Jahrgang 
01-26 (1866)
Seite
205
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geflügelter Rede alſo erwidern:Ew. Majeſtät haben ſehr Unrecht, Solches hier auszuſprechen, und zwar über ein ſo großes, treues, tapferes Volk, welchem anzugehören Sie das Glück haben. Sie hätten ſagen ſollen, nicht des deutſchen Volkes ſchäme ich mich, ſondern meiner Brüder, Vettern und Genoſſen, der deutſchen Fürſten. Ich habe die Zeit durchlebt, ich lebte in den Jahren 1791 bis 1794 am Rhein; nicht das Volk hatte Schuld, man wußte es nicht zu gebrauchen. Hät⸗ ten die deutſchen Könige und Fürſten ihre Schuldigkeit gethan, nimmer wäre ein Franzoſe über die Elbe, Oder und Weichſel, geſchweige über den Dnieſter gekommen. Und die Kaiſe⸗ rin hatte die Rede aufgenommen, wie ſie nicht anders konnte, und mit aller Faſſung gedankt:Sie mögen vielleicht Recht haben, Herr Baron, ich danke Ihnen für die Lection.

Stein war bei Gelegenheit ein tüchtiger Treppenher⸗ unterwerfer. Eines Tages im Jahre 1805, als er Finanz⸗ miniſter war, hatte, er einen Oberſteuereinnehmer, Baron v. G., wegen Steuerbetrugs in's Gefängniß befördert. Die⸗ ſer hatte die Wege gefunden, herauszukommen, und ſich ihm mit den Worten vorgeſtellt:Ich wollte mir die Freiheit nehmen, mich Ew. Excellenz zu zeigen; Se. Majeſtät der König haben die Gnade gehabt, mich wieder zu habilitiren. Und Stein:Geh Er, beſchmutze er mir nicht die Augen. Gott hat dem König die Macht der Begnadigung gegeben, aber kein König kann aus einem Schurken einen ehrlichen Mann machen. Und Stein nahm den Stock und rief: Fort, die Treppe wieder hinunter! Ich will Ihm zeigen .... Und Jener wartete nicht, ſondern geſchwindeſt aus der Stube weiter.

Stein iſt gegen mich wie gegen Andere zuweilen heftig geweſen, wiewohl ich von Natur und Gottes Gnaden auch trotzig genug geboren war, als daß ich mich leicht hätte ver⸗ blüffen laſſen. Nur ein einziges Mal es war in Reichen⸗ bach erfuhr ich auch eine Probe von Stein's Grobheit. Ich kam eines Morgens früh um ſechs Uhr er ſtand ſehr früh auf mit einem Papier in der Hand, fand ſeinen Wagen mit zwei Pferden und einem Poſtillon vor dem Thor halten und ging ohne Umſtände wie gewöhnlich die Treppe hinauf und reichte ihm das Papier. Und da:Was kommen Sie mich ſo früh ſtören? Ich habe keine Zeit, gehen Sie, der Quark kann warten. Und ich ging, antwortend:Ew. Excellenz hatten den Quark geſchwind fertig befohlen. Sie ſprachen: machen Sie geſchwind! geſchwind! So ging ich die Treppe hinunter; Niebuhr, den ich bei ihm fand, folgte mir ſogleich mit rotheſten Wangen, mich mit den Worten tröſtend:Er iſt auch gegen mich grob geweſen.

Stein aber war den Morgen nach Gitſchin gefahren. Als ich ihn nach einigen Tagen wieder ſah, verlangte er jenen Quark, mit welchem er mich etwas ſchnöde abgewieſen hatte, ſprechend:Sie kennen mich, ich war vorgeſtern von Podagra und von dem Uebel geplagt, woran wir Alle jetzt leiden. Ich ſollte Kaiſer und Könige, und Hardenberg und Metternich ſehen. Dabei ſtrich er mir freundlich über die Wangen. Das war ſo ſeine Art Liebkoſung; wenn die allerfreundlichſte Freundlichkeit aus ſeinem Herzen quoll, küßte er einen, den Kopf herüberholend, auf die Stirn. 6.

