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ſchäften fern, wirkte aber fortwährend in patriotiſchem Sinne, zu welchem Zweck er ſich von ſeiner reizenden Villa Cannero auf einem Felſen in dem Lago maggiore von Zeit zu Zeit nach Florenz, Neapel oder Rom begab, ohne ſich aber irgend einer Hoffnung hinzugeben, daß er die Herſtellung der Einheit Ita⸗ liens noch erleben werde.
Zu derſelben Zeit, wo Graf Cavour im Auguſt 1858 in Plombieres mit dem Kaiſer Napoleon ſich über die Pläne verſtändigte, die 1859 in Scene geſetzt werden ſollten, ſchrieb d'Azeglio einem Freunde:„Das Ziel meines ganzen Lebens i*ſt verfehlt. Gott hat es nicht gewollt, oder wenigſtens es bis zu einer Zeit verlegt, die mir nicht mehr gehört....“
Als dann aber im Januar 1859 der Donnerſchlag ertönte, eilte der berühmte Patriot ſofort nach Turin, wo er dem Grafen Cavour erklärte, jetzt ſei die Zeit vorüber, wo er gegen ſeine Politik Widerſprüche gehabt hätte; jetzt handle es ſich nur noch darum, zum Gelingen derſelben beizutragen. Von dieſem Augenblick an ſei er Cavourianer und er möge unbedingt über ihn verfügen und ihn benutzen, wozu er ihm tauglich erſcheinen möge.
Victor Emanuel und Cavour beeilten ſich, dem wichti⸗ gen Verbündeten Arbeit zu geben. Zunächſt wurde d'Azeglio mit einer Miſſion nach Rom geſandt und vierzehn Tage ſpäter begab er ſich in der Eigenſchaft eines ſardiniſchen bevollmäch⸗ tigten Miniſters nach Paris und London, wo er nach ſeinen beſten Kräften für die Aufrechthaltung des Friedens zu wirken ſuchte, denn er ſagte:„Vor Allem muß man Chriſt ſein!“ Deshalb gab er ſeine Einwilligung zu den vier Punkten, deren Entſcheidung einem Congreß übertragen werden ſollte, und deren Hauptzweck eine allgemeine Entwaffnung war, die jedem Kriege vorbeugen ſollte, doch an demſelben Tage ſtellte Oeſterreich in Turin ſein Ultimatum, das den Krieg unver⸗ meidlich machte.
Nach dem Frieden von Villafranca wurde der Marcheſe d'Azeglio zum Gouverneur der Lombardei ernannt, doch er verzichtete bald auf dieſen Poſten und zog ſich völlig in's Privatleben zurück, dem er auch nicht wieder untreu gewor⸗ den iſt.
Den Staatsgeſchäften fernſtehend, widmete er dem Gange der Ereigniſſe doch fortwährend ſeine ganze Aufmerk⸗ ſamkeit und vor Allem ſuchte er durch Flugſchriften das italie⸗ niſche Volk in der römiſchen Frage zu ſeinen Anſichten zu
Novellen⸗Zeitung.
die Freude zu Theil geworden, die Ausführung des Werkes zu erleben, zu dem er vor allen Andern den Grund gelegt hat, wenn auch dem Grafen Cavour die Ehre gebührt, auf dieſem Grunde das Gebäude hergeſtellt zu haben. In dem Marcheſe Maſſimo d'Azeglio hat Italien einen ſeiner ehren⸗ wertheſten, um ſein Vaterland hoch verdienten Männer verlo⸗ ren, dem ſeine Verdienſte um ſein Volk für immer ein ehren⸗ volles Andenken ſichern. Friede ſeiner Aſche! C.
Der babyloniſche Thurm.
Mehrere Journale haben mitgetheilt, daß auf Veran⸗ laſſung des Papſtes ein Geiſtlicher ein Kreuz auf den babylo⸗ niſchen Thurm gepflanzt habe. Neuere Correſpondenzen geben Nachricht von dem gegenwärtigen Zuſtande, in welchem ſich dieſes unbeſtritten älteſte Monument unſerer Zeiten gegen⸗ wärtig befindet.
Der ſtolze Thurm hat von ſeinen acht Etagen ſechs ver⸗ loren, aber die zwei, welche ihm geblieben ſind, enthalten 80 Kilometer in der Runde und eine jede Seite ſeiner viereckigen Baſis mißt 194 Meter. Die Backſteine, aus denen er erbaut iſt, ſind vom reinſten Thon und von einer kaum von einem leichten Gelb getrübten Weiße. Wenn die Sonne darauf ſcheint, nimmt das Monument in ſeiner ganzen Maſſe einen Farbenton an, welchen keine Palette wiederzugeben vermag.
