Jahrgang 
01-26 (1866)
Seite
171
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Vierte Solge. 171

Feuilleton.

Peking and the Pekingese during the first year of the British Embassy at Peking.

Glaubend, daß die Chineſen ein wenig verſtandenes und oft falſch dargeſtelltes Volk ſeien, hat Dr. F. Rennie ſeinen Aufenthalt in Peking, wo er der engliſchen Geſandtſchaft an⸗ gehörte, dazu benutzt, ein Werk zu ſchreiben, das darauf berechnet iſt, falſche Eindrücke zu berichtigen und ebenſowohl über Land und Leute zu belehren. Es ſind übrigens nicht blos ſeine Beobachtungen, die Dr. Rennie in dieſem Buche mittheilt, ſondern ſie ſammen von mehreren Mitgliedern der Geſandtſchaft her, welche glaubten, eine Mittheilung ihrer Erfahrungen und Beobachtungen in Peking würde einer großen Zahl Leſer willkommen ſein, und die ſich deshalb ver⸗ pflichteten, das Intereſſanteſte deſſen, was ſie jeden Tag bemerkten, niederzuſchreiben, und dem Doctor Rennie fiel dann die Aufgabe zu, Alles zu ſichten und zu ordnen und für die Veröffentlichung des Werkes zuſammenzuſtellen. Sir Frederick Bruce, das Haupt der Geſandtſchaft, billigte den Plan vollkommen, und ſo entſtand dieſer Ueberblick der pſycho⸗ logiſchen Eigenſchaften, Gewohnheiten und des geſelligen Lebens jenes entfernten, unvollkommen gekannten Volkes, unter dem zum erſtenmal, ſo weit deſſen Geſchichte reicht, eine kleine Zahl Engländer ihren dauernden Wohnſitz genommen hatte. Ganz beſonders wird darin das hervorgehoben, was zu Gunſten des Charakters des chineſiſchen Volkes ſpricht. Seine Erzählung hat das Verdienſt der Einfachheit und Deutlichkeit und macht auf den Leſer den Eindruck der voll⸗ kommenen Glaubwürdigkeit. Dr. Rennie fühlt echt menſch⸗ lich und daher war er vor Allem dazu geeignet, als Fremder über ein Volk zu berichten, das genau zu beobachten ihm die Gelegenheit geboten war. Zwei Perioden ſeiner Dienſtzeit in China erzeugten in ſeinem Geiſte ganz dieſelben Ergebniſſe, und er hat das Land mit der Ueberzeugung verlaſſen, daß die chineſiſche Nation im Ganzen genommen weit weniger laſter⸗ haft iſt, als ſie gewöhnlich von Ausländern dargeſtellt wird. Eine andre Angabe, von welcher Dr. Rennie vermuthet, daß man ſie für lächerlich halten wird, für deren Wahrheit er ſich aber auf die Ueberzeugungen von Perſonen beruft, die erfahr⸗ ner ſind als er ſelbſt, iſt die,daß die niederen Claſſen des Volkes im allgemeinen beſſer geleitet werden, mäßiger und fleißiger und im Ganzen genommen den entſprechenden Claſſen des engliſchen Volkes überlegen ſind. Was die laſterhaften Claſſen und die Scheußlichkeiten betrifft, die man den Chine⸗ ſen zum Vorwurf macht, ſo hebt der Verfaſſer hervor, daß ähnliche Scandale in allen Ländern vorfallen und daß ſie dem himmliſchen Reiche nicht allein eigenthümlich ſind. Dr. Rennie ſagt wörtlich:Wenn in einem großen Reiche ſich zwei bis dreihunderttauſend Menſchen dieſer Art finden, ſo iſt das kein Grund, weshalb mehr als vierhundert Millionen Men⸗ ſchen im Stande ſein ſollten, ganz dieſelben Barbareien zu begehen. Das würde ganz dasſelbe ſein, als wenn die Chi⸗ neſen die Schlägereien in Belfaſt im Jahr 1864 dem ganzen engliſchen Volke zutrauen und dasſelbe nach ihnen beurthei⸗ len und behaupten wollten, das ſei die Art, wie die Englän⸗ der den chriſtlichen Glauben praktiſch beobachteten.

