174 Novellen Man kann ſich leicht denken, daß die ältere Geſchichte ſeiner Vaterſtadt ihm ein beſonders großes Intereſſe bot, und daß er der Erforſchung derſelben einen vorzüglichen Fleiß widmete. Von den Werken, welche er über dieſen Gegenſtand
veröffentlicht hat, erwähnen wir nur das 1842 erſchienene
Hamburger Urkundenbuch, welches das urkundliche Material zur Geſchichte der Stadt bis zum Jahr 1300 und auch die altere Zeit des Bisthums in reicher Fülle zuſammenſtellt; die Hamburger Rechtsalterthümer(1845), worin die ältern Quellen des Stadtrechts veröffentlicht und erläutert ſind; Sammlung der Verordnungen der freien Hanſeſtadt ſeit
1814, die von 1826 bis 1859 in den Bänden 9 bis 28
veröffentlicht wurden; Abhandlungen über die Realgerechtſame in der Stadt(1861); über das Recht Hamburgs an der Alſter (1859); Elbkarte des Melchior Lorichs vom Jahr 1568 mit genauen topographiſchen und einigen geſchichtlichen Ausfüh⸗ rungen(1847) ꝛc. Als Leiter und Präſident des Vereins für Hamburgiſche Geſchichte lieferte er auch der Zeitſchrift dieſes Vereins manche kürzere und längere werthvolle Bei⸗ träge.
4 Man verdankt ſeinem Fleiße außerdem noch andere hiſto⸗ riſche Quellenſchriftſteller und ebenſo hat er für die„Göttin⸗ ger Gelehrten Anzeigen“ ſehr viele Beiträge geliefert, ſowie er auch ein fleißiger Mitarbeiter hiſtoriſcher Zeitſchriften be⸗ nachbarter Länder, namentlich Schleswig⸗Holſteins war und vielen juriſtiſchen, geſchichtlichen und literariſchen Zeitſchrif⸗ ten werthvolle Beiträge hat zugehen laſſen. Er gehörte auch zu den Mitarbeitern des Staatslexicons und der Encyclopä⸗ die von Gruber und Erſch.
Lappenberg's literariſche Thätigkeit beſchränkte ſich aber nicht blos auf alte geſchichtliche Forſchungen. Die Literatur
verdankt ihm auch eine 1834 erſchienene ganz neue Ausgabe
des Eulenſpiegel, der niederdeutſchen Scherzgedichte von Lauremberg, die erſte vollſtändige Ausgabe von Flemming's deutſchen und lateiniſchen Gedichten, eine Sammlung von Klopſtock's Briefen und eine anziehende Schrift über das Fräulein Klettenberg, Goethe's ſchöne Seele.
Dr. Lappenberg, deſſen ganzes Aeußere den fein gebil⸗ deten Mann verrieth und der ſich durch ſeine Gefälligkeit, die er als Menſch, Archivar und Gelehrter nie vergebens in Anſpruch nehmen ließ, ſehr viel Freunde gewann, blieb in ſeinem vom Glück ſehr begünſtigten Leben doch ebenſowenig als irgend ein anderer Sterblicher ganz von Unfällen verſchont. So erlitt er bei der großen Feuersbrunſt, von der Hamburg
1842 heimgeſucht wurde und die auch einen bedeutenden Theil
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des von ihm geordneten Stadtarchivs in Aſche legte, den ihm ſchmerzlichen Verluſt mancher ſeiner Sammlungen und Vor⸗ arbeiten, die ihm viel Mühe und Arbeit gekoſtet hatten. Noch ſchmerzlicher wurde ſein Herz durch den frühen Tod ſeiner liebenswürdigen Gemahlin berührt und im Jahr 1848 be⸗ gann dann ein ſchweres Augenleiden, das ihn zwang ſich bei ſeinen Arbeiten fremder Hülfe zu bedienen. Um ſich in die Lage zu ſetzen, manche literariſche Arbeiten, die er ſich vorge⸗ nommen hatte, vollenden zu können, legte er vor etwas mehr als Jahresfriſt ſeine Stelle als Archivar nieder, doch der Tod rief ihn zu früh von dieſer Erde ab, als daß er ſeine Vorſätze hätte ausführen können.
Der Profeſſor G. Waitz in Göttingen widmet dem Ver⸗ ſtorbenen in den„Göttinger Gelehrten Anzeigen“ einen län⸗ geren Nachruf, an deſſen Schluß er ſehr richtig ſagt:
„Durch weiten Umfang der Studien, unermüdliche Thätigkeit, Hingebung auch an das ſcheinbar Kleine und
Mühſame der Forſchung, Sinn für das Nächſte und Heimi⸗ f 54
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„Zeilung.