Dieſe Backſteine ſind mit ſehr ſchöner Keilſchrift bedeckt, welche man ihnen vor dem Brennen eingrub.
Das Bitumen, welches zum Mörtel gedient hat, kommt aus einer Quelle in der Nähe des Thurmes, welche noch vor⸗ handen iſt und ſich noch in ſo reichlicher Menge ergießt, daß ſie beinahe einen Strom bildet. Sie würde auch gewiß einen benachbarten Strom aufzehren, wenn die Einwohner ſich nicht beeilten, ſeine Fluthen anzuzünden, worauf ſie dann ruhig warten, bis das Feuer aus Mangel an Nahrungsſtoff erliſcht..
Das, was in dieſem Lande am meiſten auffällt, iſt, zu ſehen, wie das längſt Vergangene hier immer noch fortbeſteht. Man begegnet Karawanen von Pilgern, welche die Gräber der Propheten Jonas, Daniel, Micha und Nahum beſuchen. Die zehn unter Salmanaſſar gefangenen Stämme ſind in dem Lande geblieben, die meiſten Familien der unter Nebu⸗
bekehren, nach welchen Rom der ausſchließliche Sitz des Papſt⸗ thums, die unverletzliche Hauptſtadt des Katholicismus bleiben müſſe, doch könne der Papſt als zeitlicher Souverän nur eine nominelle Ehrenmacht ausüben. Seinen ganzen Gedanken über dieſen Gegenſtand ſprach er in einem Briefe aus, welcher dem Kaiſer der Franzoſen vorgelegt wurde und welcher die Uebereinkunft vom 15. September 1864 im Keime enthält. Bei dieſer Gelegenheit wollen wir gleich erwähnen, daß der Mar⸗ cheſe d'Azeglio die franzöſiſche Sprache mit derſelben Eleganz und Kraft wie ſeine Mutterſprache ſchrieb, und daß ſeine in dieſer Sprache geſchriebenen Briefe Muſter des feinſten und erhabenſten Styles ſind. Seine vielen, ſehr verſchiedenartigen Werke von Ettore Fieramosca bis zu ſeinem Buche„La Politique et le Droit chrétien' tragen ſämmtlich den Stempel des reinſten Patriotismus und da ſein Ziel ſtets die Verthei⸗ digung der Intereſſen Italiens war, ſo beklagt das italieniſche Volk in ihm mit Recht„ſeinen Ritter“, wie es ihn nannte. Es iſt zu bedauern, daß ihm nicht die Zeit vergönnt war, die von ihm begonnenen Memoiren über ſein Leben zu beendi⸗ gen, in denen er ſeine Ueberzeugungen niederlegen wollte.
Italien hat„ſeinen Ritter“ verloren, demſelben iſt aber
kadnezar gefangenen Stämme dagegen ſahen Jeruſalem wieder und vermehrten ſich durch die Juden, welche aus Aſſy⸗ rien zurückkehrten. Der Haß unter dieſen beiden Racen iſt noch ſo lebendig wie einſt, ſie haben ſich einander um keinen Schritt genähert; es iſt noch immer das Samaria, welches Jeruſalem verabſcheut.
Man ſieht hier noch die prächtigen Ruinen des Palaſtes der Semiramis. Von der Höhe eines von Menſchenhänden aufgeführten Berges herab beherrſchte dieſes Monument die impoſantén Einöden am. Wanſee, welcher ſechs bis ſiebenmal größer iſt als der Genferſee.
Hier kann man auch das Schlachtfeld von Arbela betrach⸗
ten. Die Geſchichte lehrt uns, daß Darius 300,000 Mann mehrere Tage lang beſchäftigte, um die Gegend vollkommen
zu ebenen und Alles zu beſeitigen, was die Bewegungen ſeiner Reiterei und ſeiner Streitwagen hemmen konnte. Der fran⸗ zöſiſche Conſul war kürzlich bei einem Ausfluge, den er nach dem Schlachtfelde unternommen hatte, vom Pferde geſtiegen und ſeine Begleitung war ſeinem Beiſpiel gefolgt. Die tür⸗ kiſche Sitte verbietet aber den Ungläubigen, dieſen Boden zu Fuß zu betreten, man ſetzte ſich deshalb wieder zu Pferde mit
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