ich in dem Stuhl da und nickte ſo ein bischen nach der Nachtkoſt, und mein Wei
162 Novellen⸗
machſt mir mit ſo einem Gered' das Herz noch tauſend⸗ mal ſchwerer! Wir gehen flugs nach Herrn Erhard ſeinem Hauſe, um mit dem Seppi zu reden, und dann laufen wir Vier geradewegs zum König, und da will ich denn doch ſehen, ob's noch Gerechtigkeit in der Welt giebt!“
„Gerechtigkeit? Hu, die muß in Berlin auf wack⸗ ligen Füßen ſtehen! Mein Großvater ſagte ſchon immer, Preußen würd' noch viel Aergerniß in der Welt geben, na, und iſt Berlin und Preußen nicht eins? Neugierig bin ich halt, wie's in⸗dieſem Sünden⸗ pfuhl ausſchauen mag, aber doch will ich herzlich froh⸗ ſein, wenn wir ihn erſt wieder im Rücken haben.“
„Verteufelte Anſicht, Gevatter, die Ihr da zum Beſten gebt,“ meinte plötzlich Johannes Runkel, den das Geſpräch angelockt hatte.„Sündenpfuhl dieſes Berlin? o, will's nicht beſtreiten, war oft dort, als meine Beine noch flink wie die Haſen waren. S geht da luſtig und traurig und gräßlich her, kunter⸗ bunt durcheinander; ja, ja, ich glaub', der da drin kann auch ein Liedchen davon ſingen, es will mir ſcheinen, als hätten ſie ihm gehörig eins aufgeſpielt.“ Und damit drehte er den Daumen nach der Kammerthür.
„Wer iſt denn eigentlich dieſer vornehme Herr, den Ihr beherbergt?“ fragte mit neugierigem Ausdruck Walter, dabei auf einen Stuhl deutend, den Runkel auch ſogleich in Beſchlag nahm.„Alſo von Berlin kam er?“
„So iſt es,“ begann nun der Wirth ſeine Er⸗ zählung. Und dabei funkelteu ſeine Augen vor lauter Freude, denn ſeit ſeine Gäſte eingetreten, hatte er keinen größeren Herzenswunſch gehabt, als ſie mit der unheimlichen Ankunft des Kranken bekannt zu machen.„Ja, fünf Wochen mögen's her ſein, da ſaß
and draußen und 3 Bier ab. Plötzlich fahr ich auf, ich hörte nämlich eine agen kommen; und richtig, ich hatt' nicht geträumt, es war ein Wagen. Hier fuhr er vor. Ich wie der Wind hinaus. Hei, was die Pferde ſchwitzten, und der Schaum ſtand ihnen vorm Maul und über und über waren ſie mit Koth beſpritzt! Mir ward angſt und bange, ich dacht' doch gleich an die wilde Jagd. Aber ich ſag' Euch, ich dachte auch wieder an guten Verdienſt und da nahm ich mich denn fürchterlich zuſammen. Alſo ich öffne den Schlag.»Ew. Gnaden,⸗ ruf' ich hinein, ⸗iſt's gefällig auszuſteigen? Bei Johannes Runkel ißt und trinkt und ſchläft ſich's gut.“ Keine Antwort kriegt' ich da. Alſo fragte ich noch einmal. Und da denk' ich doch, das böſe Wetter kommt über mich ſiebenundſiebzigmal! Denn was hörte ich? Ew.
„daß er ſich tief gekränkt fühlte.
Zeitung.
Kutſcher, hier zu halten. Ew. Durchlaucht ſind zu ermattet, die Reiſe fortſetzen zu können.⸗ Und da fuhr der Andere aus der Ecke auf; hu, war der er⸗ ſchrecklich anzuſehen, juſt wie mein Knecht Kilian, als der ins Gras beißen mußt'. ⸗Weiter, weiter!« ſchrie er, ⸗das Blut wird zum Strom, immer mächtiger ſchwillt er an, er greift nach mir, o, Erbarmen, Erbarmen!⸗ Und damit mußten ich und der Diener nach ihm greifen, denn wie todt fiel er aus dem Schlag heraus.“
„Ne, ne, Gevatter, jetzt haltet auf,“ bemerkte Walter,„das iſt eine hübſche Geſchichte für die Spinn⸗ ſtube, aber wir glauben ſolch' Ammenmärchen nicht.“ „Das will ich auch meinen,“ fügte Joſef ver⸗ drießlich hinzu,„komm', Ohm, wir ſteigen nach oben und ins Bett.“ Aber Johannes Runkel hielt ſie faſt mit Gewalt zurück. Er ſtrich ſich mit beiden Händen über die Glatze und blies die Backen auf, ein ſicheres Zeichen, Und zur Betheuerung die Rechte auf die Bruſt legend, rief er aus:„Bei meiner Seele Seligkeit! hier trugen wir den vornehmen Herrn wie todt hetein. Mein Weib mußte ihre Kammer hergeben, es half nichts. Alſo er wurd' auf's Bett gelegt und da wurd' er ruhiger. Mein Weib kochte Thee, und der ſchmeckte ihm. Ich freute mich darüber und ſagte:„Morgen ſchick' ich nach Berlin und laß' den Medicus-... Aber da ſchrie er auf, daß mir's durch Mark und Bein ging: ⸗Fort, fort, aus Berlin kommt der Henker, er will mich, will mich! Dolche, Degen, Venedig und Berlin, ach, viel Blut!« Na, Gevatter, ich ſag' Euch, es war gräßlich. Aber ich bin der Mann, der ſich zu helfen weiß, und darum riß ich flugs meinen Gurt vom Leib und band damit den Kranken feſt; fort wollte er durchaus. Wie's zehn ſchlug, wurd' er viel ruhiger. Mit einem Mal fing er an zu weinen und bat: Ach, laßt mich hier bleiben, hier herrſcht Ruhe, in dieſer Kammer will ich ſterben. Doch die Pferde und der Wagen müſſen fort, ſie verrg mich.“ Und ſo iſt's auch geſchehen. Fünf d vorbei, aber er kann nicht leben und 44
„Sehr, ſehr traur meiſter„'s iſt ſonnenklar, ſtand verloren.“
e d rauf der Bürger⸗ Aermſte hat den Ver⸗
1
warf der Neffe hin und fügte ſogleich ermahnend hinzu „Wir wollten ja zur Ruhe gehen!“
eich, gleich, mein Junge.“ Aber trotz dieſer
g erhob ſich Walter dennoch nicht. Viel⸗
m te er ſich erſt recht behaglich hintenüber
Durckhir unter Verantwort wſcii ſagen, aich befahl unſerm
und fragte, indem aus ſeinen Augen die prickelndſte
„Was mag der alles auf ſeinem Gewiſſen aean
—
ennehmen: ſälen... „Seine Vergebens vergebend Beredſamte Wie weiße Waͤr und Stubl ein Fürſt, Bruſt durch vinaufgeſt gedtochen. raſender bilder, d doppelter däuchte i der Win, Kette, je des Hen ſah er 2 vor ſich. zu ſehen! Geſtalten da ſchrie ſont gin hinüber,
1 Deenan
3 Kulſche
Wafde
marſch
alſo
nur ir das f gepocht


