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war die Ruhe durch die Ränke der noch immer lebenden Kaiſerin Sophia, Juſtin's Wittwe, geſtört worden. Die Armee ſandte Boten auf Boten, die dem Kaiſer in den heftigſten Ausdrücken Vorſtellungen machten. Unter den leidenſchaftlich Erregten zeichnete ſich Phocas, ein roher Hauptmann, aus, der den Mauritius perſön⸗ lich beleidigte. Dieſer, immer noch ſchwankend, war noch mehr ergriffen von den ihn umringenden Gefahren, denn Avaren und Perſer bedrohten das Reich. Das Heer, in ſich uneinig, war unfähigen Führern über⸗ laſſen, Hungersnoth und Aufruhr allenthalben, dazu durch Aberglauben genährte Weiſſagungen, Himmels⸗ zeichen u. a. m. Mauritius nahm vergebens ſeine Zuflucht zum Gebet, zu ſeiner Klugheit, die ihn ver⸗
Zeitung.
Conſtantia mit ihren drei Töchtern, gefangen gehalten, kam vorerſt noch mit dem Leben davon.
Die Leichname des Kaiſers und ſeiner Söhne aber, in's Meer geworfen und wieder an’s Ufer ge⸗ trieben, wurden beerdigt, die Köpfe jedoch bis zur Verweſung, zum Schauder der Bewohner, öffentlich in Conſtantinopel ausgeſtellt und von der rohen Solda⸗ teska beſchimpft. Solche himmelſchreiende Gräuel ſetzten die ganze Chriſtenheit in Bewegung und Trauer. Die Stimme des vortrefflichen Papſtes Gregor, des größten Mannes ſeiner Zeit, erhob ſich klagend und mahnend dagegen. Man ſah jene furchtbaren Tage wiederkehren, in denen betrunkene und blutdürſtige Prätorianer den erſten beſten kühnen Soldaten auf
laſſen, ſuchte ſeine Befürchtungen möglichſt zu verbergen, doch immer höher ſchwoll die meuteriſche Bewegung an; in Conſtantinopel ſelbſt fand er ſich nicht mehr ſicher, wurde öffentlich verhöhnt und floh. Sich un⸗ weit der Hauptſtadt mit ſeiner Familie, ſeinen Freunden und Schätzen verbergend, ſandte er ſeinen Sohn an Chosroés ab, ſeine Hülfe in dieſer Noth als ſchuldigen Lohn des Dankes anrufend.
Mittlerweile war aber das Mißbehagen im Heere in förmliche Empörung ausgebrochen; es rief den Phocas zum Oberbefehlshaber aus, und rückte auf Conſtantinopel zu. Er weigerte ſich, mit Mauritius zu unterhandeln, und ſelbſt lüſtern nach der Krone, trug er ſie dem German an, deſſen Tochter mit dem Sohne des Kaiſers, Theodoſius, vermählt war. Doch als Mauritius mit den Seinen in die Hände des Uſurpators gefallen war, nahm Phocas auch den Titel eines Imperators an, und hielt einen feierlichen Ein⸗ zug in Conſtantinopel, wo er ſich mit Leontine, ſeiner Frau, von gemeiner Herkunft, krönen ließ. Doch hielt er ſeine Gewalt nicht für geſichert, ſo lange
Mauritius lebte. Als er daher eines Tages Verdacht
wegen eines Aufſtandes ſchöpfte, ließ er an der Meeres⸗ küſte den Kaiſer mit ſeinen fünf Söhnen hinrichten, und ſo ausgeſucht gräßlich war dieſe Todesart, daß man den tiefgebeugten Vater zwang, Zeuge dieſer Schlächterei zu ſein; das Blut ſeiner Kinder beſpritzte ihn, bis ſein eignes Haupt fiel. Mauritius ſtarb im dreiundſechszigſten Jahre(November 602) wie ein chriſtlicher Held, voll Würde und Ergebung, fortwährend betend und laut ſeine Sünden bekennend, für die er nun die gerechte Strafe erdulde. Noch war aber die Blutgier des unmenſchlichen Phocas nicht geſtillt. Er ließ den Theodoſius vom Altare der Kirche reißen, in die er ſich geflüchtet, und ihn mit vielen anderen ſeiner Verwandten und Anhänger ermorden. Wie ſein Vater ſtarb auch der edle Jüngling mit frommer Reſignation, ſeine Unſchuld betheuernd. Die Kaiſerin
den Schild erhoben, und hier hatte Phocas nicht einmal den Ruf der Tapferkeit für ſich, er zeigte ſich nur als feiger, gefühlloſer Tyrann.
Schrecken und Entſetzen hatten Phocas auf den morgenländiſchen Kaiſerthron erhoben. Schrecken und
ſelben. Mit allen Laſtern des rohen Lagerlebens verband Phocas einen heimtückiſchen und blutgierigen Charakter; ſein Aeußeres entſprach dieſen Eigenſchaften der Seele; die widerlichen Züge ſeines Geſichtes, entſtellt durch eine dunkelrothe Wundnarbe, ſtießen gleich beim erſten Anblick zurück. Eine ſcheue Furcht durchdrang ihn, mißtrauiſch ließ er Verwandte, Generale, Beamte, ſeine treueſten Anhänger bewachen; auch folgte
Maß der unerhörteſten Gräuelthaten nicht voll. Be einer dieſer Verſchwörungen fielen Conſtantia, die Kaiſerin⸗Wittwe, und ihre drei Töchter zum Opfer; ſie wurden an demſelben Orte, wie Mauritius, ent⸗ hauptet; unzählige andere Verdächtige, auch German und ſeine Tochter, wurden unter den ausgeſuchteſten Qualen hingerichtet, und ſelbſt des Wütherichs Lieb⸗ ling, Crispus, dem Phocas die eigene einzige Tochter zur Frau gegeben, entging nur mit Mühe dem allge⸗ meinen Blutbade. Dazu kamen die ſchmählichen Nieder⸗ lagen in Perſien, untermiſcht mit häufigen Aufſtänden im Heere ſelbſt, Unruhen in Städten, Hungersnoth, Peſt, ungewöhnliche Kälte und andere Uebel. Bei ſo vielen drohenden Anzeichen ſuchte Phocas wenigſtens mit der Kirche Frieden zu halten, und durch Nach⸗ giebigkeit gegen Rom wie durch Strenge wider die Abtrünnigen ſich die Gunſt Gregor's und der auf ihn folgenden Päpſte zu erwerben. 604 ſtarb Gregor der Große, welcher, wie manche ſeiner Vorgänger,
Agilulf war zum Longobardenkönig erwählt worden, und hatte ſich mit des Baiernherzogs Tochter, Theodo⸗ linde, vermählt, eine glückliche Epoche in der Ge⸗
Gewaltthätigkeiten erhielten ihn acht Jahre auf dem⸗-
eine Empörung der andern, und noch immer war
Italien wiederholt vom Untergange gerettet hatte.
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