Rovellen⸗Zeitung.—
ein Brief? Sie ergriff ihn und las:„An die ehr⸗ und tugendſame Jungfer Thereſia Entzmann aus Presnitz.“.
Da zuckte eine ſelige Ahnung durch ihre Bruſt und ihr Antlitz verkündete Rührung und Freude.„Für Dich, mein liebes, liebes Kind...“
Reſi nahm das Päckchen und öffnete es. Sie wußte nicht, was das Verzeichniß bedeuten ſollte.
Aber Sabine klärte ſie mit wenigen Worten auf. Renatus ſei im Beſitz von achttauſend Thalern geweſen und jetzt ſei nach ſeinem Willen ſie die Erbin derſelben.
Reſi ſtand ſtarr. Sie konnte ſich nicht freuen, denn ſie mußte an den Todten denken und weinen. Allein Seppi, deſſen Thränen ſich bei dieſer Mit⸗ theilung flugs in kindliche Freudenrufe verwandelten, rief aus, im Zimmer umherſpringend:„Acht Tauſend Thaler! Der gute Herr Erhard! Schau, Reſi, ſchau, die Hälfte für Dich und die Eltern, und die andere Hälfte kriegen die Presnitzer! Herr meines Lebens! wird das ein Jubel werden! Wenn der Vater nur
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würde ihn fortan mit Liebe überſchüttet haben! Wie⸗ der und wieder drückte ſie Seppi an ihr Herz; war er ihr ein kleiner Erſatz?.. Dann ſank ſie wie be⸗ täubt auf einen Stuhl und ſchloß die brennenden Augen. Der Kamin ſtrömte eine wohlige Wärme aus, ſie aber fröſtelte mehr und mehr. Da ein Haufen Gold und da werthvolle Papiere... ha, wie kalt das alles war und wie ſo eiſig die Pracht ringsumher! O, Liebe, Liebe! 4
Es ward Mittag,
Da war Sabinens Entſchluß gereift. Die Pflicht, die Reue, das Herz geboten es. Sie eilte aufs Schloß zum König. Ein Wort dieſer mächtigen Frau, und der Monarch warf zwei Zeilen auf das Papier, nachdem er Befehl gegeben, dem Fürſten drei Mann Wache vor das Haus zu ſtellen.
Und weiter eilte Sabine, hin zur Vogtei. Wie Strohhalme ſprangen die Riegel zurück. Thereſia wähnte, man rufe ſie zum Tode, und ſie flehte, nur
noch einmal den Bruder ſehen zu dürfen; aber da vernahm ſie, daß ſie frei ſei, und bewußtlos ſank ſie in Sabinens Arme.
Ein Wagen nahm Beide auf.„O,“ rief es in
der Frau,„wenn Renatus lebte, wenn ich ſie jetzt
an ſeine Bruſt legen könnte!“ Jubelnd und klagend lag Seppi am Halſe der Schweſter, und als nun Reſi den Tod ihres Freundes erfuhr, betete ſie ſo recht aus vollſtem Herzen, daß Gott dieſe herrliche Seele wie das liebſte ſeiner Kinder aufnehmen möchte.
Und Sabine? Der Anblick dieſer Geſchwiſter gewährte ihr den einzigſten Troſt. Sie empfand das Verlangen hier mindeſtens etwas wieder von dem gut zu machen, was ſie an dem Sohn verſchuldet. Ja, Liebe war ihre Sehnſucht, und ſie nun über dieſe Schwergeprüften ausgießen zu können, das erſchien ihr als eine unnennbare Seligkeit, als eine Gnade von Gott.
Nimmer ſollten Reſi und Seppi ſie wieder ver⸗ laſſen und Alles ſollte einſt ihnen gehören, aber Beide ſchüttelten dazu das Haupt. Seppi wußte, daß Renatus dem Vater geſchrieben, und er zählte die Tage, bis wo dieſer eintreffen könnte. Sabine hingegen hoffte, daß fernere Bitten ein willigeres Ohr finden würden, und dann führte ſie die Geſchwiſter auf das Zimmer des Sohnes, das fortan ihnen zum Aufenthalt dienen ſollte.
Hier waren ſeine Thränen gefloſſen! Hier hatte er den Zwang beklagt, den die Mutter ihm auferlegt! O, es ſchauderte ſie zwiſchen dieſen Wänden und ſie blickte mit einer Angſt umher, als könne der Geiſt des Sohnes aus jener Ecke treten und drohend den Arm erheben...
an ihr Herz. bei mir, verlaßt nicht mehr die arme, arme Frau
zu paſſiren waren, zwei W
Was lehnte dort am Buche für
erſt da iſt!“
Und Sabine zog die Beiden wieder und wieder „Ach, liebe Kinder,“ bat ſie,„bleibet
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König und Königin. Sturm und Schnee und ſchneidende Kälte...
erer ſchritten denno
faſt ununterbrochen dahin, der Reſidenzſtadt zu. E
waren der Bürgermeiſter Ignaz Walter und ſein Neffe Joſef Kober. Vor drei Wochen war Renatus' Brief in Presnitz eingetroffen, und ich hatten Beide zum Wanderſtab gegriffen; allein die eigenſinnigen Elemente ſetzten alles daran, ihr Weiterkommen mög⸗ lichſt zu erſchweren.
Der Himmel hatte ſich bezogen, die Sonne war geſunken, als ſie den Marktflecken F. erreichten. Faſt den ganzen Tag waren ſie ſtumm vorwärtsgeſchritten, ein Jeder mit eigenen Gedanken beſchäftigt; jetzt aber löste Ermattung und Sehnſucht nach Ruhe ihnen die Zunge.
„Schau dort ein Licht,“ ächzte Walter,„0b 8 ein Schenkhaus iſt?“
„Eins oder keins,“ verſetzte Joſef ſehr kleinlaut, „wir ſteuern drauf los, meine Füße wollen nicht mehr.“
„Ach, und erſt die meinen, komm' nur, bis dahin ſchleppen wir uns noch.“
Bald ſtanden ſie vor dem Schenkhaus Zur fröh⸗ lichen Einkehr«. Kein luſtiges Geplauder ſchallte ihnen entgegen, im Stall wieherte kein Pferd, nicht einmal ein Menſch war zu entdecken. Unbeachtet
Wie mühſam und gefahrbringend die Wege 14
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