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mal zum Vor⸗ jeines Zornes ſprang er auf, enden ſchweren geſtuͤm auf den
er ſic gegen derr von Kalk⸗ weine Ordres tnicht bekannt, mnem Schwager, dd weicht? Wie ehle es Ihm!“ von Kalkſtein derte der Ge⸗ demſelden zu ſten Weiſe mit gemacht, es iſt veiſe des Herrn egen Euer Ma⸗
thend auf den alſo noch nicht ort, wir werden geigen, daß wir ich den Befehl n vor mir zu un nicht voll⸗
haben,“ ſagte deres vor ihm czeitig lief vor weiten Berich, triff, den zorn
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11ℳ eben.
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Vierte
ling den Bericht aus der Hand und überflog denſelben, indem er dabei zu verſchiedenen Malen das Papier ungeſtüm zuſammenknitterte und wüthend mit dem Fuße ſtampfte.
„Was?“ rief er endlich in abgebrochenen Sätzen, indem er, vor Zorn außer ſich, das Schreiben zu Boden warf,„was, offene Auflehnung gegen Unſere Autorität!. Sechs einen halben Schuh!.. Mit bewaffneter Hand befreit, wie der Lieutenant von Pirch berichtet... Sechs einen halben Schuh!... Einer der ſchönſten slangen Kerle⸗— wäre mir auf tauſend Thaler nicht angekommen... Ho! ho! man ſieht wohl, daß der Junker nicht weiß, daß auf dem Gensdarmenmarkt der Galgen ſteht, ſonſt würde er ſich doch wohl überlegt haben, was es heißt, die Finger nach meinem Eigenthum auszuſtrecken!... Sechs und einen halben Schuh!... Hätte mich's tauſend Thaler koſten laſſen!“ 6
„Und was befehlen Euer Majeſtät, daß in dieſer Sache geſchehen ſoll?“ fragte Grumbkow mit einem lauernden Blick.
„Potz Welt! Kann Er noch fragen?“ ſagte der König, abermals mit dem Fuße ſtampfend.„Sollen wir Uns von dieſen Junkern in Unſerer Autorität zu
nahe treten laſſen?— He, Boden,“ rief er, ſich zu
dem Cabinetsrath wendend,„fertige Er unverzüglich den Befehl aus, dieſen Herrn von Kalkſtein ſofort zu verhaften und nach Spandau abzuführen. Ha, ich ſta⸗ bilire die Souverainetät wie ein Rocher von Bronze, und werde ſie mit eiſerner Fauſt aufrecht zu erhalten wiſſen!“
„Euer Majeſtät ſind zu jeder Zeit ein ſtarker und gerechter Herr geweſen,“ ſagte der geſchmeidige Grumb⸗ kow, ſich verneigend.
In dieſem Augenblick wirbelten die Trommeln unter den Fenſtern des Schloſſes und verſchiedene Bataillone rückten mit jener Gleichmäßigkeit und Ord⸗ nung, wodurch ſich ſchon damals das preußiſche Mi⸗ litär ſo vortheilhaft auszeichnete, in den Schloßgarten, um ſich dort in Parade aufzuſtellen.
Sogleich heiterte ſich der Blick des Königs auf und man ſah es ihm deutlich an, wie durch den Klang der kriegeriſchen Muſik ſein Herz fortgeriſſen wurde.
„Er kann gehen, Boden,“ ſagte der König, indem er zugleich mit ſeiner ſtarken Stimme nach ſeinem Kammerdiener Eversmann rief und dabei in lebhafter Unruhe murmelte;
„Geſchwind, geſchwind, denn meine ⸗blauen Kin⸗ der⸗ ſind nicht gewohnt auf mich zu warten!“
Nach wenigen Minuten ſtand der Monarch in der Uniform ſeines Leibregiments, die Schärpe um
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Folge. 211 den Leib, den Degen an der Seite und den gewich⸗ tigen Rohrſtock in der Hand, vor ſeinem Günſtling Grumbkow als der geſtrenge Soldatenkönig, wie uns denſelben ſeine Biographen übereinſtimmend geſchil⸗ dert haben.
„Er kann auch gehen, Grumbkow,“ ſagte der König,“ und höre Er, vergeſſe Er mir nicht, meine Ordre in Betreff des Junkers von Kalkſtein ohne Verzug ausführen zu laſſen. Im Uebrigen iſt Er heute mein Gaſt im ⸗König von Portugal⸗. Bringe Er Seckendorf mit, Er weiß, es giebt Grünkohl mit Schinken, und Nicolai hat mir gemeldet, daß er eine neue Sendung Ungarwein erhalten.“
Mit dieſen Worten verließ der König ſein Ar⸗ beitszimmer und begab ſich, von mehreren Adjutanten gefolgt, die im Vorzimmer harrten, zur Muſterung ſeiner«lieben blauen Kinder» nach dem Luſtgarten; der Herr von Grumbkow aber eilte perſönlich nach der Wache am Kottbuſſer Thor, denn er hatte bereits durch ſeine Kundſchafter Nachricht erhalten, daß Herr von Kalkſtein nach Berlin unterweges ſei, und man konnte daher deſſen Eintreffen jeden Augenblick er⸗ warten.
Nachdem er dem wachthabenden Officier den Haftbefehl übergeben und denſelben noch beſonders inſtruirt hatte, eilte er zu dem öſterreichiſchen Ge⸗ ſandten, Herrn von Seckendorf, mit welchem er be⸗ kanntlich zum Nachtheil der Intereſſen des Königs und des Staates auf einem mehr als vertrauten Fuße ſtand.——
Einige Stunden ſpäter rollte ein verſchloſſener Wagen, in welchem ſich ein junger Cavalier mit einem Unterofficier und zwei Mann Bedeckung befand, Char⸗ lottenburg hinter ſich laſſend, auf der Straße nach Spandau fort. Auch dieſes Städtchen paſſirte das Fuhrwerk, hielt aber etwa fünf Minuten vor dem Berliner Thor vor einer Zugbrücke, welche den Ueber⸗ gang über einen breiten Waſſergraben bildete, hinter welchem die regelmäßigen Außenwerke einer Citadelle ſichtbar wurden. Nachdem die Ankömmlinge von dem Poſten der Wache gemeldet worden waren und der den Wagen begleitende Unterofficier ſeine Papiere abgegeben hatte, wurde ihm die Einfahrt geſtattet, und einige Augenblicke darauf hielten ſie in der Mitte eines großen viereckigen, von Gebäuden eingeſchloſ⸗ ſenen Hofes.
Der Gefangene, welcher kein Anderer als Herr von Kalkſtein war, wurde aufgefordert auszuſteigen, und befand ſich, als er den Wagen verlaſſen hatte, einem alten Officier mit harten ſtrengen Geſichtszügen gegenüber. 4
Dies war der Commandant der Spandauer Ci⸗


