Jahrgang 
01-26 (1866)
Seite
157
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jagte, für welches Verbrechen das Kind förmlich excommuni⸗ cirt wurde. Es bedurfte von Seite des Schuldigen langer Bußübungen, die ihm theils von ſeinem Pfarrer, theils von ſeinen Eltern auferlegt wurden, ehe der Erzbiſchof von Turin ihn wieder in den Schooß der katholiſchen Kirche aufnahm. Im Alter von funfzehn Jahren begleitete Maſſimo ſeine Familie nach Rom, wo ſein Vater, der damals den Rang als General bekleidete, zum ſardiniſchen Geſandten am Hofe des Papſtes Pius VII. ernannt worden war, den der Sturz Napo⸗ leon's I. wieder in den Beſitz des Kirchenſtaats geſetzt hatte. Hier widmete ſich Maſſimo dem Studium der Muſik und der Malerei, für welche Künſte er ebenſoviel Vorliebe, wie Talent hatte. Hätte er ſeiner Neigung folgen können, ſo würde er der Kunſt treu geblieben ſein, aber der Wille ſeines Vaters hatte ihn für den Militärdienſt beſtimmt und in Folge deſſen trat Maſſimo in ein ſardiniſches Cavallerie⸗Regiment ein, ſo wenig das auch mit ſeinen Neigungen übereinſtimmte. Gleich⸗ zeitig beſchäftigte er ſich aber auch in ſeinen Mußeſtunden mit dem Studzum der Geſchichte Italiens, was auf ſeinen ſpätern Lebensgang nicht ohne wichtigen Einfluß geblieben iſt; er betrieb aber dieſe Studien ſo anſtrengend, daß er darüber er⸗ krankte und ſich gezwungen ſah, ſeinen Abſchied zu nehmen. Eine Reiſe nach Rom im Jahr 1820 ſtellte ſeine Geſundheit wieder her, und nunmehr gab ſein Vater ihm die Erlaubniß, ſich zum Maler auszubilden, zu welchem Zweck er ſeinen dau⸗ ernden Aufenthalt in Rom nahm, wo er von 1821 bis 1829 der Kunſt lebte. Schon in Jahresfriſt wurde er zu den aus⸗ gezeichneten Landſchaftsmalern gezählt und von ſeinen Werken der damaligen und der ſpätern Periode finden ſich viele aus⸗ gezeichnete in dem Muſeum des Louvre und in dem Muſeum Schloſſe zu Turin, die ſeinen Künſtlernamen erhal⸗ en. Nach dem im Jahr 1829 erfolgten Tode ſeines begab ſich der Marcheſe d'Azeglio nach Mailand, wo ddie Malerei ſehr blühete, wurde dort in das Haus Au andro Manzoni's eingeführt, gewann die Liebe der Toch⸗ ter desſelben, und ſeine Vermählung mit derſelben ließ ihn in eine ganz neue Phaſe ſeines Lebens eintreten, die für ſeine ganze Zukunft entſcheidend wurde. In Folge deſſen, daß

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nämlich ſelbſt zum patriotiſchen Schriftſteller, als welcher er ſo Großes für die Einheit Italiens geleiſtet hat. Sein erſter größerer Roman, der 1833 erſchien, deſſen Tendenz die Belebung des italieniſchen Nationalgefühls war, hieß Ettore Fieramosca und fand in ganz Italien eine enthuſiaſti⸗ ſche Aufnahme. Ihm ließ er 1841 einen zweiten Roman mit derſelben Tendenz unter dem Namen Niccolo di Lapi folgen, der dieſelbe Berühmtheit wie der erſte erlangte. Von dieſer Zeit an widmete er ſich ganz der Politik, und ſo wie er der Held der erſten vorwurfsfreien und ritterlichen Phaſe der Revolution der transalpiniſchen Halbinſel war und blieb, ſo war er gleichzeitig der vollkommenſte Vertreter des Geiſtes des italieniſchen Volkes im neunzehnten Jahrhundert. Um das Nationalgefühl unter den Italienern mehr und mehr zu beleben, bereiſte er die Provinzen, Städte und Flecken, wo ihm überall ein enthuſiaſtiſcher Empfang zu Theil wurde, und ſeine politiſchen Flugſchriften erregten in Verbindung mit dem Primato des Grafen Balbo und denSperanze Giober⸗ ti's die große Bewegung im Jahr 1846 in der letzten Zeit der Regierung des Papſtes Gregor's XVI.