ſche und zugleich Intereſſe und Verſtändniß für die allgemei⸗ nen Aufgaben der Wiſſenſchaft, die der Verſtorbene zeigte und mit amtlicher Thätigkeit und äußerlich ſehr günſtigen Lebens⸗ verhältniſſen zu vereinigen wußte, iſt er ein Vorbild gewor⸗ den, dem es in Deutſchland und namentlich auch in den reichen Handelsſtädten des Nordens nicht an Nachahmung fehlen möge.“
In dem Dr. Lappenberg hat Hamburg einen Ehrenmann und einen Gelehrten verloren, wie es deren nicht viele giebt, doch er hat ſich durch ſeine Verdienſte um die Geſchichte dort ein dauerndes Andenken geſtiftet und wird ebenſowenig von ſeinen perſönlichen Freunden und Verehrern vergeſſen werden. Friede ſeiner Aſche! C.
Die Mordmaffen der chriſtlichen Civiliſation.
Die Anfertigung von Werkzeugen, mit welchen die chriſt⸗ lichen und civiliſirten Menſchen unſeres Jahrhunderts einan⸗ der um's Leben bringen, bildet einen der wichtigſten Gewerbs⸗ zweige, insbeſondere für die Stadt Birmingham. In einer der Sitzungen der Britiſh Aſſociation gab J. D. Goodman über denſelben eingehende Nachrichten. Die Stadt zählte 1685 nur erſt etwa 4000 Einwohner; England bezog früher ſeinen Bedarf an Schießwaffen vorzugsweiſe aus Lüttich; in Birmingham wurde die Waffenfabrikation 1689 durch König Wilhelm III. eingeführt; fünf Meiſter bekamen den Auftrag 200 Musketen mit Schnapphähnen zu liefern; für jede der⸗ ſelben erhielten ſie 17 Schilling.
Jetzt gilt bei der Verfertigung der Waffen das Syſtem der Vertheilung der Arbeit; Lauf, Schloß ꝛc. werden von verſchiedenen Leuten geliefert, und der Gewehrmacher ſetzt dann die einzelnen Theile zuſammen. In der Mitte des Jahres 1865 waren 599 Meiſter in den verſchiedenen Zwei⸗ gen beſchäftigt und 7340 Arbeitsleute; von den letzteren be⸗ ſchaffen 3420 die Materialien(etwa 700 liefern die Läufe, 1200 das Schloß, 500 das Bajonnet ꝛc.). Die Arbeits⸗ löhne ſind höher als in irgend einem andern Gewerbe; man bezahlt ſtückweis. Neuerdings werden mehr und mehr Maſchinen angewandt, und zwar nach dem„interchangeable system“, welches ſchon vor einem Vierteljahrhundert in der Waffenfabrik zu Springfield in Maſſachuſetts eingeführt worden iſt. In England kam es zuerſt in Enfield in Anwen⸗ dung, wo eine Muskete, ehe ſie als fertig abgeliefert wird, nahezu 600 Proceſſe durchmacht. Die Small arms Company zu Birmingham hat jetzt Vorkehrungen getroffen, in jeder Woche 1000 Gewehre fertig zu liefern.
Alle Gewehre unterliegen jetzt, ehe ſie in's Publicum gelangen, einer zweimaligen Prüfung; in Birmingham iſt ein beſonderes Probirhaus und alljährlich werden am 9. März die Probirmeiſter gewählt.
In den zehn Jahren 1855 bis 1864 ſind in England 6,116,305 Gewehre und Piſtolen geprüft worden; davon im Birminghamer Trade Proof houſe 3,277,815, und im dor⸗ tigen Regierungs Proof houſe 978,249; dieſe letzteren waren alle für Landheer und Flotte beſtimmt. Sodann in London 1,325,139, in der Fabrik zu Enfield 505,102. Die jährliche Waffenproduction ſtellt ſich ſo: houſe 327,781; im Probirhauſe der Regierung 97,824; London Trade Proof houſe 135,513, Enfield 72,154,— im Ganzen 633,272.
Während der vier Jahre des Krieges in Nordamerika ſind 1,027,336„small arms“ dorthin verſchickt worden; davon 682,534 aus Birmingham, die übrigen aus London.
Birmingham Trade Proof
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