm, daß ſelbſt mir die Haare zu Berge ſtehen, obſchon ich die Urſache dieſes Tumultes kenne. Der Ziegenbock, den ich eigens hierzu abgerichtet habe, ſpielt ſeine Rolle ſo gut, raſſelt mit ſeinen Ketten, ſchwenkt den gehörnten Kopf und gebehrdet ſich ſo wild, daß ihn Jedermann in vollem Ernſte für den Teufel hält. Meine ſechs Männer, denen ich ebenfalls ihre Rollen gut eingelernt habe, ſind gleichfalls mit rothbemalten Ketten beladen und wie Furien angeputzt und thun das Ihrige, um die Gräßlichkeit des Auftritts zu verſtärken. Es iſt kein Licht in der Höhle als die paar Pechkränze und die Flammen, die ſie hie und da mit gepulvertem Harze machen.

Zwei von ihnen kommen nun, nachdem ſie ihre Teu⸗ felsrollen ganz vollendet gut geſpielt haben, herbei und bear⸗ ten meinen armen neugierigen Gimpel mit langen ſandgefüll⸗ ten Säckchen, mit denen ſie ihn ſo derb über den ganzen Rücken zerbläuen, daß ich endlich genöthigt bin, ihn halbtodt wieder aus der Höhle hinauszuſchleppen. Iſt er dann wie⸗ der einigermaßen zu ſich gekommen, ſo ſage ich ihm, es ſei eine höchſt gefährliche Sache, den Teufel ſehen zu wollen, und bitte ihn, doch ja künftighin nichts Derartiges mehr zu begehren. Und ich kann verſichern, daß Jedem die Luſt dazu vergeht, nachdem er einmal ſo doppelt kläglich zerſchla⸗ gen worden iſt.

Ein Jahr nachdem der böſe Feind ſich angeblich ſelbſt den Hexenmeiſter Cäſar aus der Baſtille und Ruggieri aus deſſen Wohnung geholt hatte, bekam die Baſtille einen andern Arreſtanten und zwar einen von ſehr hohem Range, nämlich den Prinzen Heinrich von Condé, den zweiten dieſes Namens und den Vater desgroßen Condé, des berühmten Feld⸗ herrn. Heinrich von Condé war im Jahr 1588 geboren und bis zur Geburt eines Dauphins präſumtiver Thronerbe von Frankreich geweſen. Er war ein Mann von Bildung und feiner Erziehung, angenehm und unterhaltend im Um⸗ gang, beredt in der Converſation, ſprach mehrere Sprachen und war in der Literatur und Wiſſenſchaft beſſer bewandert, als die Mehrzahl ſeiner Zeitgenoſſen von vornehmer Geburt. Dagegen war er von Geſtalt unſcheinbar und von Geſicht beinahe häßlich. Letzterer Umſtand hatte wahrſcheinlich Heinrich IV. veranlaßt, ihn mit Henriette von Montmorency, der ſchönſten und reichſten Dame jener Zeit, zu verheirathen, in welche der ſchon mehr als fünfzigjährige König ſterblich verliebt war. Henriette hatte ihre Neigung auf den hübſchen, tapfern und liebenswürdigen Baſſompierre geworfen, der na⸗ türlich dem gealterten König den Rang abgelaufen haben würde; Heinrich IV. mochte es daher eher für möglich halten, ſie zu verführen, wenn ſie an den häßlichen Condé verhei⸗ rathet ſei. Allein hierin irrte er ſich gewaltig: er hatte da⸗ rauf gerechnet, daß der Prinz von Condé,dem die Jagd tauſendmal lieber war als alle Weiber, ſeiner Frau ziemlich gleichgültig bleiben würde, allein Condé liebte ſeine Frau, ward von ihr wieder geliebt und hatte gar keine Luſt, ſich Hörner aufſetzen zu laſſen, nicht einmal von einem König, der ſein Oheim war. Heinrich hatte zwar ſeinem Neffen

Feuern zeige ich nun meinem Gefährten einen ungeheuren

vor deſſen Hochzeit mit Henriette das Wort gegeben, daß er