Jahrgang 
01-26 (1866)
Seite
172
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172 Novellen machen. Dann ſchickte er ein fertig zubereitetes chineſiſches Mittagseſſen, deſſen erſte Hälfte aus ſechs und funfzig Ge⸗ richten beſtand, die alle ſehr vorzüglich waren. Suppe von Vogelneſtern befand ſich unter den ausgeſuchtern Gerichten. Es war kein Wunder, daß die Gäſte baten, man möge ihnen die zweite Hälfte der Gerichte nicht ſchicken.

Peking kann eine doppelte Stadt genannt werden, da es zwei beſtimmte getrennte Gemeinden hat. Die innere Stadt iſt chineſiſch, die äußere mit ihrem Zubehör tatariſch. Dr. Rennie und ſeine Freunde wohnten in der letztern. Die Mauer um die tatariſche Stadt iſt ein ungeheures Werk, an ihrer Baſis mehr als 80 Fuß dick, und die Baſtionen ſind im Verhältniß ſehr ſtark.

Die Thore und die Mauer der chineſiſchen Stadt ſind weniger ſtark und imponirend. Jehes Thor iſt mit zwei Reihen Schießſcharten verſehen, in jeder ſieben Schießlöcher, denjenigen ähnlich an den Eingängen in die Baſtionen der tatariſchen Stadt an der andern Seite. Es giebt ſieben Thore, drei an der ſüdlichen Seite, ein Hauptthor an der Oſtſeite, ein anderes an der Weſtſeite und zwei Ergänzungs⸗ thore an jeder Seite, das öſtliche und das weſtliche Bequem⸗ lichkeitsthor genannt. Unmittelbar an der Außenſeite der Mauer betreibt die chineſiſche Jugend in den Sandflächen, deren ſich viele finden, ihre gymnaſtiſchen Uebungen. Die⸗ ſelben beſtehen im Ringen, Springen ꝛc. und ſind denen der Marktſchreier ſehr ähnlich.

Zum Schluß unſrer Mittheilung aus Dr. Rennie's Werke wollen wir den Empfang des Geſandten von Seiten des Prinzen Kong mittheilen, der kurz nach ihver Ankunft in Peking ſtattfand.

Wir ritten in einen Hofraum, wo wir von unſeren Pferden ſtiegen und die Pferde und die Sänften ließen. Hier kamen dem Herrn de Bourboulon Wan⸗ſe⸗ang, Hang⸗ki und Tſun⸗luen mit der charakteriſtiſchen chineſiſchen Höflichkeit entgegen. Eine kleine Strecke weiter fort kam der bejahrte und ehrwürdig ausſehende Kwei⸗liang, der von zwei Dienern unterſtützt wurde, ihm entgegen. Am Ende des Weges, der nach dem anſtoßenden Hofe führte, ſtand der Prinz Kong. So wie Hr. de Bourboulon ſich näberte, ſchritt der Prinz ihm entgegen und begrüßte ihn in einer freundlichen, ſehr liebevollen Art und führte ihn in das Gemach, wo die Zu⸗ ſammenkunft ſtattfinden ſollte. Das Gemach bot nichts dar, was einer beſonderen Beſchreibung würdig wäre, es war ein Wohnzimmer von gewöhnlicher Größe, wie man ſich deren zu einem Bureau bedient. Auf einem Tiſche, der mit einem buntgeſtickten Scharlachtuch bedeckt war, ſtanden etwa fünfzig kleine Schüſſeln, welche verſchiedene Obſtſorten, Zuckerſachen und Backwerk enthielten. Der Prinz nahm ſeinen Sitz hinter der Tafel, wo Hr. de Bourboulon ſich ihm zur Linken in China der Ehrenplatz und der Graf Kleiſkowsky zu ſeiner Rechten niederlaſſen mußten. Kwei⸗liang ſaß an der Linken des Hr. de Bourboulon, und neben ihm wieder zur Linken Tſun⸗luen. Zur Rechten des Grafen Kleiſkowsky ſaß Wan⸗ſe⸗ang und dazwiſchen und ein wenig hinter dem Prinzen und dem Hrn. de Bourboulon ſaßen der Baron de Meritens und Hang⸗ki. Für die Officiere der Escorte und mich(Rennie) waren Seſſel außerhalb des officiellen Kreiſes hinter Kwei⸗liang und Tſun⸗luen geſtellt. Mandarinen mit Knöpfen verſchiedenen Grades ſtanden im Zimmer umher und eine Zahl Diener drängten ſich herein, die gern ſehen und hören wollten, was vorginge. Thee wurde ſofort ſer⸗ virt, wie die Geſellſchaft ihre Sitze eingenommen hatte, wo⸗ rauf Hr. de Bourboulon dem Prinzen eine franzöſiſche Adreſſe

Zeitung.

