232 Novellen
Dann kann von Frieden keine Rede ſein; Das Wort der Heuchler drückt wie Centnerſtein Und brennt im Herzen mehr als Höllenpein.
Wohlan! zertritt ihr hinterliſt'ges Streben, Zerreiße kühn die Netze, die ſie weben, Bekämpf' die Lügenbrut auf Tod und Leben.
Der Treuloſen.
Neckiſch hüpfſt du dahin, tändelſt mit Lieb und Treu, Zaubriſch lächelt dein Blick, flattert ſo ſanft und ſüß Deiner ſchmeichelnden Stimme. Tonfall koſend von Freund zu Freund.
Einſt auch ſenkteſt du mir Wonnegefühl in's Herz, Fachteſt eifrig die Gluth, kühlteſt ſie dann am Schnee Deines blendenden Buſens, Daß hell lodert der Herzensbrand.
Wehe, traf mich der Strahl tropiſcher Sonnengluth? Oder knickte der Hauch eiſiger Frühlingsnacht Meine knospende Liebe, Daß ſie traurig das Haupt hinſenkt?
Thörin, flattre nur fort. Glaub mir, es kommt der Tag,
Wo der roſige Schmelz heiterer Jugend, wo Frühlings⸗Bluͤthe vergehen Muß vor eiſigem Winterſturm.
Literariſche Briefe von Otto Banck.
Margarethe Fuller⸗Oſſoli. Ein amerika⸗
niſches Frauenbild von Erneſtine Caſtell. (Schluß.)
In einem Briefe an einen andern Freund ſchreibt
die Fuller über die George Sand ſehr feſſelnd:
Zeitung.
Bedeutung wegen ganz den Rang eines Mannes ein. Ihre Tochter hat ſie eben verheirathet, auch ihr Sohn iſt ein erwachſener junger Mann, ein Künſtler, wie wie man ſagt. Viele Frauen machen ſich eine Ehre daraus, ſie zu beſuchen; ſelbſt eine Amerikanerin, die von den Anſichten unſeres Landes über ſolche Dinge nicht frei iſt, behandelt ſie mit hoher Achtung. Mit Lamennais, deſſen Schülerin ſie einſt war, hat ſie gebrochen.
Ich bemerkte gegen Dr. Frangois, der ihr ſehr nahe ſteht und ſie ſehr bewundert, daß ihre Gewohnheit, die Freunde zu wechſeln, kein gutes Zeugniß für ſie ablege. Er ſagte, ihre alten Freunde machten eine Ausnahme; ſo erbaue ſie ſich z. B. jetzt ein Schloß in der Gegend, in welcher ſie ihre Kindheit verlebt habe, und die dort wohnenden Leute liebten und ehrten ſie mit eben ſolcher Wärme, als ſie es je gethan hätten. Sie iſt jetzt gerade dort und wird, wie ich zu fürchten beginne, am Ende nicht nach Paris kommen, ehe ich abreiſen muß. Seit ich hier bin, habe ich zwei reizende Geſchichten geleſen, die ſie neuerdings geſchrieben hat. Eine andere und längere hat ſie eben für fünf⸗ zehntauſend Franes an die ⸗Preſſes verkauft. Sie bekommt nicht ganz ſo viel für ihre Schriften als Balzac, Dumas oder Sue. Wohl hat ſie einen viel grö— ßern Einfluß als dieſe, aber eine geringere Circulation.
Sie ſoll nur deshalb auf ihrem Schloſſe verweilen, weil die armen Leute dort ſo viel in dieſem Winter leiden und ſie ihnen helfen will. Sie hat zwanzig⸗ tauſend Francs zu ihrer Unterſtützung unterzeichnet, und das iſt viel, wenn es mit der Feder gewonnen wird, da eine Novelle von mehreren Bänden, wie ich ſchon ſagte, nur 15,000 Franes einbringt.
Sie kam endlich doch noch nach Paris, und ich ſuchte ſie in ihrem Hauſe auf. Ich fand ein ſchönes Logis. Meinen Brief, den ich ungefähr vor einer Woche geſchrieben, hatte ſie nicht beantwortet; ich war daher im Zweifel, ob ſie mich empfangen würde. Theils
„Sie wünſchten von George Sand, oder wie man in Paris ſagt, von Madame Sand zu hören. Ich finde, daß Alles, was wir von ihr gehört haben, dem Umriß nach richtig, und nicht, wie ich geglaubt habe, übertrieben iſt. Sie hatte alle Urſache, ihren Gatten zu verlaſſen, einen rohen, dummen Menſchen, der ſie und ihr Verhältniß in jeder Weiſe beleidigte und
vernachläſſigte. Später gab er ihr für eine Summe abzugeben; Aber die Neigung, um deren man ſie bringt,
Geld ihr Kind zurück. willen ſie ihn verließ, war auch von keiner Dauer. Sie ſoll eine Reihe von Liebhabern gehabt haben und mit ihrem gegenwärtigen auf dem Fuße unab⸗
iſt ſie zu ſehr beſchäftigt, theils aber auch durch zu⸗ dringliche Neugierde zu ſehr geplagt, als daß ſie Fremden leicht zugänglich ſein könnte. Zwar bin ich gar nicht blöde, aber ich habe in Frankreich zum erſten Mal einige Qualen der mauvaise honte kennen gelernt, genug, um zu wiſſen, was ſie für Viele ſein müſſen.
Es iſt Gebrauch, die Empfehlungsbriefe in Perſon man weiß daher nie, ob Diejenigen, denen den Beſuch gern ſehen. Ueberdem wurde mein Name von der anmeldenden Dienerſchaft regelrecht gemordet. Ich ſpreche ſchlecht Franzöſiſch, und nur in letzter Zeit iſt es mir gelungen, in eine
hängiger Freundſchaft und gemeinſchaftlicher Mittel Unterhaltung, die ich in dieſer Sprache führe, Etwas
leben. In der Geſellſchaft nimmt ſie ihrer geiſtigen von meiner
natürlichen Lebhaftigkeit zu übertragen.
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wohlgebilde Seide und ihr ſchönes ſchmack ge ung in eir bildete ein carifirten geht. Jh ahnlich, und Auger männlich, ſtarke Leid plump. ganzen K geboren iſt. Ich aber mei von Güt gebreitet ſchöne I. unſere I und reic mit ihr einen Au macht me ſagte e mich in Charat gut, ſe ſo deu Auge f Brief
Di ſpräch,


