Jahrgang 
01-26 (1866)
Seite
198
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klar wurde, daß er überfallen ſei, war es zu ſpät, ſich zur Vertheidigung zu rüſten.

Der Lieutenant Hähnchen, erfahren in ſolchen Dingen, hatte ſich bereits der Waffen der Werber be⸗ mächtigt und den Eingang des Zimmers mit ſeinen Leuten beſetzt.

Als jedoch der erſte Augenblick der Ueberraſe ung vorüber war und der preußiſche Werbeofficier Zeit genommen hatte, ſeine verzweifelte Lage ihrem ge en Umfang nach zu überſehen, trat er entſchloſſen er Je Schritte vor und fragte, den Kopf ſtolz emporrichtend, was dieſe Komödie bedeuten ſolle.

Da dieſe Worte zunächſt an unſeren alten Freund, den Lieutenant, gerichtet waren, ſo fand es dieſer für gut, ebenfalls das Haupt in den Nacken zu werfen und ſeinen Gegner mit nicht minder ſtolzer Miene anzublicken.

Nun, mein Herr, begann der preußiſche Officier von Neuem,iſt es Ihnen gefällig mir zu ſagen, was dieſer Auftritt bedeutet, denn ſo viel mir bekannt, befindet ſich Seine Majeſtät der König von Preußen mit Ihrem allergnädigſten Herrn, dem Kurfürſten von Sachſen, gegenwärtig nicht im Kriege.

Dann iſt es um ſo ſchlimmer, mein Herr, wenn Sie die getreuen Unterthanen Seiner Kurfürſtlichen

6* Gnaden auf offener Straße überfallen, und dieſelben

gegen alle Geſetze des Völkerrechts gewaltſam fort⸗ führen, weil ſie zufällig einige Zoll länger ſind als gewöhnliche Menſchenkinder.

Wer ſagt Ihnen, daß dies geſchehen iſt?

Der Beweis hierfür wird Ihnen ſehr bald ge⸗ liefert werden. He, Corporal Haſelſtock, nehmen Sie zwei Mann und befreien Sie den armen Doctor aus der ſchmählichen Haft, in welcher er gehalten wird.

Mein Herr, Sie wollten es wagen?..

Bei dem ruhmreichen Schwerte des Prinzen Eugenius, das will ich!

Bedenken Sie, daß von Ihnen die preußiſche Grenze überſchritten und gegen ein Commando von Seiner Majeſtät Truppen ein Act der Gewaltthätigkeit ausgeübt,worden iſt. Wiſſen Sie, welche Verantwort⸗ lichkeit Sie dadurch übernehmen?

3 1Keine größere als Sie, der Sie einen Unterthan des Kurfürſten von Sachſen auf deſſen Gebiet an⸗ fielen und gegen ſeinen Willen mit ſich fortſchleppten.

Halten Sie ſich überzeugt, daß der König, mein Gebieter, wegen Ihrer Handlungsweiſe die ſtrengſte Genugthuung fordern wird.

Das ſteht in Seiner Majeſtät Belieben. Indeſſen behauptet man, daß es Hoͤchſtdemſelben in den meiſten Fällen zu zielen beliebe, ohne jedoch abzudrücken.

Während dieſes Wortwechſels war Herr von Kalk⸗

Zeitung.

ſtein in einem anderen Theil des Hauſes beſchäftigt geweſen. Ihn trieb es zunächſt, ſeinem Lehrer und Freund die Freiheit wieder zu geben, welche dieſer durch den räuberiſchen Anfall der Werber verloren hatte.

Mit einer brennenden Kienfackel verſehen, ſtieg er eiligſt die Stufen hinab, welche in das Innere des Kellers führten. In einer dunklen Ecke desſelben lag der Arzt, an Händen und Füßen gebunden.

Der Junker ſtürzte auf denſelben zu, zerſchnitt mit dem Jagdmeſſer, welches er bei ſich trug, die Bande deſſelben und ſank hierauf an die Bruſt des Befreiten, den auch in dieſer peinlichen Lage die Ruhe ſeines philoſophiſchen Geiſtes nicht verlaſſen hatte und der ſelbſt unter dem Eindruck einer ſo unwürdigen Behandlung ſeine angeborne Sanftmuth zu wahren verſtand.

Mein Freund! mein theurer Freund! rief Herr von Kalkſtein.O, Schmach über Diejenigen, welche einen ſolchen Frevel an Ihnen begehen konnten!

Was muß man der Rohheit und der Habgier der Menſchen nicht Alles vergeben! ſagte der Gefangene, indem er ſich unter dem ſichtbaren Eindruck körperlicher Schmerzen langſam erhob,aber iſt es bei alle dem nicht ein Troſt ſich von der Liebe und Treue derer zu überzeugen, die ihrer Tugenden wegen unſerem Her⸗ zen am nächſten ſtehen?.

O, ich weiß wohl, das Gefühl der Rache iſt Ihnen unbekannt, entgegnete der Junker.Ihr Herz iſt zu jeder Zeit bereit, großmüthig zu verzeihen, aber gerade dies läßt die Größe des gegen Sie be⸗ gangenen Frevels nur noch ſchärfer hervortreten. Doch kommen Sie, auch noch ein anderer Freund, der Lieutenant Hähnchen, erwartet Sie, und er iſt eigentlich der Held dieſes Dramas, denn ohne ſeinen Beiſtand würde ich jetzt ſchwerlich die Freude genießen, Sie in meine Arme zu ſchließen.

Beide traten in die Wirthsſtube.

So wie Hähnchen den Arzt erblickte, eilte er auf denſelben zu und ſchüttelte ihm in ſeiner derben un⸗ gezwungenen Weiſe die Hand, indem er dabei das ruhmreiche Schwert des Prinzen Eugenius citirte und leider auch wieder einmal in ſehr unchriſtlicher Weiſe an den Teufel appellirte.

Und nun, Herr von Kalkſtein, ſagte er, als die erſten Begrüßungen vorüber waren,nun denke ich, daß wir aufbrechen, da unſer Zweck erreicht iſt.

Wie? rief der Werbe⸗Officier, einen Schritt vortretend,Sie, Herr von Kalkſtein, ein Unterthan des Königs, haben eine Hauptrolle in dieſer Angelegen⸗ heit übernommen? Nun, ich werde nicht ermangeln, dies in meinem Rapport pflichtmäßig hervorzuheben!

1, Lieutenent Her. Bobs ſuch l nadh beunuthen?

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Marſchi kine Gründe dieſelbe nun ſommen hat. Sie co Wenn nichts dageg und eine he entſcheiden.

Gut! auch ein Wor Corporal Haſ

Aled!

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Oberſt ſeinen etapferen Gre anſtrengenden ſorge anzupert ge anzuvert

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das liebevollſt

Der Ober der ſonderdärft ſeine Tuuppen