Von den Landleuten in Pe⸗tſchi⸗li giebt Dr. Rennie eine ſehr erfreuliche Beſchreibung, denn ſie benahmen ſich natür⸗ lich, höflich und gutmüthig. In der Gegend des Peiho ver⸗

ſammelten ſich Haufen von Landleuten, um die Reiſenden der Geſandtſchaft zu ſehen, wenn ſie durch ihr Dorf kamen. Alle hielten ſich ſehr ruhig und zeigten keine Aufregung oder Verwunderung. Nur wenn es ihnen möglich war, einen Blick auf die zwei Franzöſinnen zu werfen, die in Sänften getragen wurden, ſo zeigten ſie eine große Neugierde. Es waren Madame de Bourboulon und ihr Kammermädchen Vic⸗ torine Etard, die beiden erſten Europäerinnen, welche je die Hauptſtadt des Reichs der Mitte berührten, und die die Marketenderinnen, welche das franzöſiſche Heer begleiteten, abgerechnet je es beſuchten. Zuweilen wurde die Aufre⸗ gung wirklich ſehr groß und Anſtrengungen jeder Art wurden gemacht, um die fremden Frauen nur auf einen Augenblick zu ſehen, was auch zu der folgenden Scene die Veranlaſſung gab:

Bei meiner Rückkehr in das Yamun fand ich, daß ſich eine große Menſchenmenge in dem Hofe und auf dem Wege vor den Zimmern der Frau de Bourboulon und ihrer Kam⸗ merjungfer in der Hoffnung, ſie zu ſehen, zuſammengedrängt hatte, was uns eine Gelegenheit verſchaffte, die natürliche Höflichkeit der Chineſen und ihren Sinn für das Schickliche kennen zu lernen. Zufälliger Weiſe kam die Kammerjungfer heraus und als ſie auf die dichte Menſchenmenge losſchritt, bildeten die Chineſen in einer Secunde ganz aus freiwilligem gleichzeitigem Antriebe eine offene Paſſage für ſie, um durch⸗ gehen zu können, was ſie that, ohne daß die geringſte Unan⸗ ſtändigkeit oder ein Zeichen beleidigender Neugierde ſich bemer⸗ ken ließ. Alle blickten blos mit einer ſtummen Verwunderung auf ſie, was ſehr natürlich war, da bis dahin noch kein Frauenzimmer in europäiſcher Tracht, wie die beiden Fran⸗ zöſinnen ſie trugen, bis jenſeits Tien⸗tſing gekommen war. Die franzöſiſchen Marketenderinnen, deren Anzug eher männ⸗ lich als weiblich iſt, waren von den Chineſen wahrſcheinlich niemals als zum ſchönen Geſchlechte gehörend erkannt worden.

Einige Skizzen der Schrift zeigen uns, daß die Anſicht, China ſei übervölkert und kein Morgen Landes unbebaut, nicht begründet iſt. Das Land bietet allerdings große für den Acker⸗ bau geeignete Ebenen, ſchöne Landſchaften mit Hügeln und Thälern dar, die ſehr ſtill ſind. Dann giebt es an den Flüſ⸗ ſen angeſchwemmten Boden in einer weiten Ausdehnung, wo ſich nur wenig kleine Dörfer finden.

Die Ackerbauarbeiten, womit die Einwohner ſich eben beſchäftigten, waren das Pflügen, das nach allen Richtungen hin und in einer ſehr verſchiedenen Weiſe betrieben wurde, aber im Ganzen dem Charakter des Bodens ganz angemeſſen ſchien. Der eine Pflug wurde von drei Männern gezogen, die mit Seilen an den Pflug geſpannt waren, während ein vierter Mann zwiſchen einem Paar Deichſeln angeſchirrt war und ein fünfter den Pflug mit einem Griffe leitete. Ein anderer Pflug wurde von einem Ochſen und zwei Ponies gezogen....

In Yang⸗Tſun empfingen die Reiſenden durch die ihnen bewieſene Gaſtfreundſchaft ein neues Zeichen von dem gütigen und höflichen Charakter des Volkes. Gleich nach der Ankunft der Reiſegeſellſchaft fand ſich der Beamte der Stadt, ein kräfti⸗ ger alter Herr, welcher mit dem kryſtallnen Knopf decorirt war, in ſeiner Amtstracht und mit ſeiner Kette ein und ſandte ſeine Karte herein, um den Fremden ſeine Aufwartung zu