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der Blau⸗ und der Rißbach ſich aus menſchenleeren Thälern vereinigen. Im weiten Umkreis ſchauen hier die Felswände auf keine menſchliche Wohnung. Aber die Riß im Nordweſten iſt nur noch drei Stunden entfernt und der Weg dahin geht in einer ebenen Mulde fort..
Ich hatte mich nicht verirrt, ich hielt mich für geborgen.
Schon war ich daran, hier die Vorbereitungen zu einem Nachtlager beim Feuer und auf der bloßen Erde des Bodens der Hütte zu treffen, als mich die verführeriſche Ausſicht, noch in dieſer Nacht ein warmes Zimmer und ein Bett zu errei⸗ chen, wieder weiter trieb. Drei Stunden hoffte ich noch bewältigen zu können. Irrelaufen war nicht mehr möglich, weil ich von nun an in der ebenen Schlucht des Rißbaches hinabgehen mußte. So verzehrte ich alſo meine letzten Vor⸗ räthe von Wein und Fleiſch, ruhte ein wenig und trabte getröſtet weiter..
Wieder ging's durch dichten Wald, aber jetzt hatte ich nicht mehr zu beſorgen, daß ich hinabſtürzte oder unverſehens zwiſchen das Geklüft einer Ache rollte. Es war ſo eben, als es in einem Hochthale, welches vier Fuß hoher Schnee bedeckt, eben ſein kann.
Aber ich ſollte dafür beſtraft werden, daß ich mich wieder von dem wenn auch jämmerlichen Aſyl der Hagelhütte ent⸗ fernt hatte.
Eine Stunde mochte ich mich abermals durch den Schnee, der leider hier noch mächtiger als an irgend einer bisherigen Stelle war, durchgekämpft haben, als mich ein Ge⸗ fühl allgemeiner Erſtarrung überkam.
Meine Beinkleider hatten ſich zuſammengezogen und
aufgerollt,— zwiſchen Stiefel und Strümpfe, endlich auch zwiſchen Strumpf und Fußhaut waren Eisnadeln eingedrun⸗ gen und hatten allmählich den ganzen Zwiſchenraum in der Höhlung der Schuhe mit gefrorenem Inhalt zu einer Maſſe zuſammengeſchmolzen.
Schon lange hatte ich keine Empfindung mehr in den untern Extremitäten,— ich hatte es der ungeheuern Ermü⸗ dung zugeſchrieben. Jetzt aber erkannte ich, daß meine Füße im Begriff waren zu erfrieren. Das ganze Schuhwerk war eine Eismaſſe, in deren Mitte die Strümpfe kaum noch zu erkennen waren. Erſt wenn ich Schneeſchollen und Eiszapfen losbrach, konnte ich mit der Hand zur Wollenfaſer gelangen.
Mein erſter Gedanke war, die Strümpfe mit neuen zu vertauſchen— aber wie? So ſehr ich mich bemühte, meine Stiefeln vom Fuß zu bringen, es war ein Ding der Unmög⸗ lichkeit. Die Hände allein vermochten es nicht, und in den Füßen war gar keine Kraft mehr, um ſie gegen etwas anſtem⸗ men und ſo durch fortgeſetztes Rücken dieſelben befreien zu können. Es war Alles von Eis wie angegoſſen.
Das war eine Folge der zwei Stürze in's Waſſer und des fortwährenden mit Gewalt betriebenen Einkeilens und Zurückſchiebens der Füße in den Schneewehen. Stechende Schmerzen lähmten mir die Kniee,— ich wankte, die Füße gehorchten nicht mehr, im Kopf wurde es mir blöd und wirr, ich ſank hin.— Nach einer Weile raffte ich mich wieder auf, — denn es iſt hart, ſo verkommen zu müſſen. Die Ver⸗ zweiflung konnte mich nur noch ein paar Schritte weit tragen — ich ſtürzte wieder zuſammen. Ich kroch— aber Ellen⸗ bogen und Fingerſpitzen erſtarrten— ich konnte nicht mehr. Da blieb ich denn liegen und dachte darüber nach, wie lange wohl der Schlaf des Erfrierenden dauern würde, bis er ihn zum barmherzigen Tode geleitete. Dann ſah ich in wirren Bildern, wer mich im Frühjahre wohl hier zuerſt finden ſollte, von Füchſen und Adlern angefreſſen. Ich
Folge. 189 dachte an meine Jugend, an—, ich dachte nicht mehr. Einige Thränen fielen in den Schnee und ich gab mich ihm hin, dem kalten Gott.
