Jahrgang 
01-26 (1866)
Seite
231
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rina und Chiaja ein unbekannter Name. Vielleicht ein Grieche!

Ben chè tutti lo dicano, antwortete die Dame, io pero non lo credo! Und wenn ſie es Alle ſagen, ſo glaube ich es doch nicht. Ich ſelbſt habe ihn hier auf dieſer Stelle geſehen und geſprochen.

Vom Rande eines halb im Waſeer ſtehenden Kahnes erhob ſich ein junger Fiſcher und kam lang⸗ ſam an das Fuhrwerk heran. Er grüßte Lady Ha⸗ milton ſchon von weitem, indeß er die Hand auf ſeine Augen und dann auf ſeinen Mund drückte..

Sehen Sie doch, ſehen Sie! ſagte Lady Ha⸗ milton begeiſtert.Dieſe edle Nachläſſigkeit, welche augenſcheinlich aus dem Vorhandenſein der höchſten Schnellkraft der Muskeln entſpringt! Dieſe durchaus unplaſtiſche Mütze verbirgt leider eine große Partie der wundervollen Stirn, die förmlich Licht über das ganze Antlitz auszugießen ſcheint. Ich verſichere, daß ich die beſten antiken Sculpturen gemeſſen und ſtudirt habe, kann aber geſtehen, daß die edelſte Bildung der Extremitäten bei einem jugendlichen Bacchus, The⸗ ſeus, Apollon oder Adonis die Schönheit der Glieder dieſes Fiſchers nicht erreicht. So wie dieſer junge Mann ſteht, iſt eine plaſtiſche Attitude gegeben, welche unmöglich vollendeter ſein kann. Er wird bewundert werden, wenn er neben mir erſcheint; aber Niemand wird ihn mehr bewundern als ich, weil Niemand leb⸗ hafter die plaſtiſche Schönheit der Antike, welche auch einſt Leben war, empfindet, als ich!

Lady Hamilton's Augen glänzten begeiſterungs⸗ voll; ſie war ſo ſehr mit ihren äſthetiſchen Empfin⸗ dungen beſchäftigt, daß ſie auf die Veränderung, welche mit der Marcheſa di Policaſtro inzwiſchen vorgegangen war, gar nicht geachtet hatte.

Die ſchöne Marcheſa ſaß da mit gefalteten Hän⸗ den, mit weit geöffneten Angen und hoch erhobenem Kopfe. Ihr Geſicht war erdfahl geworden und ihre Mienen gaben einen überwältigenden Schrecken kund.

Mio caro! rief Lady Hamilton.Komm näher an den Wagen.

Sie erhob die feine, fleiſchige Hand und zeigte zwiſchen Daumen und Zeigefinger ein neues Goldſtück.

Cola Minari, denn er war es, hielt ſeine Augen feſt auf die Marcheſa di Policaſtro gerichtet und war einige Zeit unbeweglich ſtehen geblieben. Dann zog er die Mütze tiefer in die Stirn, nahm eine lächelnde Miene an und trat dicht an den Wagenſchlag heran.

Eccellenza befehlen?

Ich wollte Dir nur wiederholen, daß Du morgen früh mit Sonnenaufgang Dich vor dem Palaſt der

Vierte

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finden ſollſt. Der Portier wird Dich ſofort einlaſſen. Für heute Abend beweiſe Dir dieſes Goldſtück, daß Du für einige Zeit Modellſtehen gut bezahlt werden wirſt.

Cola ſtreckte die Hand nach dem Golde aus und dankte verbindlichſt..

Und nun nimm einen Augenblick die häßliche Mütze vom Kopfe.

Cola gehorchte.

Ah, das giebt dem Geſichte erſt ſeine geiſtige Bedeutung, bemerkte die Dame, indeß der Wagen weiter rollte.Haben Sie den Burſchen genauer angeblickt, Marcheſa? Sollte man nicht zu der Ueber⸗ zeugung kommen, daß die Schönheit ungebildeten Menſchen einen Ausdruck geiſtiger Bedeutſamkeit zu verleihen vermag, welcher bei Gebildeten die Folge langer geiſtiger Anſtrengungen und das Zeichen des Beſitzes wiſſenſchaftlicher Schätze iſt? Aber Sie hören ja gar nicht auf mich, Liebe! Natürlich ein Fiſcher auf der Marina iſt eben ein Fiſcher auf der Marina, und ein Tonno(Thunfiſch) ſieht aus wie der andere, wenn von der Größe abgeſehen wird.

Lady Hamilton lehnte ſich in die Wagenecke zu rück und ſchwieg von nun an unverbrüchlich. Kurz vor dem Geſandtſchaftshotel ſagte ſie aber:

Theure Marcheſa! Ich hegte vorhin Zweifel, ob Ihr Ercole Carracciuoli, wenn er verliebt genug iſt, um dem Tode zu trotzen und ſich hierher zu wagen, von hier durch die Furcht vor Gefahr wieder vertrieben werden könne. Ich bin inzwiſchen anderer Meinung geworden, Liebe! Geben Sie ſich ihm ſo thränenſatt und geiſtesleer, wie Sie ſeit einer Viertel⸗ ſtunde erſchienen ſind, und ich halte meine Wette, daß Ercole wie durch Zauber verſcheucht ſein wird. Addio! Groom, fahre zum Palaſte di Policaſtro.

Lady Hamilton ſtieg aus und Giulietta, beide Hände flehend erhebend, rollte fort.

(Fortſetzung folgt.)

Gedichte von Adolf Zehliche.

Den Verleumdern.

Wenn wild das Auge zuckt, die Ader ſchwillt, Wenn Schlag auf Schlag wie dichte Hagelſchloßen Die grimmen Worte ſind hervorgeſchoſſen:

Dann iſt der Haß gekühlt, der Kampf geſtillt. Doch wenn Verleumdung aus dem Boden quillt,

Der Natter gleich umringelnd den Genoſſen, Und hinterrücks mit tückiſchen Geſchoſſen

engliſchen Geſandtſchaft, auf der Toledoſtraße, ein

Ins Mark ihn trifft und heimlich ihn beſchilt: