Jahrgang 
01-26 (1866)
Seite
140
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140 Novellen⸗

ſagen, fragten ſie ſich,daß er ein Wahrſager ſei? Nein, denn er hat weder deſſen erhabenen Ton, noch deſſen gereimte Rede. Sollen wir ſagen, daß er ein Narr ſei? Nein, denn einem ſolchen gleicht er nicht. Daß er ein von dem Dämon begeiſterter Dichter ſei? Er ſpricht aber nicht in Verſen. Sollen wir ihn einen Zauberer nennen? Nein, denn er treibt keine übernatürlichen Dinge und verrichtet keine Zauberwerke. Seine Kunſt beſteht nur in ſeiner gefälligen und einſchmei⸗ chelnden Rede. Mahomet verdankte in der That während ſeiner ganzen Laufbahn ſeine Erfolge mehr der Ueberredung als der Gewaltthätigkeit, und er griff nur dann zu den Waffen, wenn ſein Werk gefährdet war und wenn er von ſeinen Geg⸗ nern dazu gedrängt und gezwungen wurde.

Dieſer Kampf zwiſchen dem Propheten und den Koreiſchi⸗ ten dauerte zehn Jahre, während welcher der neue Glaube ſich immer weiter verbreitete. Mahomet ertrug mit einer uner⸗ ſchütterlichen Sanftmuth die Vorwürfe, die Beleidigungen, die Verwünſchungen, er widerſtand allen Lockungen der Ver⸗ führungskünſte, welche man an ihm verſuchte, er blieb Drohun⸗ gen ebenſo unzugänglich wie Verheißungen, während er mit einer unbeugſamen Beharrlichkeit das ſich ſelbſt auferlegte Apoſtolat fortſetzte, das ihn nicht vor vielen Leiden bewahren ſollte. Er war zweiundfünfzig Jahr alt, als er, Schlag auf Schlag, ſeine Gattin und den Oheim verlor, der ihn erzogen hatte. Er ſuchte ſeinen Schmerz zu vergeſſen, indem er ſich mit verdoppeltem Eifer ſeinem Predigerberufe hingab, und er fand gelehrige Jünger in den Kaufleuten von Yathrib, welche Concurrenten derer von Mekka waren. Dieſe Bekehrungen ſind es, die das Schickſal des Islam entſchieden haben; in Mekka, unter den Koreiſchiten, denen daran gelegen war, den Götzendienſt aufrecht zu erhalten, würde er wahrſcheinlich untergegangen ſein, in Yathrib, wo viele Juden lebten, ver⸗ mochte er ſich im Schatten zu entwickeln. Als Mahomet ſich in dieſer Stadt, welche ſich für ſeine Lehre ſo empfänglich zeigte, hinreichend zahlreiche Anhänger erworben hatte, verließ er heimlich Mekka, wo ſo ernſte Gefahren ſein Leben bedroh⸗ ten. Seitdem nannte ſich Yathrib Medinet⸗en⸗Nabi, Stadt des Propheten, und von dieſem Tage an datirt die Hegira.

Dieſe erſte Lebenszeit Mahomet's enthält die Keime zu den bekannten großen Ereigniſſen, welche ihr folgten, ſie iſt aber auch zugleich, und darin ſind alle ſeine Biographen einig, ſeine reinſte. Einer der ausgezeichnetſten von ihnen, Muir, ſagt von ihm, daß er zur Ehre ſeines Helden gewünſcht hätte, der Tag ſeiner Ankunft in Medina ſei der letzte ſeines Lebens geweſen. e.

Sir Charles Eaſtlake.

Am 24. December traf in London eine telegraphiſche Depeſche aus Piſa ein, welche meldete, daß Sir Charles Caſtlake, Präſident der königlichen Akademie in London, dort geſtorben ſei. Die Briefe, welche ſeine Freunde von ihm aus Piſa empfingen, ſprachen ſich ſehr ermuthigend aus und bis zur letzten Stunde rechnete man auf ſeine Wiederherſtel⸗ lung. In dieſer Hoffnung hatte Sir Charles ſeinen Wohn⸗ ſitz in Piſa genommen, um den Winter in Italien zu verleben. DieMen of the Time theilen über das Leben dieſes Künſt⸗ lers Folgendes mit:

Sir Charles Lock Eaſtlake, Präſident der Royal Acade⸗ my, iſt der Sohn eines ſehr geachteten Solicitor oder Anwalts in Plymouth, wo er um das Jahr 1793 geboren wurde. Er erhielt ſeine Erziehung in dem Charterhouſe, welche Lehran⸗ ſtalt er im Alter von ſiebzehn Jahren verließ, um ſich ganz

Zeitung.

artiſtiſchen Studien zu widmen, denen er ſich bereits früher

mit großer Vorliebe hingegeben hatte. Nach der üblichen

Probezeit in der Royal Academy fertigte er ein Gemälde

Die Auferweckung des Jairi Töchterlein, das von dem Herrn Jeremiah Harman, einem der leitenden Gemäldekenner

ſeiner Zeit, gekauft wurde, der ihm ſpäter den Auftrag er⸗

theilte, berühmte Gemälde in dem Louore für ihn zu copiren, welche Beſchäftigung er in Folge der Rückkehr Napoleon's von der Inſel Elba aufgeben mußte. Nach ſeiner Rückkehr in ſeine Vaterſtadt beſchäftigte er ſich beſonders mit Portrait⸗ malen und nach der Ankunft des Bellerophon, an deſſen Bord ſich Napoleon I. befand, in Plymeouth unternahm er es, nach Skizzen, die er täglich während des Spazierganges Napoleon's auf dem Schiffe am Ufer entworfen hatte, ein Portrait des Kaiſers in Lebensgröße, wie er auf dem Verdeck erſcheint, zu fertigen. Im Jahr 1817 beſuchte Eaſtlake Italien und 1819 in Begleitung des Herrn Brockedon und des Architecten Sir Charles Barry Griechenland. Im folgenden Jahr machte er eine Reiſe nach Sicilien, von wo er nach Rom zurücktehrte, wo er für einige Jahre ſeinen Aufenthalt nahm. Seine erſten Gemälde, welche er 1823 in der königlichen Akademie in London ausſtellte, waren die Brücke und die Engelsburg, das Coliſeum und die Peterskirche. Bald nachher begann er jene Gruppen im italieniſchen Coſtume zu malen, wozu die Nachbarſchaft von Rom ſo reichlichen Stoff bietet. Bilder dieſer Art werden von den Perſonen, welche Italien beſuchen, als Erinnerungen an die Reiſe ſtets ſehr geſucht. Das erſte Gemälde dieſer Claſſe, das er 1825 nach England zur Aus⸗ ſtellung ſandte, warEin Mädchen aus Albano, welches eine blinde Frau in die Meſſe führt, worauf 1827 ein weit größeres GemäldeDer Spartaner Iſidas folgte. In ſelben Jahr wurde Eaſtlake zum Aſſociate der Royal Ac demy gewählt und 1828 malte er ſeinePilgrime, die zun erſtenmal Rom erblicken, das zu ſeinen ſchönſten Gemälden gehört. Während ſeines Aufenthalts in Rom malte er viele Cabinetsſtücke, wie Banditen, Bauern ꝛc. Im Jahr 1830 erhielt er den Rang als königlicher Akademiker und nunmehr kehrte er nach London zurück, wo er ſich einem höhern Kunſt⸗ genre widmete, nebenbei aber doch auch die römiſche Ge⸗ ſchichte, Poeſie und Sitten als Vorwurf für ſeine Gemälde benutzte. SeineBauersfrau und ihre Familie, die von einem Feſte zurückkehrend von den Banditen gefangen genom⸗ men werden, und dieFlucht des Francesco di Carrara und ſeiner Gattin fanden ſehr großen Beifall. In dieſelbe Kategorie gehören einige Scenen aus dem griechiſch⸗türkiſchen Kriege, ſeinAraber, welcher ſeine Gefangnen verkauft, ſeinGaſton de Foix ꝛc. Um dieſelbe Zeit fing er an, ſich beſonders religiöſen Gegenſtänden zu widmen, und ſein Chriſtus, kleine Kinder ſegnend,Chriſtus über Jeruſalem weinend,Hagar und Ismaél erinnern an die ſchönſten Gemälde Ary Scheffer's und ſind in der Farbe noch angeneh⸗ mer. Der Ruf., den Eaſtlake als Maler und Kunſtkenner erlangte, wurde die Veranlaſſung, daß Sir Robert Peel ihn im Jahr 1841 zum Secretär der königlichen Commiſſion der ſchönen Künſte ernannte. Im Jahr 1843 erfolgte ſeine Ernennung zum Aufſeher der National Gallery, auf welchen Poſten er aber 1847 wieder verzichtete. Im Jahr 1850 wurde er nach dem Tode von Sir Martin Archer See zum Präſidenten der Royal Academy erwählt und bei dieſer Ge⸗ legenheit verlieh die Königin ihm die Ritterwürde. Im Jahr 1855 wurde Sir Charles Eaſtlake zum Director der National Gallery ernannt, deren Organiſation eine neue, ſehr ausgedehnte Form erhalten hatte, und ſeit dieſer Zeit iſt

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