Als Pius IX. den päpſtlichen Stuhl beſtiegen hatte, eilte d'Azeglio 1847 von Florenz nach Rom und ſein Einfluß ſoll ſehr weſentlich dazu beigetragen haben, daß der Papſt im Kirchenſtaate Reformen einführte, die damals von dem ganzen

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freiſinnigen Europa mit Jubel begrüßt wurden, die aber ihren Gegenſchlag zuerſt auf Paris ausübten, wo ſie die Februar⸗ revolution in's Leben riefen, aus der dann alle politiſche Ver⸗ änderungen hervorgingen, die Europa ſeitdem erlebt hat, und deren erſte Grundlagen die von d'Azeglio angerathenen und von Pio Nono ausgeführten Reformen waren.

D'Azeglio verſtand aber nicht blos zu handeln, ſondern auch zu warten und ſich zu beherrſchen, wie ſich das recht deutlich in ſeinem 1847 veröffentlichtenProgramm für die nationale Meinung zeigt, worin er ſagt:Wir wiſſen, daß die Gelegenheit, die Unabhängigkeit Italiens zu erlangen, vielleicht entfernt iſt. Wir werden ſie mit einer Thätigkeit voller Ruhe erwarten, uns nicht bemühen unbeſonnen die Ruhe Anderer zu ſtören, ſondern unſre Inſtitutionen in dem Stück Italiens, das man uns gelaſſen hat, zu reformiren, uns ſelbſt zu beſſern, uns eines Blickes der Vorſehung würdig zu machen und uns in den Stand zu ſetzen, die Gelegenheit zu benutzen, wenn die Vorſehung ſie uns ſchicken wird.

Als 1848 die Gelegenheit kam, wurde d'Azeglio aus Liebe zum Vaterlande Soldat, übernahm den Oberbefehl über die päpſtlichen Soldaten, welche der Lombardei zur Hülfe eilen ſollten; als aber dieſe in Folge des Umſchwungs der Geſinnungen des Papſtes zurückgerufen wurden, eilte d'Azeglio nach Venedig, um ſich dort an dem Freiheitskampfe zu bethei⸗ ligen, befehligte in dem Treffen bei Vicenza eine Legion, an deren Spitze er den Oeſterreichern einen verzweifelten Wider⸗ ſtand leiſtete, doch eine ihm durch eine Flintenkugel am Schen⸗ kel verurſachte ſchwere Verwundung machte ſeiner Laufbahn als Militär ein Ende.

Am 3. April 1849, zehn Tage nach der für Karl Albert ſo unglücklichen Schlacht von Novara, die ihn zur Thronentſagung beſtimmte, worauf Victor Emanuel die ſardi⸗ niſche Krone übernahm, ſchrieb d'Azeglio an einen Freund und ſprach ſeinen Schmerz darüber aus, daß das Werk ſeines ganzen Lebens zertrümmert ſei, fügte aber gleichzeitig hinzu: Wir werden es von neuem beginnen. Ich aber werde die Frucht davon nicht ernten. Wir wollen uns daran erinnern, daß die Liebe zum Vaterlande ein Opfer, kein Genuß iſt.

Einige Tage ſpäter übernahm d'Azeglio auf den Wunſch des Königs Victor Emanuel die Stellung als Miniſter⸗Prä⸗ ſident und als Miniſter der auswärtigen Angelegenheiten, als welcher er mit Oeſterreich den Frieden zu unterhandeln hatte, und es gelang ihm, einen Friedensvertrag zum Abſchluß zu bringen, der den Sieger entwaffnete, ohne die Beſiegten ganz zu Grunde zu richten. Das war keineswegs das einzige Verdienſt, das er ſich als Miniſter⸗Präſident um Piemont erwarb. Er allein widerſtand der Reaction, die in allen übrigen italieniſchen Staaten glänzende Triumphe feierte, freilich aber damit gleichzeitig den Grund zum Untergange dieſer Regierungen legte, und indem d'Azeglio von einem Parlamente, das die Beute demagogiſcher Leidenſchaften war, an das Land appellirte, rettete er Piemont das conſtitutionelle Statut, das für Italien die Fahne wurde, unter der es ſich ſpäter die Einheit erkämpfte. Als d'Azeglio drei Jahr ſpäter, im Jahr 1852, dem Grafen Cavour Platz machte, konnte er demſelben ein reorganiſirtes Heer und freie Inſtitutionen übergeben, wodurch derſelbe ſich in den Stand geſetzt ſah, ein italieniſches Armeecorps nach der Krim zu ſenden, das ſich an dem Kriege gegen Rußland betheiligte, was auf den weitern Gang der Geſchichte Italiens von dem größten Einfluſſe geweſen iſt.

Von 1853 bis 1858 ſtand d'Azeglio den Staatsge⸗