Jahrgang 
01-26 (1866)
Seite
153
Einzelbild herunterladen

ius auf Ab⸗ ben ein für ies Reiches Verrath und den Wankel⸗ aſtigte, daß fnungen des er Blutlache Rn erdanken. 8s koiſerlichen conſtes Lob! igkeiten, und nicht immer Verirrungen beiiten hervor⸗

r Kden.

zunke wie der für Bittſteller, lichen Studien ir That, dem örperbau, den

bedeckt, ohne

tt ein freund⸗ , befand ſich Seinigen, er eenſtände der die er ehrte en dem Feſte maͤhlung mit verius, bei,

Zügen und n Menge be⸗

pareu mit den vefült. Mau⸗ lbar Theil an General nach

Vierte

dem andern wurde mit Truppen dahin abgeſchickt, welche dann auch mehr oder minder glücklich fochten. Einige Meutereien im römiſchen Heere ſelbſt unter⸗ brachen dieſe Operationen, als die grauſame Willkür, mit der Hormisdas herrſchte, eine furchtbare Kata ſtrophe im Innern Perſiens ſelbſt hervorrief. Veranus, ſein Feldherr, und Bindoés, einer ſeiner von ihm mißhandelten Verwandten, empörten ſich wider ihn. Mauritius, weit entfernt, dieſe Wirren zu ſeinem Vor⸗ theile zu benutzen, ſuchte vielmehr zu vermitteln und unterſtützte des Hormisdas Sohn, Chosroés II, welchem er nach vielen Kämpfen und dem Tode des verhaßten Perſerkönigs zum Throne verhalf. Eine Maſſe von Abſcheulichkeiten, beſonders aber die Um ſtände, welche den Fall und Mord des Hormisdas be⸗ gleiteten, liefern einen traurigen Beitrag zur Sitten⸗ geſchichte der Menſchheit. Chosroés neigte zwar zum Chriſtenthume, vermochte ſich aber doch, aber⸗ gläubiſch, nicht von ſeinen Götzen loszuſagen; er beſchenkte die Kirchen und heirathete eine Chriſtin,

Sira. Ein bizarrer Charakter, ein mit des Vaters

Blut befleckter Fürſt, deſſen Ruhm aber einige Zeit nicht minder glorreich in Perſien erſcholl, als jener des erſten Königs gleichen Namens.

Wie in früheren Zeiten fanden während dieſer perſiſchen Fehden auch Kriege in faſt ununterbrochener Folge mit Bulgaren, Avaren, Slavoniern und an deren Völkern ſtatt. Longobarden verwüſteten Italien

onflict. Mauritius, unterſtützt von geſchickten Heer⸗

. kamen öfters mit den Exarchen in blutigen

ührern, wie Philippicus, Priscus, German, Heraclius u. a. m., leitete, meiſt von Conſtantinopel aus, den Feldzugsplan, und ließ ſich weder durch die Nieder⸗ lagen entmuthigen, noch übernahm er ſich im Glück, bis im Jahre 600 ein unüberlegter Schritt ihm Thron und Leben koſten ſollte davon ſpäter!

Acht Jahre nach ſeinem Antritte hatte Mau⸗ ritius ſeinen kleinen Sohn Theodoſius zum Auguſtus krönen laſſen, doch war dies ein bloßer Titel; auch wurden die muthmaßlichen Nachfolger nur ſelten mehr Cäſaren genannt; man nahm oft für ſie das grie⸗ chiſche WortBaſileus(König) an, während ſich der regierende Monarch Kaiſer, Auguſtus, Imperator, auch wohl Autokrat nannte; ein anderer Ehrentitel war ſpäterSebaſtokrator..

Auch unter Mauritius gingen die Kirchencon⸗ flicte nicht aus. Dem römiſchen Stuhle ergeben fühlte ſich dieſer Kaiſer beſonders zu dem 590 erwählten Papſte Gregor I. hingezogen. Er hatte ihn früher ſchon kennen, ſeinen Werth ſchätzen gelernt, und ſuchte ſich nun in's beſte Einvernehmen mit ihm zu ſetzen; doch nicht lange dauerte der Friede. Nicht nur hatte

Folge. 3 153

Gregor in Italien über manche willkürliche Hand⸗ lungen des Kaiſers, noch mehr aber über ſeinen eigennützigen Statthalter zu klagen; er beſtritt auch dem Patriarchen von Conſtantinopel das Recht, ſich das allgemeine Oberhaupt der katholiſchen Kirche zu nennen. Damals hatte ein Mann von ganz eigen⸗ thümlichem Charakter dieſen Biſchofſitz inne, Johann, welcher ſich ſelbſt den NamenFaſter beilegte, weil er in der That ſich jeden Abbruch that, all' ſein Gut an Kirchen und Arme vertheilte, wie ein Bettler wohnte, lebte, und ſchlief. Im Gegenſatze zu dieſen apoſtoliſchen Tugenden ſtand die Hartnäckigkeit, mit der er auf ſeinem Range eines ökumeniſchen Biſchofs der Chriſtenheit beharrte, und dadurch ein beklagenswerthes Schisma hervorrief. War ſeine Demuth nur eine phariſäiſche? Mauritius, theils aus Eitelkeit, theils aus Vorliebe für die Kirche ſeiner Hauptſtadt, beſtärkte denFaſter in ſeinem Trotze, und Gregor, vergebens alle Mittel verſuchend, Kaiſer und Patriarch von ihren unberechtigten An⸗ ſprüchen zurückzubringen, nannte ſich, wie mit ihm alle Nachfolger,Knecht der Knechte Gottes! Bis zum Tode Johann's 595 zog ſich dieſe Spaltung hin, und die einmal mit Rom geſtellte Eintracht wollte ſich nicht mehr herſtellen.

Aber auch von anderer Seite wurden dem Kaiſer viele Vorwürfe gemacht. Mit zunehmendem Alter war er noch unſichtbarer, mißtrauiſcher und unent⸗ ſchloſſener geworden. Häufige Aufſtände erſchütterten ſein Anſehen bei dem Volke wie im Heere. Er zeigte ſich nicht, wie ſonſt, nachgiebig, verſöhnlich, und wurde immer geldgieriger. Der Khan der Avaren hatte dem römiſchen Heere einige empfindliche Verluſte beigebracht und gegen 12,000 Krieger waren in ſeine Gefangenſchaft gerathen. Alles ſchrie nach Frieden und man unter⸗ handelte. Nun wird erzählt, daß Mauritius das verhältnißmäßig unbedeutende Löſegeld für die Ge⸗ fangenen zu zahlen verweigerte, und der Khan, aus Aerger darüber, ſie alle ermorden ließ. Dennoch kam der Friede ſpäter unter viel läſtigeren Bedingungen zu Stande; Mauritius mußte eine weit größere Summe auszahlen und ganze Länderſtrecken abtreten. Ein ſo unbegreifliches Benehmen erregte allgemeine Un⸗ zufriedenheit, und nicht Geiz allein, hieß es, habe den Kaiſer dabei verleitet, er wollte ſich vielmehr bei dieſem Anlaſſe der gefangenen Truppen entledigen, wenn er gleich nicht annehmen konnte, daß dies von Seite

des Khan's in ſo furchtbar grauſamer Weiſe geſchehen

würde. Wie dem nun auch ſei, immerhin verfolgten Gewiſſensbiſſe den unglücklichen Kaiſer, trübten die Schatten der Erſchlagenen ſeine letzten Lebenstage; und auch in dem bisher ſo glücklichen häuslichen Kreiſe

*8