Jahrgang 
01-26 (1866)
Seite
203
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Vierte Folge.

und ſpäter zu einem Formſchneider in Holz. Jahr ſpäter wurde er dieſer beſchwerlichen Beſchäftigung entzogen und zwar durch die Herren Francis in Liverpool,

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Etwa zwei Lloyd's Rooms in London, die andere für den Friedhof in Liverpool gearbeitet wurde; von der Letztern ſteht ein Abguß in Brenze vor dem Zollhauſe in Liverpool; der Mrs. Murray,

welche das Talent des jungen Menſchen entdeckt hatten, den die 1846 in der Ausſtellung der königlichen Akademie in

Formſchneider für den Reſt von Gibſon's Lehrzeit entſchädig⸗ ten und dem jugendlichen Bildhauer jede Ermuthigung zu Theil werden ließen. Ein Aſſocié der Firma führte ihn bei dem Herrn William Roscoe ein, der ihn oft auf ſeinen Landſitz einlud und ihm erlaubte, einige Meiſterwerke der alten Kunſt in ſeiner Gallerie zu copiren. Einige Freunde des Herrn Roscoe, welche die bedeutenden, zu ſo ſchönen Hoffnungen berechtigenden Anlagen, welche der junge Gibſon entfaltete, bemerkten, unterzeichneten eine Summe Goldes, die hinrei⸗ chend war, um die Koſten einer Reiſe nach Rom und eines zweijährigen Aufenthalts daſelbſt für John Gibſon beſtrei ten zu können, und im Jahr 1817 verließ hierauf derſelbe England, um ſich nach Rom zu begeben, wohin er ein Empfeh⸗ lungsſchreiben des engliſchen Bildhauers Flaxman an Canova mitnahm, welcher damals bereits den Gipfel ſeines Ruhmes erreicht hatte und von dem er mit der größten Herzlichkeit aufgenommen wurde. Gibſon trat in das Atelier Canova's ein und erwarb ſich bald den Ruhm, der fähigſte und fleißigſte Schüler desſelben zu ſein. Im Jahr 1821 begann er auf eigene Rechnung zu arbeiten, und ſein erſtes wichtiges Werk war eine Gruppe des Mars und des Cupido, welcher Canova große Lobſprüche ſpendete und die dann auf Beſtellung des Herzogs von Devonſhire in Marmor ausgeführt wurde. Dieſe Gruppe nimmt jetzt in der Sammlung von Bildhauer⸗ arbeiten in dem Schleſſe zu Chatsworth eine ſehr hervorra⸗ gende Stellung ein.

Seine nächſte größere Arbeit warPſyche und die Zephyrs für Sir G. Beaumont. Welchen Beifall dieſe Gruppe fand, läßt ſich daraus erſehen, daß Copien derſelben für den Fürſten Torlonia und den Großfürſt Thronfolger von Rußland ausgeführt wurden. Nach Canova's Tode hielt Gibſon es nicht unter ſeiner Würde, in das Atelier Thor⸗ waldſen's als Schüler einzutreten, um ſich unter dieſem großen Meiſter noch weiter zu vervollkommnen. So bildete er ſich unter den beiden größten Meiſtern der Bildhauerkunſt des neunzehnten Jahrhunderts für ſein Fach aus, ohne etwas von ſeiner Originalität und ſeinem individuellen Charakter zu verlieren. Die königliche Akademie der Künſte in London ernannte im Jahr 1833 Gibſon zu ihrem Aſſociate und im Jahr 1836 zum wirklichen Mitglied der Akademie, für die er aber nur in ſofern thätig war, daß er zu den jährlichen Kunſtausſtellungen derſelben fleißig Beiträge lieferte. Die kurzen Beſuche abgerechnet, die Gibſon von Zeit zu Zeit ſeinem Vaterlande abſtattete, hat derſelbe ſeit 1817, wo er ſeine erſte Reiſe nach Rom antrat, faſt ununterbrochen dort gelebt. Sein Studio daſelbſt war der Sammelplatz für Gönner der Kunſt, Kunſtjünger und Kunſtfreunde, und Niemand war bereitwilliger als er, den jungen Kunſtzöglingen nach ihrer erſten Ankunft in der großen Metropole der Kunſt mit Rath und That freundſchaftlichen Beiſtand zu leiſten. Gibſon gehörte zu den fleißigſten und fruchtbarſten Bildhauern ſeiner Zeit und es würde uns bei unſerm beſchränkten Raume ganz unmöglich ſein, hier eine vollkommene Liſte von Gibſon's Werken, die einen claſſiſchen oder idealen Charakter an ſich tragen, mitzutheilen. Seine wichtigſten Werke in Portrait⸗ bildſäulen ſind eine ſolche der Königin Victoria für Bucking⸗ ham Palace und eine andere, welche für das Zimmer des verſtorbenen Prinz⸗Gemahls in Weſtminſter beſtimmt war; die coloſſalen Statuen Huskiſſon's, von denen die eine für

ſiſchen Gegenſtänden nachſtehen.

