Jahrgang 
01-26 (1866)
Seite
173
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Aus dem ſehr anziehenden Buche ergiebt es ſich, daß ſelbſt dann, wenn der Verfaſſer die Chineſen mit einem zu günſtigen Auge betrachtet haben ſollte, unſere bisherigen Vor⸗ ſtellungen von dieſem Volke ſehr der Berichtigung bedürfen, und weil Rennie's Buch dazu die Gelgenheit bietet, ſich dar⸗ über eines Beſſern zu belehren, ſo iſt es ſchon aus dieſem Grunde ein ſchätzbarer Beitrag zur Literatur der Ethno⸗ logie. C.

Dortor Lappenberg.

Die Kunde, daß der Archivar Doctor Lappenberg in Hamburg am 28. November 1865 entſchlafen ſei, war nicht blos für die vielen perſönlichen Freunde und Verehrer des trefflichen Mannes, ſondern auch für die gelehrte Welt, die ſeine bedeutenden Leiſtungen als Geſchichtsforſcher um die Aufhellung vieler dunkler Punkte in der Geſchichte, beſonders der Hanſa und ſeiner Vaterſtadt, vollkommen zu würdigen wußte, eine ſehr ſchmerzliche. Ein ſo verdienſtvoller Ehren⸗ mann verdient, daß wir unſern Leſern Näheres über das Leben und Wirken desſelben hier mittheilen.

Johann Martin Lappenberg ſtammte aus einer hannö⸗ veriſch⸗bremiſchen Familie. Sein Großvater war Geiſtlicher, beſchäftigte ſich aber in ſeinen Mußeſtunden mit geſchichtlichen Studien und erwarb ſich durch ſeine Arbeiten Verdienſte um die Landesgeſchichte. Dieſe Vorliebe vererbte ſich auf ſeinen Enkel, deſſen Vater als Arzt in Hamburg lebte, wo der jetzt Verſtorbene am 30. Juli 1794 das Licht der Welt erblickte. Anfangs war es ſeine Abſicht, ſich ebenfalls zum Arzt auszu⸗ bilden, und zu dem Zweck, beſonders naturhiſtoriſche Studien

zu betreiben, beſuchte er die Univerſität in Edinburg. Dort

wendete ſich ſeine Vorliebe mehr der Politik, Geſchichte und Rechtsgelehrſamkeit zu und er ſtrebte während ſeines längeren Aufenthalts in Schottland und England darnach, ſich eine gründliche Kenntniß des Landes, für das er eine große Vor⸗ liebe gefaßt hatte, der er nie untreu geworden iſt, ſowie der ſtaatlichen und rechtlichen Verhältniſſe desſelben zu erwerben. Sobald er dieſes Ziel erreicht hatte, kehrte er nach Deutſch⸗ land zurück, um ſich auf den Univerſitäten in Berlin und Göt⸗ tingen dem Studium der Jurisprudenz zu widmen, und in der letztern Univerſitätsſtadt erlangte er am 23. October 1816 als Doctor juris den Doctorhut. In Folge deſſen, daß der Senat ſeiner Vaterſtadt ihm die Stelle als Hamburgiſcher Miniſterreſident in Berlin übertrug, verlebte er mehrere Jahre dort und unter Andern trat er in ſehr nahe Beziehun⸗ gen zu Savigny, welche wahrſcheinlich viel dazu beigetragen haben mögen, ſeine Vorliebe für rechtshiſtoriſche und allgemein geſchichtliche Forſchungen zu vermehren, die ihn im Jahr 1823 veranlaßte, den Poſten als Archivar in ſeiner Vaterſtadt anzunehmen, wo ſich ihm die beſte Gelegenheit dazu bot, ſich durch ſeine Forſchungen in dieſen Fächern um die Wiſſenſchaft der Geſchichte große Verdienſte zu erwerben. In dieſer Stel⸗ lung entwickelte er eine bewundernswerthe Thätigkeit als Literat und Forſcher. Vorzugsweiſe beſchäftigte Lappenberg ſich während ſeines ganzen Lebens mit deutſchem Rechte und deutſcher Geſchichte, ganz beſonders aber mit der Geſchichte ſeiner Vaterſtadt und der Hanſa, über die er ſehr viel Licht

verbreitet und manche dunkle Puntte aufgehellt hat.

