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Novellen⸗Zeitung.
Oft wie ein wildes Lachen Grell durch die Nacht es tönt, Und bei dem Laut erwachen Viel Schatten unverſöhnt; Gedanken, welche ſchliefen Tief in des Herzens Grund, Emporhannt aus den Tiefen Das Wort von deinem Mund.
Hohnlächelnd um mich ſchweben Die Geiſter alter Zeit;
Dein Wort gab ihnen Leben, Phantaſtiſch wildes Kleid.
Sie tanzen wirren Reigen,
Sie ſingen wirres Lied,
Bis ich das Haupt muß neigen, Durch das Verzweiflung zieht.
Oft zauch in ſtillen Stunden, Wenn nach des Tages Qual Ich Fried' und Ruh gefunden Im blaſſen Abendſtrahl, Obgleich ſchon lang die Lieder, Der Hoffnung Blüth' verdorrt, Tönt mir im Buſen wieder Dein ſüßes Zauberwort.
Und wunderbar, es dringet
In meine Seele bang;
Das Wort ſo ſchmelzend klinget, Wie es mir einſt erklang
In jener ſel'gen Stunde,
Als du mein eigen ganz,
Ich hing an deinem Munde Im matten Mondenglanz.
Und bei dem ſüßen Klingen
Da hebet ſich empor,
Vergeſſene Weiſen ſingend,
Der Lieder muntrer Chor;
Die Blüthen, die im Herzen Erſtarret lang geruht,
Strahlen im Thau der Schmerzen In ihrer alten Gluth.
Die Lieb wie einſtens hauchet Berauſchend ihren Duft,
Die Hoffnung wieder tauchet
Aus ihrer düſt'ren Gruft—
Von Roſenhauch umſäumet,
Du goldner Strahl des Lichtes!— Ich habe nur geträumet,
Und Träume ſagen nichts.
Literariſche Briefe von Otto Banck.
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Spanien. Reiſeblätter von Arthur Stahl. Leipzig, bei Otto Wigand. 1866.
In dieſen ſehr hübſch ausgeſtatteten Bänden finden Sie buntgemiſchte Skizzen über eine Reiſe durch Spanien, bei denen nicht irgend welche wiſſen⸗ ſchaftliche Gründlichkeit oder treffliche Darſtellung, ſondern vielmehr nur ein friſcher unbefangener Tou⸗ riſtenblick ſich vortheilhaft empfiehlt. Zur Erleichter⸗ ung eines gewiſſen Erfolges kommt bei Spanien noch der Umſtand den Schreibenden zu Statten, daß es noch ſo viele Punkte, ſo zahlreiche poetiſche oder ma⸗ leriſche Einzelnheiten giebt, über welche noch gar nichts, oder wenigſtens noch nichts Erſchöpfendes geſagt wor⸗ den iſt. Es fehlt in dieſem Lande nicht an Feſſelung unſeres Intereſſes, ſogar durch ſcheinbar Unbedeu⸗ tendes über Verkehr und Cultur. Ein Beiſpiel wird dies zeigen. Eiſenbahnen und Induſtrie ſind eine neue Errungenſchaft für Spanien; es wird die Tour von Madrid nach Barcellona beſchrieben:
„Die Landſchaft zwiſchen Madrid und Zaragoza hat nichts Einförmiges mehr, ſie iſt vielfach von Ge⸗ birgszügen durchſchnitten, welche oft wilde und pitto⸗ reske Formationen zeigen; wie ein Adlerneſt an den Felſen geklebt, ſahen wir die vielbekannte Veſte Alhama, und der erſte Anblick in früher Morgenſtunde von Zaragoza ſelbſt iſt ſehr ſchön.
Als Auguſtus nach Spanien kam, 728 nach der Hründung Roms, um die aufrühreriſchen Cantabrer und Aſturier zu bändigen, hielt er an, entzückt von dem ſchönen Himmel und der glücklichen Lage des kleinen Salduba am Ufer des Ebro. Er machte es zu einer Militärcolonie, errichtete Tempel, einen Circus
und Bäder, erhob ſie zu der ſchönſten Stadt des nörd⸗ lichen Spaniens und wollte ſie an ſein Glügk feſſeln, indem er ihr den Namen gab: Caesarea Augusta. Die Gothen wählten ſie zu einer ihrer Haupt⸗ ſtädte und nannten ſie Ceſaragoſta; dann kamen Tarif und Muſa mit ihren zahlreichen und drohenden Ar⸗ meen und das arabiſche Saracuſta wurde die Rivalin von Cordova, Toledo und Merida, der Hauptort einer der fünf mauriſchen Provinzen: ſie gebot über das Land zwiſchen dem Tajo und den cantabriſchen Ge⸗ birgen. Einen Augenblick durch Karl den Großen vor der blutigen Schlacht von Roncevaux bedroht, blieb ſie unter der Herrſchaft der Kalifen reich, glück⸗ lich, zunehmend an Größe und Cultur, bis die Chriſten von Neuem Navarra und Arragon eroberten und dort ihren Königsſitz errichteten. Seit jener Zeit trägt die Stadt ihren heutigen Namen Zaragoza, aus welchem
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