Jahrgang 
01-26 (1866)
Seite
201
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Sandh bur Stahl.

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die Franzoſen, welche jeden Namen überſetzen, Sara- gosse machen.

Die Lage von Zaragoza hat Aehnlichkeit mit jener der Stadt Magdeburg. Eine ſchöne Brücke führt über den Ebro und am jenſeitigen Ufer breitet ſie ſich aus, überragt von der prachtvollen Baſilika Nuestra Señora del Pilar. Die Kathedrale gewährt einen eigenthümlichen, höchſt impoſanten Anblick und iſt von gewaltigen Dimenſionen, denn ſie mißt 500 Fuß Länge.

Die große Zahl ihrer Kuppeln, welche ſich um erreicht das Reiſeziel nie zur geſetzten Zeit.

die der Mitte gruppiren, ſind mit buntglaſirten Ziegeln belegt, während goldene Kugeln die Spitze krönen, auf welcher man den Halbmond zu ſehen glaubt. iſt dies von unerwarteter und, den bunten Ziegeln liegt, von ganz phantaſtiſcher Wir⸗ kung, als wäre ihre Form und Ausſchmückung vom Dichter eines arabiſchen Märchens erfunden.

Neben Nuestra Sefiora del Pilar erhebt ſich pfeilſchlank, leicht, hoch, graziös der Thurm der Kirche San Salvador oder la Seo, das zweite merkwürdige Bauwerk Zaragoza's. Beide ſind ſo auffallend in ihrer grundverſchiedenen Form, ſo hervorragend, daß ſie der Stadt den Ausdruck geben und ſich auf den erſten Blick der Phantaſie einprägen.

Das Innere der Stadt, ſoweit uns die Durch⸗ fahrt ſie zu ſehen geſtattete, iſt weniger ſchön und einigermaßen verfallen, ja die Straßen ſind ſo ſchlecht gepflaſtert, daß man in den Löchern zu verſinken fürchtet.

Wir waren jetzt genöthigt wie Couriere zu reiſen

Vierte Folge.

Hötel,

201

Bald befanden wir uns von Neuem in ſchroffer Gebirgsgegend und die Ausläufer der Pyrenäen, welchen wir uns zum zweiten Mal näherten, haben dem Bau der Eiſenbahn große Hemmniſſe in den Weg gelegt..

Es iſt ſchade, daß nach Vollendung ſo rieſiger Arbeiten die Bahnen in Spanien nicht beſſer befahren werden. Courierzüge giebt es nicht und die gewöhn⸗ lichen Züge befinden ſich in Folge der Anzahl kleiner Stationen in ſtetem Zuſtande des Hemmens. Man

Ein Dienſtperſonal in unſerm Sinne giebt es nicht.

Der Reiſende ſteigt ein oder bleibt auf einer falſchen

Es Station ſitzen, wie es ihm beliebt, denn die Namen wenn die Sonne auf der Orte werden

ſelten genaunt und der Schaffner kümmert ſich nicht um ihn. Dieſe tragen zuweilen eine Art Uniform, aber ſo wenig kenntlich und ſo häufig wechſelnd, daß es keinen Anhalt giebt. Auch iſt es ſehr rathſam, ſich perſönlich nach ſeinem Ge⸗ päck umzuſehen, bis man es im Wagen hat. Denn wohl giebt es Schwärme von ſtraßenräuberartigem Geſindel, welche ſich erbieten es zu tragen, aber ſie ſind durchaus unzuverläſſig, und angeſtellte Leute dazu, welchen man ohne Gefahr die Sachen anvertrauen kann, findet man nicht.

Von der Zudringlichkeit dieſer ſpaniſchen Lazza⸗ roni macht man ſich ſchwer einen Begriff; ſie er⸗ ſchüttern ſelbſt das Phlegma des gewiegteſten Reiſenden und man kann ſehr komiſche kampfartige Auftritte ſehen. Auch verfolgen ſie oft das Opfer bis in's um das Doppelte des verabredeten Preiſes

und nach einer Stunde Aufenthalt in dem ſchmutzigen unter irgend einem Vorwande und mit einer Eloquenz Hôtel mit dem hochtrabenden Namen Aux quatre zu verlangen, welche merkwürdig iſt.

nations mußten wir Zaragoza verlaſſen, um am Abend noch in Barcellona einzutreffen.

Mit dem Abſchied von Zaragoza hatte ich zu⸗ gleich das Gefühl, von Spanien Abſchied zu nehmen. Cantabrien ſcheint bereits ein beſonderes Land in Spanien. Es wird dort vorzüglich in den Küſten⸗ orten eine Sprache geſprochen, welche ſich für die älteſte der Welt ausgiebt und von den Spaniern ſelbſt nur ſchwer verſtanden wird; der Cantabrier erinnert nicht mehr an den beweglichen Andaluſier, auch nicht an die noble Gravität des Caſtilianers, er iſt finſter und verſchloſſen, aber gewerbfleißig und intelligent. Cantabrien iſt der gefürchtete Heerd der Revolutionen in Spanien. Auch die Gegend nimmt einen ganz verſchiedenen Ausdruck, die Ruinen ihrer alten Berg⸗ ſtädte erinnern an Römerbauten, die Burgen an die Feudalzeit. Während ſich die Gothen und Mauren

lieber in Städten verſchanzten, krönt hier eine einzelne Veſte jede Bergſpitze.

Dieſe letzte Fahrt auf ſpaniſchem Boden wurde durch einen Sonnenuntergang beſchloſſen, wie ich ihn nur noch einmal ſo ſchön und zwar in Gibraltar ſah. Eine der letzten Städte, welche wir pittoresk am

Felſen von dem rothen Abendhimmel ſich abheben ſahen, trug einen Namen wie aus Turandot, ſie hieß Calaf, und ein Gebäude, welches ſich in ſeiner Mitte auf ſchlanken Säulen erhob, ſah aus wie die Ruine eines römiſchen Tempels.

Wir näherten uns Barcellona. Das Küſtenland

war flach und mit Haide bewachſen, dann und wann ſahen wir ein Fiſcherdorf und im Mondſchein, wie ein Silberſtreif glänzend, das Meer.

Bereits vom Bahnhof aus macht Barcellona

einen großartigen und eleganten Eindruck. Glänzende Beleuchtung, gute Equipagen, breite Straßen, die Rambla mit ihren Bäumen und unabſehbaren Reihen von Gasflammen, endlich, und diesmal ein ſchönes Hôtel aux quatre Nations, in welchem man nach