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vor die Stufen des Thrones zu treten, um dort dieſes der junge Mann, bevor er aus dem Portal des
Netz der Intrigue vor den Augen des Monarchen offen zu legen?...“*
„Um mich im glücklichſten Fall nach Spandau ſchicken zu laſſen? Nun, hierzu fühle ich nicht die geringſte Luſt, Herr von Kalkſtein.“
„Sie wollen alſo das Fräulein den Plänen des
Herrn von Grumbkow— und laſſen Sie mich hinzu⸗ fügen, auch den Ihrigen— opfern?“
„Mein Herr, Sie gehen in Ihrer Sprache weiter, als Ihr Recht reicht.“
„Mein Recht knüpft ſich an die Liebe, welche das Fräulein mir geſchenkt hat.“
„Dann ſehen Sie, wie Sie daſſelbe aufrecht er⸗ halten,“ lachte höhniſch Herr von Papſt.
„Allerdings werde ich dies wohl verſuchen müſſen,“ entgegnete erbittert der Junker.„Kurz und gut, habe ich Sie in dieſer Angelegenheit als meinen Freund oder Feind zu betrachten?“
„Ich ſtehe auf neutralem Boden,“ antwortete Herr von Papſt, der wieder ſeine Maske annahm. „Aber,“ fügte er hinzu, indem er ſich in die Bruſt warf,„da es Seiner Majeſtät gefallen hat, die Sache in ſeine Hand zu nehmen, ſo halte ich es für meine Pflicht, Ihnen als ein getreuer Unterthan von heute ab alle ferneren Beſuche bei meiner Mündel zu unter⸗ ſagen.“
„Und ich erkläre Ihnen, daß ich trotzdem mit allen mir zu Gebote ſteheuden Mitteln darnach trachten
werde, ſowohl Ihre Pläne, wie die des Herrn von
Grumbkow zu vereiteln.“
„Bedenken Sie wohl, was Sie wagen.“
„Höchſtens meinen Kopf, und der iſt mir ohne den Beſitz des Fräulein von Schönfeld ſehr gleichgültig.“
„Sie verwerfen alſo meine guten Warnungen? Nun, dann denke ich, können wir auch unſere Unter— redung abbrechen, Herr von Kalkſtein.“
„Ich bin damit einverſtanden,“ entgegnete dieſer. „Von heute ab alſo Krieg zwiſchen uns Beiden; Krieg um einen Preis, deſſen Werth für mich un⸗ ſchätzbar iſt.“
„Sie kennen meine Hülfstruppen noch nicht,“ rief Herr von Paſt ſchadenfroh dem aus dem Gemach ſiürmenden Junker nach, wobei er ſich vergnügt die Hände rieb.
Doch Herr von Kalkſtein beachtete dieſe Worte nicht und ſtieg haſtig die breite Treppe zum Erdge⸗ ſchoß hinunter.
„Du biſt auf dem beſten Wege, Dir den Kopf an der Mauer einzurennen, junger Heißſporn, gerade ſo, wie ich es wünſche,“ lachte Herr von Papſt.
Novellen⸗ZJeitung.
Schloſſes trat, um ſein Pferd zu beſteigen, zufällig der Zofe des Fräuleins von Schönfeld begegnete und daß er dieſer im Vorübergehen ein zuſammengelegtes Blättchen Papier in die Hand drückte. Hatte er den Inhalt dieſes Briefchens gekannt, ſo würde er wahr⸗ ſcheinlich nicht weiter gelacht, ſondern ſehr ernſtlich
über die Kriegserklärung des Junkers nachgedacht haben.
Als der Arzt mit dem kleinen Valentin das Wirthshaus Jum tapferen Grenadier⸗ verlaſſen hatte, zog er eine Zeitlang ſchweigend des Weges, indem er ſich in eine Reihe von Gedanken vertiefte und es dabei dem Inſtinct des Thieres, welches ihn trug, überließ, den richtigen Weg einzuhalten.
Zuweilen richtete er wohl auch ſeinen Blick nach den Geſtirnen, die aus dem tiefen Blau, mit welchem der Himmel bedeckt war, wie unzählige Lichter hervor⸗ traten, um den Stand derſelben zu erforſchen.
Endlich erwachte er aus ſeinem Nachſinnen und ſich im Sattel emporrichtend und ſich des Zweckes ſeiner Reiſe erinnernd, murmelte er: 1
„Ich will das Thier etwas antreiben, denn der Kranke wie der Freund, Beide harren meiner und der Eine wie der Andere iſt zuverläſſig des Troſtes be⸗ dürftig.“ Unſer Bekannter wollte ſein Vorhaben eben ausführen, als der kleine Valentin plötzlich den Zügel des Pferdes ergriff und das an ſeine Stimme und Führung gewöhnte Thier nöthigte, in ſeinem Paßgang einzuhalten.
„Was machſt Du, mein Kind?“ fragte der Ge⸗ lehrte, etwas überraſcht über dieſe Handlungsweiſe des Knaben,„warum zwingſt Du die Stute nu zum Stillſtehen, während wir doch alle Urſach haben,* rüſtig unſeren Weg fortzuſetzen?“
„Still, Herr!“ entgegnete der kleine Valentin im Flüſterton,„dort in den Büſchen bewegt ſich Etwas, und ich glaube das leiſe Geſpräch mehrerer Männer
vernommen zu haben.“
„Deine Einbildungskraft führt Dich gewiß irre und die Nacht trägt dazu bei, dieſe Täuſchungen zu verſtärken. Laß uns den Weg fortſetzen.“
„Nein, nein,“ rief Valentin noch ängſtlicher,„ich
bitte Euch, Herr, kehrt um!“
„Deine Jugend entſchuldigt Deine Furcht, Knabe. Noch einmal ſage ich Dir, laß den Zügel los.“
„Habt Acht, Herr, habt Acht!— O, ich wußte es wohl, daß ich recht geſehen hatte!“
Dieſe Worte wurden von dem kleinen Valentin mit allen Zeichen der Angſt und des Schreckens aus⸗
Dabei hatte er aber freilich nicht geſehen, daß
geſtoßen, indem er gleichzeitig ſeinen Arm nach einer
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