Jahrgang 
01-26 (1866)
Seite
227
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von Ihnen

Padrone,

Dierte Solge.

eine ſehr gute Meinung. Setzen Sie Ihre Mütze auf.

Eccellenza werden ſich in die Kajüte zu bege⸗ ben wünſchen?

Ja nein! Mir ganz einerlei.

Der Padrone ging voran und führte den Frem⸗ den in ein etwa ſechs Quadratfuß haltendes Gemach, das etwa fünf Fuß hoch war, weshalb es die Eingetrete⸗ nen geboten fanden, ſich niederzuſetzen.

Der Padrone betrachtete den Fremden mit echt neapolitaniſcher Neugier. Dieſer ſchien ermüdet und lehnte den Kopf auf die Hand. Signor Lucanto machte die Bemerkung, daß der Gaſt etwa zweiund⸗ zwanzig Jahre alt und von kräftiger, gedrungener Statur ſei. Ueber der Stirn war das Haar kurz ge⸗ inten im Nacken aber ringelten ſich dichte, ſchwarzbraune Locken. Der Fremde war blaß; ſeine Ben Augen blickten ſtarr; ein ſeltſames Gemiſch Trauer und Entſchloſſenheit lag auf ſeinen Zügen

1 4₰ ünſchen Eccellenza zu eſſen oder zu trinken? n; aber ich will meinen Anzug wechſeln, Antwort. Fremde trug einen modiſchen, franzöſiſchen breiten Schößen; eine Weſte à la Mame- lucque, weiße Beinkleider und Stiefel bis zum Knie here ufz ein ungeheures ſchwarzes Halstuch und einen flatteruden Jabot. Der Padrone ging nach einem kleinen Koffer in gcke der Kajüte. Hier befinden ſich meine beſten Kleider, ſagte Lucanto.Sie werden ſchönere nirgend in Neapel kaufen können. 7

Möglich! Die Sachen werden mir jedoch nichts nützen. Geben Sie mir eine Hoſe von Segeltuch, ein rothes Hemde, eine rothe Mütze und eine Jacke zerriſſen oder nicht und ich werde Sie gut bezahlen.

Lucanto's Augen funkelten förmlich.

Eccellenza haben den Einfall, ſich als oder Lazzarone zu coſtumiren! ſagte er. meiner Burſchen ſoll ſeine Galakleider bringen...

Fiſcher Einer

1

Nichts weniger, Padrone! Ich wünſche ganz

beſonders, daß die Kleider abgetragen ſein mögen... O, an ſolchen Dingen iſt kein Mangel,

brummte Lucanto enttäuſcht und holte das Geforderte

herbei.

Nach einigen Minuten war der Fremde mit ſeiner Capitain in die

Verwandlung fertig und rief den Kajüte.

rina? ſagte der Fremde. Zu dienen, Eccellenza!

Ihr kommt von Neapel, von der Ma⸗

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Gebt mir kurz Nachricht von dem Stande der Dinge in der Hauptſtadt.

Signore... Entſchuldigung, mit welchem Na⸗ men habe ich Sie anzureden?

Minari, Cola Minari, antwortete der Fremde ohne Zögern. 8

Signore Minari, es wäre ſehr ſchwer, Ihnen ein deutliches Bild von den Zuſtänden in Neapel zu machen. Die königlich Geſinnten, Cardinal Ruffo und die Königin an der Spitze, wüthen in einer ganz unſäglichen Weiſe gegen die ſogenannten Partheno⸗ päer, die Freunde der Franzoſen. Seit Suworoff's Siege in Neapel bekannt wurden, ſeit die Franzoſen Hals über Kopf aus Neapel abmarſchirten und ihre Anhänger wehrlos der Rache der Royaliſten überließen, iſt Neapel in ein förmliches Schlachthaus verwandelt. Es heißt wenig angeſchlagen, wenn die Zahl der regelrecht Hingerichteten auf fünftauſend Menſchen Männer und Frauen beſtimmt wird. In den Caſtellen ſteckt noch eine Maſſe von etwa fünfzehn⸗ tauſend Seelen lauter Parthenopäer, welcher über kurz oder lang capituliren oder ſich auf Gnade und Ungnade ergeben müſſen. Wehe ihnen Allen, wenn ſie der Camarilla trauen!

Der Fremde winkte mit der Hand.

Ich weiß wohl! Beantworten Sie mir einige Fragen, ich werde wahrſcheinlich ſchneller zum Ziele kommen. Haben die Franceschini, die Franzoſenfreunde, ſeit etwa vierzehn Tagen keinen bewaffneten Aufſtand verſucht?

O ja! Am Meere, auf der Marina hatten ſich etwa tauſend Mann, meiſt mit Piſtolen und Dolchen Bewaffnete geſammelt, und die Verräther, die Un⸗ chriſten, wie ſie genannt werden, welche San Elmo beſetzt halten, feuerten auf die-chriſtlichen⸗ Lazzarone⸗ Colonnen Ruffo's, die heranrückten, um die Aufſtän⸗ diſchen zu vertreiben. Ohne das ſcharfe Feuer der engliſchen Kriegsſchiffe im Hafen, durch welches Freund und Feind niedergeſchmettert wurde, hätte ſich das Blatt ſehr zum Schrecken der Royaliſten wenden können. 1G

Wie viel engliſche Schiffe ankern vor der Stadt? fragte Minari überraſcht.

Sechszehn Segel.

Dann iſt auch Nelſon dort!

Freilich! Er gab noch geſtern Abend der von üin angebeteten Lady Hamilton, der Gemahlin des engliſchen Geſandten, auf ſeinem Admiralſchiffe einen prachtvollen Ball, bei welchem der ganze Hof, voran die Königin mit dem Miniſter Acton, ſich betheiligte. VMan vermuthet nicht, wann Nelſon abſegeln wird...-