Ein Mißverſtändniß.

Kürzlich erzählte das Memorial de la Loire, ein bra⸗ ver Gendarm habe die Anfrage der Behörde, wieviel Cretins im Orte ſeien, dahin beantwortet, der Ort ſei von lauter Crétins bewohnt, weil er das Wort Crétins irrthümlich mit

*

Folge.

Chrétiens verwechſelte und der Ort allerdings nur chriſtliche Einwohner zählte. Ein noch ärgeres Mißverſtändniß ereig⸗ nete ſich vor mehreren Jahren in D.., einer der unwiſſend⸗ ſten und unbekannteſten Gemeinden in Frankreich. Der Maire dieſes Ortes erhielt nämlich von ſeinem Präfecten den Befehl, einen Bericht über die Zahl der Geiſteskranken (aliénés), die in ſeiner Gemeinde ſich fänden, einzureichen.

Der Maire ließ ſofort die Mitglieder des Gemeinde⸗ raths zu einer Sitzung einberufen, dem er den Befehl des Präfecten vorlas und hinzufügte, man müſſe ſich ſo ſchnell wie möglich mit dieſer Angelegenheit befaſſen.

Aber, Herr Maire, ſagte Einer der Gemeinderäthe, darf ich Sie wohl fragen, was ein aliéné iſt? Ich verſtehe das Wort nicht...

Zum Kuckuk! antwortete der Maire,ein aliéné iſt iſt nun, er iſt ein aliéné.

Aber ich begreife es nicht.

Es iſt drollig, entgegnete der Maire,ich ka nen Gedanken nicht recht erklären, indeſſen ſehe ich recht 8⸗ was ein aliéné iſt. Vater Francois, fügte er hinzu, indem er ſich an ſeinen Adjunct wendete,erklären Sie uns das doch.

Aber, Herr Maire, antwortet der Adjunct,es geht mir ebenſo wie Ihnen, ich verſtehe es recht gut, aber ich bin doch nicht im Stande, es zu erklären.

Kurz, der Gemeinderath trennte ſich, ohne daß er hatte entſcheiden können, was ein aliéné ſei, und man verſchob die Erklärung des unbekannten Wortes auf drei Tage.

Als die Mitglieder des Gemeinderaths ſich entfernt hatten, zog der Maire den Adjunct auf die Seite und ſagte zu ihm:

Vater Frangois, man wird uns für Dummköpfe halten, wir müſſen durchaus auffinden, was der Herr Präfect ſagen will.

Können wir uns nicht bei dem Schullehrer Raths er⸗ holen?

Das iſt eine gute Idee, Vater Francois; laſſen Sie uns ſofort zu ihm gehen.

Die beiden Beamten eilten zu dem Schulmeiſter.

Derſelbe gehörte durchaus nicht zu den Gelehrten; man wußte eigentlich gar nicht, weshalb er Lehrer ſei. Der Maire und der Adjunct erklärten ihm ihre Verlegenheit. Indem er ſeine Brille aufſetzte, antwortete er ihnen:

Das iſt ganz einfach; ich werde es Ihnen ſofort er⸗ klären.

Er öffnete ein lateiniſches Wörterbuch, um das unbekannte Wort darin zu ſuchen. Minuten ſagte er:

Das iſt ſeltſam; ich kann das Wort hier nicht finden. Ich glaube aber, es ſei ein lateiniſches. Da es nun auch kein franzöſiſches Wort iſt, ſo mag es vielleicht aus dem Griechiſchen ſtammen, aber davon verſtehe ich nichts.

Was iſt da zu thun? fragte der Maire.

Gehen Sie zu dem Herrn Pfarrer, er verſteht das Griechiſche.

Der Maire ſtand mit dem Geiſtlichen auf einem ſchlech⸗ ten Fuße und deshalb fiel ihm dieſer Schritt ſchwer. Da er

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ihm Nach Verlauf einiger

faßte er ſich Muth, um ſich Herz zu

Unterwegs bemerkten die beiden Beamten einen Reiter. Halt, rief der Maire,da iſt der Sohn des Herrn