180
der Generalſtaaten von Holland und an die Recla⸗ mationen vieler anderer Potentaten gekehrt? Gewiß,
gelehrter Herr,
thun, wenn Ihr dies in Erwägung zieht.“
Der Gelehrte ſtützte eine Minute ſinnend ſein Haupt in die Hand, als er es jedoch wieder empor⸗ richtete, ſprach ſich in ſeinem Geſicht ein feſter, unab⸗ änderlicher Entſchluß aus.
„Ich muß fort,“ ſagte er in feſtem Tone,„ein Kranker erwartet mich, und das genügt. Aber es giebt auch noch einen anderen Grund, welcher mir dieſe Reiſe zur gebieteriſchen Nothwendigkeit macht— es iſt die Bitte eines Jünglings, den ich unter meinen Augen aufwachſen ſah— eines edlen Jüng— lings, den ich wie einen Bruder liebe und der mich gerade jetzt dringend zu ſich ruft, um ihm in einer Stunde, wo erndes Rathes bedarf, meinen ſchwachen Beiſtand zu leihen.“
„Bei dem ruhmreichen Schwerte des Prinzen Eugenius, Ihr beſitzt ein edeles und furchtloſes Herz,“ rief der Lieutenant,„und bei Gott, auch der Junker von Kalkſtein verdient einen ſolchen Freund!.. Hat einen edelen Sinn, dieſer Junker!.. Will mich vor die Mündung einker Kanone binden laſſen, wenn ich ihm nicht das Fräulein gönne, wäre er auch nicht
ein ſo naher Verwandter des Oberſt von Flemming, deſſen Lieutenant zu ſein ich die Ehre habe.“
„Iſt es denn wahr, daß Herr von Papſt dem Herrn von Kalkſtein ſeine Nichte verweigert?“ fragte der Krämer, indem er neugierig näher rückte.
„Und zwar auf Befehl des Königs, wie man ſich in die Ohren flüſtert,“ fügte der Magiſter hinzu.
„Allerdings kann weder das Eine noch das An— dere geleugnet werden, meine Freunde,“ fügte der Gelehrte hinzu,„und eben deßhalb würde ich es mir zum größten Vorwurf machen, wenn ich aus eiteler Furcht gerade jetzt von dem Jüngling fern bliebe, wo ſein Herz niedergedrückt iſt und er mehr wie ſonſt des Rathes eines treuen Freundes bedarf.“
Mit dieſen Worten ſtand der Doctor auf, be⸗ zahlte ſeine Zeche und verließ in Begleitung des kleinen Valentin, der inzwiſchen eine Mütze von ſchwarzem Pudelfell über die Ohren gezogen und eine wollene Decke um ſeine Schultern geſchlagen hatte,
— das Zimmer.
Als unmittelbar darauf auch der Lieutenant und dine Gefährten dem Wirthshaus„zum tapferen Her erenadier⸗ den Rücken kehrten, konnten ſie noch in frag! Ferne den Schall der Tritte von Peter Simpel's Äbel ¹ ner Stute vernehmen.
Amtma
Novellen⸗
Zeitung.
Die kurzen runden Glieder, in einen weiten Schlafrock gehüllt und den Rücken einem Kamin zu⸗
es iſt die Beſorgniß Ihrer Freunde, gekehrt, ſaß Herr von Papſt in einem reichgepolſterten welche ſich hier ausſpricht, und Ihr werdet wohl daran
Seſſel in ſeinem Arbeitszimmer und war damit be⸗ ſchäftigt, einen ziemlich umfangreichen Brief in ein ſauberes Couvert einzuſchlagen.
„So!“ ſagte er, indem er das Schreiben mit ſeinem Familienwappen verſchloß,„das wäre ein ab⸗ gemachtes Geſchäft, welches mir Procente eintragen wird, mit denen ich zufrieden ſein kann. Sehen wir nach, welche Vortheile ſich aus dieſer Heirath heraus⸗ finden laſſen... Zunächſt die Gunſt des Königs und, was ebenſo viel heißen will, die mächtige Pro⸗ tection des Herrn von Grumbkow; dann die Zuſage des Letzteren, mir zur Erwerbung der ſchönen Eichen⸗ pflanzung, die an mein Gut ſtößt und jetzt königliches Eigenthum iſt, unter der Hälfte des Werthes be⸗ hülflich zu ſein; endlich die Ausſicht auf ein Hofamt.. Wie, ließ Herr von Grumbkow nicht ſogar ſo etwas von Jägermeiſter fallen?... Ha, ein nobeles Amt, wie es ſich ein Edelmann nicht beſſer wünſchen kann!. O, wir werden die Zufriedenheit von Seiner Ma⸗ jeſtät zu erlangen ſuchen, und was das Reiten betrifft,“ hier blickte Herr von Papſt etwas zweifelhaft auf ſeine kurzen Bei uf ſeinen runden, weitvor⸗ ſtehenden Bauchzznun, ſo werden wir uns ein ſanftes, gut zugerittenes Thier ausſuchen, und wenn wir alsdann dennoch das Unglück haben ſollten, bügellos zu werden, nun, ſo wird Solches nur deſtomehr bei⸗ tragen, uns in der Gunſt Seiner Majeſtät zu befe⸗ ſtigen, welche bekanntlich derartigen Beluſtigungen ganz beſonders zugethan ſind.n
Herr von Papſt trat bei dieſen Worten an einen
Schellenzug und ſetzte denſelben in ſo heftige Bewegung, daß man den Ton der kleinen Glocke weit durch die Gänge dos Schloſſes ſchallen hörte.
In Folge deſſen trat ein Diener ein.
„Dieſer Brief wird ſogleich durch einen reitenden Boten nach dem nächſten Poſtamt befördert. Dem Poſtmeiſter iſt zu bemerken, daß Seine Exellenz, der Herr General von Grumbkow es ſehr übel vermerken würde, wenn an der ſchnellen Beförderung deſſelben Etwas mangeln ſollte.“
Nachdem der Diener abgetreten war, ſetzte Herr von Papſt ſein Selbſtgeſpräch weiter fort.
„Weiberthränen... Proteſte... Drohungen... Pah! was iſt dies Alles dem Willen des Königs gegenüber, beſonders wenn das Intereſſe des Herrn von Grumbkow dabei ins Spiel kommt! Jugend⸗ liebe... frühzeitige Verlobung... Ha, ha! Seine Majeſtät verſtehen zu löſen und zu binden, und Widerſprüche lieben Dieſelben gerade nicht. Hieraus
h. rieb ſich d
erzütt ſich Indel, d geumbton Junker von
haben und des Kärig
trage Kndes bef balt ſb verborge Dies we punzig Jahr dunclem da⸗ Ruth und S fines Reitkl dem Dampf hedeckt war, A H wie der Fee verbeieilend raſchen un vinter welch folgen wün ſeines Schl reicher Sti Kurz
den Sunte Herr Mal im;
aß ein e auch das? Mittel beft Als daher Herr des é kernteſten§ „Ci, e
früh im Sa lange her, Schwelle me Sie in der was ſehen man ſieht Sorgen ke Der
und warf velcher di daß er il