Was die Geſchichte der Hanſa betrifft, ſo gab Lappen⸗ berg zuerſt 1830 die von dem Profeſſor Sartorius in Göt⸗ tingen begonnene, aber nicht vollendeteUrkundliche Geſchichte

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des Urſprungs der deutſchen Hanſa heraus, das Material des Urkundenbuchs wurde von ihm vermehrt und der hiſtori⸗ ſchen Darſtellung durch eine Unterſuchung über die Verhält⸗ niſſe und Verbindungen der deutſchen Kaufleute im Auslande, welche Lappenberg zuerſt als den eigentlichen Ausgang der Entſtehung der Hanſa nachwies, eine wichtige Ergänzung gegeben. Ein neuer Beitrag zur Geſchichte der Hanſa erſchien von Lappenberg im Jahr 1851, über den Stahlhof in London, den alten Sitz der Hanſa in der Metropole Englands, der zu einer ausführlichen Geſchichte der Hanſa, ja des deutſchen Handels in England überhaupt wurde. Die letzte Veranlaſ⸗ ſung ſich mit der Geſchichte der Hanſa zu beſchäftigen wurde ihm durch die von dem König Max II. in München geſtiftete hiſtoriſche Commiſſion gegeben, deren ſehr thätiges Mitglied Lappenberg war. Im Auftrag derſelben übernahm er die Leitung einer Ausgabe der hanſiſchen Receſſe und eines erwei⸗ terten Urkundenbuchs zur Geſchichte der Hanſa, welche unter ſeinem Beiſtande von Dr. Junghans, dem ſpätern Profeſſor in Kiel, beſorgt wurde. Als die Sammlung der ältern Receſſe ſo gut wie vollendet und für den Druck bereit war, trat der Tod des ausgezeichneten jungen Mannes vor einem Jahre hindernd ein. Dr. Lappenberg hatte allerdings die Abſicht, mit anderer Hülfe die Ausgabe ſelbſt zu beſorgen, doch ſein Tod iſt erfolgt, ehe er ſeinen Gedanken zu verwirklichen ver⸗ mochte.

Die Arbeiten für die Geſchichte der Hanſa veranlaßten den Dr. Lappenberg mehrmals Reiſen nach Dänemark und Norwegen zu unternehmen, und es ſind verſchiedene kleine Arbeiten von ihm über däniſche und nordiſche Verhältniſſe erſchienen.

Seine Vorliebe für England und eben ſo ſeine genaue Kenntniß dieſes Landes veranlaßten ihn, eine Geſchichte Eng⸗ lands zu ſchreiben, von welcher der erſte Band 1834, der zweite 1837 bei Friedrich Perthes in Hamburg erſchien, welche zu den werthvollſten Arbeiten der von Heeren und Ukert herausgegebenen Geſchichte der europäiſchen Staaten gehören. Selbſt in England wurde der Werth dieſes Werkes ehrend anerkannt und dem Verfaſſer wurde die Ehre zu Theil, daß er in Deutſchland der einzige Privatmann war, dem ein Exemplar des auf Staatskoſten gedruckten, mehr als 200 Bände zählenden Werks der Parlamentsverhandlungen ſeit den früheſten Zeiten überreicht wurde. Die wenigen übrigen Exemplare, die von dieſem großen Werke nach Deutſchland gekommen ſind, wurden öffentlichen Bibliotheken zum Ge⸗ ſchenk gemacht. Sehr zu beklagen iſt, daß er dieſe Geſchichte nur bis zum Jahr 1160 fortgeführt hat und ſich durch viele andre Arbeiten und ſpäter durch ein Augenleiden verhindert geſehen hat, es zu vollenden. In England erſchien eine

Ueberſetzung dieſer beiden Bände im Jahr 1845 von Thorpe,

und als man jede Hoffnung auf eine Fortſetzung von ſeiner Hand aufgegeben hatte, erſchien 1853 eine Fortſetzung des⸗ ſelben von Pauli.

Für das Studium der deutſchen Geſchichte wirkte Lappen⸗ berg durch ſeine Bearbeitung einer ganzen Reihe von Quellen⸗ ſchriften für die Monumenta Germaniae historica, z. B. den Adam von Bremen, Helmond und Arnold von Lübeck, Albert von Stade, die Annales Hamburgenses und Ryenses, die Holſteiniſche Chronik des Presbyter Bremenſis, Braunſchwei⸗ ger Reimchronik, Chron. Rastedense ꝛc. In dem Archiv der Geſellſchaft für ältere Deutſche Geſchichtskunde veröffentlichte er die Reſultate der Unterſuchungen über dieſe und verwandte Werke, ihre Quellen, ihr Verhältniß unter einander und zu andern Autoren.