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„Nun, will Er mir antworten? Wird Er bauen?“
fragte der König in jener heftigen und ungeduldigen Weiſe, die ſelbſt bei der geringſten Veranlaſſung bei ihm hervortrat.
„Ich erbitte mir dies ſogar als eine Gnade von Euer Majeſtät,“ erwiderte raſch Herr von Kalkſtein mit einer tiefen Verbeugung,„und ich werde mich dabei ganz dem Willen und dem Befehl meines groß⸗ mächtigen Königs fügen.“
„Gut,“ ſagte Friedrich Wilhelm,„werde Ihm einen Bauplatz anweiſen laſſen; will Ihm auch einen Theil des Bauholzes ſchenken, muß mir dafür aber auch was Schönes hinſtellen, wenn Er ſich bei mir weiter inſinuiren will. Und nun reiſe Er mit Gott; Er iſt in Gnaden entlaſſen!“
Der Junker entfernte ſich und eine Stunde dar⸗ auf befand er ſich ſchon auf dem Wege nach dem Schloſſe Weißig.
Aber die Kunde von ſeiner bevorſtehenden An⸗
Novellen⸗Feitung.
fortwährend der Gunſt des Königs und wurde von dieſem zu verſchiedenen Malen zur Ordnung wichtiger Angelegenheiten verwendet, wozu ihn ſeine Fähigkeiten beſonders geſchickt machten, denn er hatte in Halle Jura ſtudirt..
Der Oberſt von Flemming mußte kurz nach den hier geſchilderten Ereigniſſen auf Befehl des Kurfürſten von Sachſen die Waffen ſtrecken und ſeine Compagnie auflöſen.
Sein Streit mit der ⸗Herzogin von Sachſen⸗Wei⸗ ßenfels⸗Dahme, ſo wie der letzte Ueberfall auf preußi⸗ ſchem Gebiet, hatte am meiſten zu dieſer Maßregel beigetragen.
Unſer alter Bekannter, Lieutenant Hähnchen, ſollte auf beſondere Verwendung des Feldmarſchall von Flemming einen Ruhepoſten auf der Feſte König⸗ ſtein erhalten, allein er zog es vor, in der Nähe des Oberſt zu bleiben, an deſſen Seite er eine Reihe ruhmreicher Feldzüge mitgemacht hatte. Noch viele Jahre hindurch beſuchte er jeden Abend das Wirths⸗
kunft war ihm ſchon vorausgeeilt, denn der Feldmar⸗ ſchall von Flemming hatte noch an demſelben Abend, wo es ihm gelang den König in ſo erfreulicher Weiſe umzuſtimmen, eine Eſtafette an ſeinen Vetter, den Oberſt, abgeſchickt, durch welche dieſer von dem günſtigen Stande der Dinge unterrichtet wurde. Auch den Fürſten von Anhalt⸗Deſſau hatte der Letztere, der ein alter vertrauter Kriegsgefährte von
ihm geweſen war, zu bewegen gewußt, ſich des Junkers mit Eifer anzunehmen, und dies war bei der Gunſt, in welcher der Fürſt bei Friedrich Wilhelm ſtand,
eine Hülfe von Erheblichkeit. Als ſich Herr von Kalkſtein dem Schloſſe näherte
bemerkte er, daß der Oberſt diesmal ſelbſt an der Spitze ſeiner improviſirten Truppen ſtand, dicht hinter
haus zum tapferen Grenadiers, angeſtaunt von Peter Simpel, der mit der Zeit in dem kleinen Valentin eine kräftige Stütze fand, und in ewigem Kriege mit dem ſtreitſüchtigen Krämer Lämmlein, der aber in der Regel durch die Bemühungen des Magiſter Siebenbein mit einem Waffenſtillſtand auf unbeſtimmte Zeit en⸗
digte.
Der alte Wanderburſch.
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Alfred Waldau.
Aus dem Böhmiſchen des Friedrich Peska überſetzt von
ihm aber der Lieutenant Hähnchen, mit einem nagel⸗ neuen Treſſenhut auf dem Kopfe und die Augenbrauen noch einmal ſo ſtark wie ſonſt gefärbt. Als er ſich der Zugbrücke näherte, empfing ihn ein donnerndes Hurrah und die kleine Arme des Oberſt präſentirte das Gewehr.
Aber der Junker, obgleich tief gerührt von dieſem herzlichen Empfange, hatte nur Augen für eine lieb⸗ liche Frauengeſtalt, welche ihn am Portal des Schloſſes, an der Seite der Frau von Flemming erwartete und die, als er ihr gegenüber ſtand, von ihren Gefühlen überwältigt, lautſchluchzend, aber doch mit einem ſeligen Lächeln in ſeine ausgebreiteten Arme ſank.
Von fernher kommt bei Morgenhelle
Zur Mühl' ein alter Mühlgeſelle,
Hält draußen auf der Moosbank Raſt— Tieftraurig ſinnt der fremde Gaſt.
„So iſt die Zeit ſchon heimgegangen, Wo hell des Lebens Roſen prangen, Wo in des Herzens Mühl' ſich dreht Das Rad des Frohſinns früh und ſpät!
Nun wird ſich bald die Mühle ſchließen, Das Waſſer will ja nimmer fließen;
Die Räder geh'n zum letzten Mal, 4 Das alte Haupt wird kalt und fahl!
Herr Vater, hoͤrt mein letztes Flehen, Ich muß aus dieſer Welt ja gehen: Beſtellt mir eine Todtentruh'
Und bettet mich zur Grabesruh'!
Was ſollen wir nun noch weiter hinzufügen? Emilie und der Junker wurden bald darauf ein glück⸗ liches Paar, und das neue Haus zu Berlin war auch zum Herbſt fertig. Herr von Kalkſtein erfreute ſich
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