Jahrgang 
01-26 (1866)
Seite
206
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206 Novellen⸗Zeitung.

Notars des Cantons, der von der Jagd zurückkommt; vielleicht! Kosmos, dieſes berühmten Werkes Alexander's von Humboldt, kann er uns Aufſchluß über das Wort geben. als Ehrenbezeigung überreicht, und daſſelbe iſt von dem Kaiſer Sie nähern ſich dem Reiter mit einer dreifachen Verbeu⸗ angenommen worden. gung und fragen ihn, was ein aliéné ſei. Bekanntlich hat Alexander von Humboldt einen großen Ein aliéné, meine Freunde, das iſt Jemand, der in Theil ſeines Lebens in der Thätigkeit unaufhörlicher Arbeiten die Meſſe geht, antwortet der Reiter, der ſchnell davon und im beſtändigen Umgang mit den Sommitäten der Wiſſen⸗ reitet, um nicht in ein lautes Gelächter auszubrechen. ſchaft, der Künſte, der Literatur und der politiſchen Welt in Am nächſten Sonntag ſtellen der Maire und ſein Adjunct Paris verlebt. ſich an die beiden Kirchenthüren, um die Gläubigen zu zählen.Die Seele des berühmten Gelehrten gehörte immer Als die Meſſe zu Ende war, ſagte der Maire: Frankreich an, ſagt Buſchmann in den Noten, welche das Wiſſen Sie wohl, Vater Francois, daß wir unter den Mannſcript begleiteten,und aus dieſem Grunde hatte der 300 Einwohnern des Dorfes nur 85 aliénés haben? Das iſt Beſitzer dieſes Schatzes die Idee, denſelben Napoleon III. nicht viel; der Herr Präfect wird damit nicht zufrieden für den Kaiſer und für Frankreich anzubieten. ſein. Der Kaiſer hat gedacht, ein eigenhändiges Manuſcript Was verhindert uns denn alsdann, antwortete der von dieſem Werthe müſſe in den Sammlungen des Staats Adjunct,200 oder ſogar 250 zu ſetzen? niedergelegt werden, und in Folge deſſen hat er dasſelbe der Das iſt wahr; das iſt ein guter Gedanke. kaiſerlichen Bibliothek zum Geſchenk gemacht. Zwei Tage ſpäter fertigte der Maire an den Präfecten Wir bedauern als Deutſche, daß dieſes koſtbare Manu⸗ einen Bericht ab, welcher lautete: ſcript in dieſer Art Deutſchland verloven gegangen iſt, das In Antwort ꝛc. habe ich die Ehre, Ihnen zu melden, ſicher in Berlin, wo der Kosmos geſchrieben wurde, an ſeiner daß die Gemeinde D... 250 Geiſteskranke zählt, den Maire richtigen Stelle geweſen wäre. C. und den Adjunct an ihrer Spitze. C.

Eine Katze als Erbin. Eine der ausgezeichnetſten Virtuoſinnen ihrer Zeit war Fräulein Dupuy von der franzöfiſchen Oper. Ihr Harfen⸗ Großen: Der König pflegte, wenn er nach Schleſien zur ſpiel wurde in Paris bewundert. Sie war aber überzeugt, Revue reiſte, in einem Kloſter(irre ich nicht, war es das von daß ſie ihre muſikaliſche Vollkommenheit ihrer Lieblingskatze Camenz) auszuſpannen und ſich mit dem dortigen Abt, einem verdankte. Ueber dieſe ſeltſame vertraute Freundſchaft feinen Manne, den er perſöhnlich liebte, zu unterhalten. Der zwiſchen einer reizenden Dame und ihrem vierfüßigen Lieb⸗ Abt ſtarb, ſein Nachfolger war ein Mann ohne Bildung. Als er an den Wagen des Königs kam, benahm er ſich ſehr einfältig, doch fragte ihn der König, der ihn einige Mal hart angelaſſen hatte, wahrſcheinlich um das gut zu machen, ob er ſich eine Gunſt für das Kloſter erbitten wolle. Der arme Abt war darauf nicht gefaßt, da fällt ihm in der Verlegenheit ein, daß eben aus dem Chor des Kloſters der Baßſänger ge⸗ ſtorben ſei, daß der Konig viel für italieniſche Sänger thue, und er bittet, ob er ihm nicht einen Baßſänger verſchaffen könne? Der König erwiderte auf dieſe alberne Bitte:Ich werde Euch einen aus Neuſtadt an der Doſſe ſchicken!(Da hatte der König ein Geſtüt von Mauleſeln errichtet.) Der Abt, welcher glaubte, daß in Neuſtadt eine Geſangſchule ſei, er⸗ widerte mit einer tiefen Verbeugung:Majeſtät, das Kloſter wird das mit demüthigſtem Dank erkennen, und er ſoll zur ewigen dankbaren Erinnerung den Namen Fridericus Secun- dus bekommen!