Nach einigen Minuten achte mich ein ſeltſamer Schimmer wieder zur Beſinnung. In dieſem Augenblick war dort über dem Falkenkar der Mond aufgegangen.
Ich ſchaute noch wie im Traum nach ihm auf— aber welch jähes Entzücken ſchlug mir in die Glieder! Kaum dreißig Schritte von mir entfernt zeichneten ſich in ſeinem Licht die Umriſſe einer Alpenhütte.
Es war Mitternacht— das neue Jahr und mit ihm die Hoffnung des Lebens war angebrochen. Heil dir, königliches Geſtirn! Du haſt mich in jener Todesnacht vom Rand der Vernichtung gezogen! Wie ein himmliſcher Bote kam mir der ſanfte Strahl. Ich fühlte die Erſtarrung nicht mehr.
Halb auf den Knieen, halb ſchlüpfend ſchleppte ich mich in die Hütte. Es war das„Garbel“, eine dem Herzog von Koburg gehörige Alm. Die Zündhölzchen, welche den unnützen Cigarren beſtimmt geweſen waren, dienten nun dazu, alles Papier, was ich bei mir trug, anzuzünden, um nach den Brennvorräthen in der dunkeln Hütte zu ſehen. Ich hätte Tauſend⸗Pfund⸗Noten der Bank von England in Stößen verbrannt, wenn ich ſie zur Hand gehabt hätte. Ich erſpähte Heu, es war feucht, aber nach vielem Qualmen ſchlug eine mächtige Lohe daraus nach oben.
Nun wagte ich es, eines der bereiften Scheite, welche draußen, allerdings noch etwas vom Dach geſchützt, aufge⸗ ſchichtet lagen, darüber zu werfen. Es ſiedete, es kochte und ſchäumte— es brannte. Jetzt holte ich noch mehrere Scheite und bald hatte ich auf dem einen Fuß hohen Heerde, auf welchem im Sommer die Sennen ihren Schmarren kochen oder Käſe bereiten, eine mächtige Gluth. Seine Königliche Hoheit wird mir dieſen Holzfrevel verzeihen— ich bin ihr zeitlebens dafür dankbar, daß mich das Dach einer ihrer Be⸗ ſitzungen gerettet hat.
Die Hütte war aus loſen Balken zuſammengefügt; die vielen Zwiſchenräume zwiſchen dieſen erſetzten den Kamin und ſo pfiff die Flamme luſtig gegen die Decke. Eine lange Bank ſtand da; auf dieſe ſetzte ich mich und ließ die Schuhe gemach am Feuer aufthauen, bis ich dachte, daß innen das Eis ſich von der Haut löſen würde. Daß ich ſie nachher nicht mehr würde anziehen können, ſtellte ich mir wohl vor,— aber was dann werden ſollte, kümmerte mich nicht. Für jetzt wollte ich nur der Feſſeln von Eis los ſein.
Ich wurde ihrer los.
Mit einem Ruck ging jeder Stiefel mit ſeinem Inhalt, dem Strumpf und den daran gefrornen Hautfetzen herunter. Klirrend fielen die Eiszapfen auf den Backſtein des Heerdes. Ich betrachtete die Füße. Sie hatten an vielen Stellen jene weiße Farbe, welche von der erſtorbenen Epidermis herrührt. Sie waren erfroren.
Ich dachte in dieſem Augenblick nicht daran, wie wenig ich eigentlich mit dem Auffinden dieſer Zufluchtsſtätte in Wirklichkeit gewonnen hatte, nachdem der Zuſtand der Füße mit Gewißheit vorausſehen ließ, daß ich vor erfolgter Heilung nicht mehr damit würde gehen können.
Was ſollte mit mir nach Tagesanbruch werden?
Ich hatte keine Nahrungsmittel mehr. In meine Schuhe konnte ich mit den beſchädigten und aufgeſchwollenen Füßen nicht mehr hinein, und wer ſollte wohl in Monaten hier vor⸗ beikommen? Aber das Alles kümmerte mich damals nicht. Vergnügt ſchaute ich in die Flamme und freute mich, dem Erſtarrungstode auf dem eiſigen Abhange entkommen zu ſein.