vorlas, welche Satz für Satz von dem Herrn de Meritens aus einer chineſiſchen Ueberſetzung, die er in der Hand hatte, verdolmetſcht wurde. Der Prinz hörte ſehr aufmerkſam zu, und ſchien über das, was geſagt wurde, ſehr erfreut zu ſein, und großes Intereſſe daran zu nehmen, während er von Zeit zu Zeit in einer ſehr lebhaften Art verſuchte, den Sätzen in der Ueberſetzung des Hrn. de Meritens zu folgen. Nach dem Schluſſe der Adreſſe drückte der Prinz ſeinen Dank für die darin ausgeſprochenen freundlichen Geſinnungen aus und bat um eine Abſchrift derſelben, welche indeſſen, wie Wan⸗ſe⸗ang nach der Audienz dem Grafen Kleiſkowsky insgeheim ſagte, den Zweck hatte, dem Kaiſer nach Jeho geſandt zu werden. Nun begann die allgemeine Uuterhaltung, die Erfriſchungen wurden herumgereicht, ſo wie auch heißer, von Reis bereiteter Wein, der aus einem metallenen Keſſel in europäiſche Wein⸗ gläſer geſchenkt wurde. Für uns waren Meſſer, Gabeln und Löffel herbei geſchafft, der Prinz und ſeine Collegen aßen nach chineſiſcher Art mit ihren kleinen elfenbeinernen Stäbchen. Der Prinz trank dem Hrn. de Bourboulon faſt ganz nach dem engliſchen Gebrauch zu, indem er ſein Glas erhob, es etwas vorhielt und ſich verbeugte, ehe er es an ſeine Lippen ſetzte. Die Andern thaten dasſelbe in gewiſſen Zwiſchen⸗ räumen. In dem Laufe der Unterredung bemerkte ich, daß Kwei⸗liang ſeinem Collegen Tſun⸗luen etwas zuwisperte, und nach dem Ausdruck ſeines Geſichts vermathete ich, daß es ein Scherz war. Graf Kleiſkowsky trug verſchiedene Or⸗ denszeichen, welche die Aufmerkſamkeit des Prinzen auf ſich zogen, der bemerkte, er habe deren zu viele. Er blickte auch auf den Galadegen des Grafen und ſagte, derſelbe ſei ſehr leicht und für ſchwere Arbeit nicht geeignet. Als man ihm erklärt hatte, derſelbe werde nur zum Putz und nicht zum Gebrauch getragen, drückte er ſein Erſtaunen aus zu hören, daß der Graf eine Civilperſon und nicht ein militäriſcher Mandarin ſei; in ſeinen Augen erſchien es ſehr ſonderbar, daß ein Ci⸗ viliſt Waffen trug, der Militärſtand wird in China nicht beſonders geachtet. Prinz Kong's Geſicht hat einen ſehr angenehmen Ausdruck. Seine Geſichtszüge haben den wahren tatariſchen Typus; ſeine rechte Wange iſt durch zwei dicht neben einander liegende Narben, die offenbar von zwei Geſchwüren herrühren, etwas verunſtaltet. Sein Ge⸗ ſicht und ſeine Hände ſind klein, die Finger ſind ſehr zart und ſehen ganz wie die einer Dame aus. An dem rechten Daumen trug er einen großen, breiten Ring mit einem Jas⸗ pisſtein von weißer Farbe mit einer röthlich braunen Ober⸗ fläche. Er iſt ohngefähr von mittler Statur und hat eine ſchlanke Figur. Sein Anzug beſtand aus einem Pelzüberrock von Seeotterfell über einem purpurrothen ſeidnen Anzuge, der mit Hermelin beſetzt war. Sein Hut war von der ge⸗ wöhnlichen tatariſchen Form, die aufwärts gekrümmten Kräm⸗ pen waren mit Sammet gefüttert. Der Hut war an Stelle des Knopfs und der Pfauenfeder der höhern Claſſe, die von dem Adel oder den Mandarinen, wie wir ſie nennen, getragen werden, mit einer carmoiſinrothen ſeidnen Quaſte umgeben. Der Prinz hatte um ſeinen Hals zwei Ketten, die eine von bernſteinfarbigen Kügelchen, die andere von großen Kugeln von rothen Korallen. Jede der Ketten hatte einen Anhang, der mit koſtbaren Edelſteinen befeſtigt war und, wie ſein Zopf, auf ſeinem Rücken herabhing. Schwarze Atlasſtiefeln voll⸗ endeten ſeinen Anzug. Kwei⸗liang und ſeine Collegen trugen ebenfalls einen Pelz mtt einem ſeidnen Unterkleide. Sie Alle trugen Korallenknöpfe und Pfaufedern mit drei Augen auf ihren Hüten. Ich bemerke, daß Kwei⸗liang der Schwieger⸗ vater des Prinzen Kong iſt, und nach einem Gerüchte ſoll eine

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