Jahrgang 
01-26 (1866)
Seite
187
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Vierte Folge. 187

in Amerika ein vom Volke gewählter Präſident, welcher den aufſchreienden Racheruf eines ganzen Volkes dämpft, ſich wohlbewußt, daß ſeine hochgeſinnte Natioyn doch im Grunde des Herzens der beſſeren Einſicht

Wie nahe liegt hier die Betrachtung: Chriſtliche Ge⸗ ſinnungen hegte und bethätigte der edle Vertreter eines großen und freien Volkes, der für daſſelbe zum Märtyrer wurde, was haben dagegen unter ähnlichen

ſeines weiſen Führers bald Dank wiſſen werde, Verhältniſſen Fürſten auf Europa's Thronen gethan?

und dieſſeit des Oceans unbeſchränkte und beſchränkte

Die Ausſtattung des Werkes iſt eine ſehr ehren⸗

Monarchen, die oft, im Gegenſatze zu ihren beſſer werthe und ſeine inſtructive Grundlage darf durchaus denkenden Völkern, dem Rachegefühl vollen Lauf ließen. allen Gebildeten empfohlen werden.

Feuilleton.

Ein Jochübergang im Derember.

Das vorige Jahr hat wie kaum ein anderes aus den Alpen her die erſchreckende Kunde von unglücklich endenden Bergbeſteigungen verbreitet. Wer innig mit dem Gebirge vertraut iſt, weiß allerdings, daß im Allgemeinen die Gefah⸗ ren dort nicht ſo häufig und grell ſind, als ſie ausgemalt werden, er weiß jedoch auch, daß oft das Gelingen einer Bergtour nur von Zufälligkeiten abhängig iſt und man nicht die höchſten Häupter zu beſteigen braucht, um oft dem Tode nahe zu kommen oder gar wirklich zu Grunde zu gehn. Eine ſolche Erfahrung beſtätigt neuerdigs wieder in intereſſanter

Weiſe ein gewiſſer Nos, der bereits als Anonymus drei ver⸗

dienſtliche Heftchen über die Voralpen herausgegeben hat. Er erzählt ſeinen Bergübergang über einen an und für ſich ganz friedlichen Paß, das Blumſer Joch, welches jenſeit der Per⸗ tiſau am Achenſee nach dem koburg'ſchen Förſterhaus der hin⸗ teren Riß hinüber führt.

Die Partie wurde nur durch die Jahreszeit, es war

mitten im Winter, zu einer abenteuerlichen. Der Reiſende fuhr über den Achenſee, kehrte im obern Wirthshaus der Pertiſau ein, und wir theilen von hier aus die Erzählung ſeiner Tour mit. Er ſagt:.

So machte ich mich denn nach kurzer Raſt wohlgemuth auf. Schlitten, welche aus den nahen Kohlenmeilern unge⸗ heure Ladungen von Kohlen holen, die in das Eiſenwerk von Jenbach gebracht werden, hatten den Weg durch den Schnee eine gute Strecke weit geebnet, was die Behaglichkeit meiner Stimmung nicht wenig erhöhte.

Von Zweigen und Stämmen der Nadelbäume in den

rieſigen Bergforſten war wenig zu ſehen Alles war im.

gleichmäßigen Schimmer von Schnee und Eis begraben. Man konnte einen Wald gerade ſo gut für eine Stalaktiten⸗ Sammlung halten, wie für einen Aufbau aus Pflanzenzellen. Dabei warf die Sonne blutrothe Flecke durch die Zwiſchen⸗ räume auf den Boden, und meine Schritte auf der ſchlüpfri⸗ gen Decke fanden von den erſtorbenen Baumreihen her einen krachenden Wiederhall.

Endlich verließen mich die letzten Kohlenwege und nun ging es durch die enge Schlucht hinter der Rabenſpitz und dem Letzten Schnee gerad aus durch die Wälder. Im Rücken trennt dich hier nur der Seekar vom Achenſee. Wohl war der Schnee tief und es dauerte nicht lange, ſo waren meine Beinkleider bis an die Knie herauf dick und ſteif wie ein Bret gefroren aber ſolches geſchieht alle Tage auch draußen im Flachland und bot zwar eine Unannehmlichkeit, aber keine eigentliche Beſchwerde. Zudem konnte die Decke gegen die

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Jochhöhe zu nicht mehr ſo dick ſein, weil in den höheren Lagen der Schnee vor dem warmen Wind eingeſunken ſein mußte.

Wer Stunden lang in tiefem Schnee watet, macht die Bemerkung, daß es keine Kälte mehr giebt, welche ſo groß iſt, daß ſie ihn verhindert, zu ſchwitzen. Die Gymnaſtik des Herausziehens der Beine aus der tiefen zähen Flockenſchicht hält den Wandernden mehr als warm. So war es auch bei mir; noch ehe ich an den Fuß des Berges kam, war ich vor Hitze roth, als ob ſtatt der Decemberkälte eine Temperatur aus den Hundstagen in den Bergkeſſeln brodelte. Oft blieb ich einen Augenblick ſtehen, um mich durch einen Schluck Wein zu ſtärken; war dieſer natürlich auch kalt wie Eis, ſo hielt ich doch nicht an, um vorher auszuſchnaufen. Eines Theils drängte die Zeit, und dann weiß jeder Fuß⸗ und ins⸗ beſondere Alpenreiſende, daß die Gefahr vomTrunk in der Hitze eine Fabel iſt, vorausgeſetzt, daß gleich darauf wieder die entſprechende Bewegung eintritt. Auch hat ja die Lunge gar nichts mit dem Durchweg des Getränkes zu thun, ſondern nur die Speiſeröhre und der Magen. Ich rathe Jedem, ungeſcheut zu trinken, wann und wo er Durſt haben wird.

Die Art von Steg, welche der Herzog von Koburg, der Beſitzer dieſer felſigen Jagdgründe, über das Blumſerjoch anlegen ließ, war auch unter der Schneehülle nicht zu ent⸗ decken. Außerdem bemerkte ich hier die Fußſtapfen jenes famoſen Holzknechtes, der ſeinen Uebergang in entgegenge⸗ ſetzter Richtung acht Tage vorher bewerkſtelligt hatte, und ſo wand ich mich, oft in die gefrornen Höhlungen tretend, die von ſeinem Schuh zurückgelaſſen waren, allmählich das Joch hinan.

Das Steigen hatte freilich allerlei Schwierigkeiten.

Manchmal lagen gewichtige Lawinen da, welche von einem früheren Thauwind herabgeworfen worden, jetzt aber vom Froſt mit ſpiegelglattem Eis überzogen waren; es war mühſam über die zertrümmerten ſchlüpfrigen Brocken hinüber zu klimmen. 3

Je mehr ich mich der Jochhöhe näherte, deſto dünner wurde allerdings die Schneeſchicht, allein die ſchwache Kruſte, in welche ſie zuſammen geſchmolzen und dann gefroren war, machte dafür den Fuß bei jedem Schritt vorwärts um dreig nach rückwärts ausgleiten. Nun bereute ich es, keine Steig⸗ eiſen mitgenommen zu haben. Ich war ſchon im Begriffe geweſen ſie einzupacken, als ein der Gegend ſehr kundiger Jäger mir davon abrieth, indem er ſagte, es werde ſicherlich auf dem Joch kein Eis liegen. Dazu wird das Blumſerjoch, je näher man dem Grate kommt, immer ſteiler, ſo daß es zu⸗ letzt nothwendig wurde, für den Fuß vorher mit dem Berg⸗