Da wandte ſich der König ſchnell ab, rief dem Kutſcher:

Fahr' zu! und ſagte dann zum Fürſten von Hohenlohe, der neben ihm ſaß:Das hat man von ſolchen mauvaises plaisanteries!

Der Abt hat aber wohl nie erfahren, welchen Bock er geſchoſſen, und hat lange vergeblich auf Pridericus Secundus gehofft, denn auch Friedrich II. ließ ſeitdem nicht wieder in dieſem Kloſter umſpannen. 3 6

Fridericus Serundus. Der Fürſt von Hohenlohe erzählt von Friedrich dem

Angaben mit: Ganz natürlich waren die Uebungen der liebenswürdi⸗

gen Harfenſpielerin zu Hauſe fleißig und anhaltend. Sobald ſie ſich aber niederſetzte und ein Vorſpiel auf ihrem Inſtru⸗ ment begann, bemerkte ſie, daß ihre Katze die Haltung einer geſpannten Aufmerkſamkeit annahm. Sobald Fräulein Dupuy auf ihrer Harfe eine Stelle von ganz beſonderer Schönheit vortrug, gerieth ihre ſchnurrende Zuhörerin in eine Art von Elſtaſe, die je nach dem ausgezeichneten Vortrag und dem Pathos der Compoſition ſo richtig abgemeſſen wurde, daß die Harfenſpielerin im Stande war, nach den von ihrem Liebling an den Tag gelegten Gefühlen die Qualität des Muſikſtücks zu beurtheilen. Sie glaubte feſt, das nervöſe Geſchöpf ſei ein richtiger Prophet, der mit Gewißheit vorher⸗ ſage, welche Muſikſtücke einem Zuhörerkreiſe vorzüglich gefal⸗ len würden. Und ſie bewies ſich gegen die Freundin dank⸗ bar, der ſie ihre muſikaliſchen Erfolge hauptſächlich verdan⸗ ken zu müſſen glaubte. In ihrer letzten Krankheit, als ſie die Annäherung des Todes fühlte, ließ Fräulein Dupuy ihren Notar kommen, um ihren letzten Willen niederzuſchreiben. Sie hatte ſich durch ihr Harfenſpiel ein Vermögen erworben und die erſte Clauſel in ihrem Teſtamente war, daß ſie ihr Haus in der Stadt und ihren Landſitz der Katze vermachte. Gleichzeitig ſetzte ſie ihr aber auch einen hinreichenden Jahr⸗ gehalt aus, welcher ihr und der Perſon, die für ſie ſorgen ſollte, für ihre ganze Lebenszeit eine comfortable Exiſtenz Das Manuſcript des Kosmos von Alexander von ſicherte. Um ſicher zu ſein, daß ihr letzter Wille genau befolgt Humboldt. werde, vermachte ſie Freundinnen verſchiedene Legate unter Eduard Buſchmann, Profeſſor, königlicher Bibliothekar der ausdrücklichen Bedingung, daß ſie über die Erfüllung und Mitglied der Akademie der Wiſſenſchaften in Berlin, der ihrer Wünſche wachen ſollten. Es war auch Bedingung, daß kürzlich zum Officier der Ehrenlegion ernannt worden iſt, ſie wechſelsweiſe während der Woche gehen, nach der ver⸗ hat dem Kaiſer Napoleon III. das Original⸗Manuſeript des waiſten Katze ſehen und ihr Geſellſchaft leiſten ſollten.

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