London figurirte, und George Stephenſon's 1851. Auch von Sir Robert Peel fertigte Gibſon eine Statue. Er hat auch einige Monumente und bassi relievi für ſolche ausgeführt, die zwar ſehr ſchön ſind, aber doch ſeinen Basreliefs zu claſ⸗ Man hat ihm den Vorwurf gemacht, daß er als Bildhauer bei Denkmälern ſeinen Figu⸗ ren die alten claſſiſchen Coſtume gegeben hat. In den letzten Jahren ſeines Lebens lieh er das Gewicht ſeines Ruhms und ſeines Beiſpiels einer Neuerung, die zu vielen Discuſſionen Veranlaſſung gegeben hat, nämlich der Anwendung der Farbe am Marmor bei Bildhauerarbeiten. Das that er nämlich bei der Statue der Königin und einigen andern ſeiner Werke ganz beſonders aber bei ſeiner ausgezeichneten Venus, welche bei der großen internationalen Ausſtellung in London im Jahr 1862 ſo großes Aufſehen erregte aber, wie man leicht denken kann, mit großer Vorſicht und dem beſten Ge⸗ ſchmack. In der Draperie und den Nebendingen zu der großen ſitzenden Statue der Königin hat er dieſes Princip in einem noch weitern Umfange zur Anwendung gebracht. Gibſon vertheidigte dieſes Verfahren, über das wir uns kein Urtheil erlauben, damit, daß alte griechiſche Künſtler Gebrauch davon gemacht hätten.

England beſitzt eine Menge Werke von Gibſon und in jeder guten Sammlung finden ſich eins oder mehrere derſel⸗ ben. Beſonders reich daran iſt Liverpool, das ſtolz auf den Künſtler, der aus dieſer Stadt hervorgegangen war, durch den Ankauf ſeiner Werke den Beweis dafür zu liefern ſuchte, wie ſehr es den Werth desſelben anerkenne und zu ſchätzen wiſſe. In dem Kryſtallpalaſte zu Sydenham finden ſich gegen zwanzig Abgüſſe der ſchönſten Gruppen, die von Gibſon gefertigt worden ſind.

John Gibſon war als Menſch und Künſtler gleich geachtet. Die königliche engliſche Familie ehrte ihn ſehr. Als der Prinz von Wales im Jahr 1857 ſich eine Zeit lang in Rom aufhielt, ließ er Gibſon mehrmals an ſeine Tafel ein⸗ laden. Die letzte Freude, die dem Künſtler auf ſeinem Sterbe⸗ bette zu Theil wurde, war ein Telegramm der Königin, worin ſie ſich nach ſeinem Befinden erkundigte und das der diploma⸗ tiſche Vertreter Englands in Rom, Odo Ruſſell, ihm am Tage vor ſeinem Tode überbrachte. Von dem Kaiſer Napoleon wurde ihm der Orden der Ehrenlegion verliehen, und der kunſtliebende König Ludwig I. von Baiern befahl, daß Gib⸗ ſen's Büſte neben denen von Tenerani, Schwanthaler und Rauch, welche in München den Ruhm der jetzigen Bildhaue⸗ rei vertreten, aufgeſtallt wurde.

Daß die Beerdigung eines ſolchen Mannes eine ſehr feierliche war, verſteht ſich von ſelbſt. Die meiſten der eben in Rom anweſenden Engländer und Engländerinnen und viele Italiener, Deutſche, Franzoſen und Amerikaner, nament⸗ lich Künſtler, begleiteten die ſterblichen Ueberreſte desſelben zu ſeiner letzten Ruheſtätte. Die Ecken des Bahrtuches wurden von dem Graf von Northesk, dem Director Schnetz der franzöſiſchen Akademie, dem preußiſchen Bildhauer Wolff, dem engliſchen Landſchaftsmaler Coleman, dem berühmten Cameiſten Saulini ec, gehalten. Da Gibſon Ritter der Ehrenlegion war, ſo hatte der General Montebello die Auf⸗ merkſamkeit gehabt, eine franzöſiſche Compagnie zu ſenden, die über dem Grabe eine Salve abfeuerte.

Gibſon lebte nur der Kunſt und iſt als Altzunggeſelle,