Jahrgang 
01-26 (1866)
Seite
139
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Mahomet.

Mahomet iſt unter den Heroen der Menſchheit der ein⸗ zige, welcher zu gleicher Zeit eine Religion, ein Volk und ein Reich geſtiftet hat. Aber welche reiche, vollkommen vorberei⸗ tete Elemente boten ſich ihm zur Ausführung ſeines großen Werkes dar! Zwei wichtige vorhandene Glaubenslehren, aus denen er reichlich ſchöpfte, götzendieneriſche Völkerſchaften, welche nach einem neuen Dogma ſuchten, das ſich ihren Vor⸗ ſtellungen anpaßte, zerſtreute Trümmer einer Nation, welche Sehnſucht empfand, ſich unter einem verehrten und mächtigen Haupte zu ſammeln, um einer hundertjährigen und verheeren⸗ den Anarchie ein Ziel zu ſetzen. Es heißt nicht, das Genie Mahomet's verkleinern, wenn man nachzuweiſen ſucht, wodurch ſeine Erfolge möglich wurden; viele Andere ſind da geſchei⸗ tert, wo er das Gelingen fand, und ſein perſönlicher Antheil bleibt ein unermeßlicher, wie groß auch der der Verhältniſſe ſein mag, unter denen er auftrat und ohne welche man ſich ihn gar nicht würde erklären können.

Solge.

bungen, unter einer ſengenden Sonne, inmitten einer ſtarren Natur, wo nichts ihn zerſtreuen konnte, überließ er ſich ſeinen Betrachtungen, vielleicht ſelbſt ſeinen Vergnügungen. Man wird leicht begreifen, welche Reizungen eine ſolche Lebensweiſe auf eine Organiſation, wie die Mahomet's war, hervorbringen, welche innerliche Arbeit ſie verrichten, welchen moraliſchen Umſchwung ſie nothwendig herbeiführen, welchen Sturm ſie bei einer ſo hohen Begabung erregen mußte.

Es ſcheint ſich vollkommen zu beſtätigen, daß Mahomet in einem Traum die erſte Erweckung zu ſeiner künftigen Miſſion wahrzunehmen glaubte. Der Engel Gabriel erſchien ihm mit einem Buche, welches er ihm zu leſen befahl. Drei Mal widerſtand Mahomet, aber endlich gab er dem drohen⸗ den Andringen nach. Bei ſeinem Erwachen fühlte er, daß ihm, nach ſeinen eigenen Worten, ein Buch in das Herz geſchrieben war. Dieſes Ereigniß erregte Mahomet auf das Tiefſte, doch gelang es anfänglich ſeiner Gattin, ihn zu beruhigen. Allein dieſe Erſcheinungen, dieſe Verzückungen,

Das Leben Mahomet's begann unter harten Prüfungen; wollen wir ſagen, wiederholten ſich öfters und Mahomet

ſeinen Vater, welcher zwei Monate vor ſeiner Geburt ſtarb, hatte er gar nicht gekannt, ſeine Mutter verlor er in dem

beſchloß bald, die Wohlthaten der göttlichen Miſſion, zu wel⸗

cher er ſich berufen glaubte, weiter zu verbreiten. Er fühlte

Alter von ſechs Jahren und ſo ging er aus der Pflege eines ſich durchdrungen von der Erhabenheit der Glaubenslehre, Großvaters in die ſeiner Oheime über. Seine Eltern hatten welche er der Welt bringen ſollte, und er hielt ſich aufrichtig

ihm kein Vermögen hinterlaſſen, und obgleich er einer berühm⸗

für den Geſandten Gottes, indem er die Reinheit ſeines Glau⸗

ten Familie angehörte, brachte er ſeine Jugend unter Umſtän⸗ bens mit der Rohheit des Götzendienſtes verglich, den er zer⸗

den zu, welche dem Elend nahe verwandt waren. Ohne Zweifel wurzelten hierin ſeine einfachen Gewohnheiten und jene uneigennützige Mäßigung, die ihm ſtets eigen blieb, und welche ihm mächtige Diener auf ſeiner Prophetenlaufbahn wurden. Mit zwanzig Jahren hütete er noch die Heerden ſeiner Oheime, und er pflegte ſpäter gern zu bemerken, daß Moſes und David Hirten geweſen ſeien gleich ihm. Dieſe wenig aufregenden Beſchäftigungen förderten augenſcheinlich die Gediegenheit ſeines Charakters, welcher frühzeitig zur Reife gedieh und ihm den Beinamen El⸗Amin, der bewährte Mann, erwarb. Seine Jugend verlebte er, obgleich nicht ohne Kampf, in reinſter Keuſchheit.

Dieſe Eigenſchaften, welche ihm ein bedeutendes Anſehen in ſeinem Stamme verliehen, wo er zu allen Ceremonien und wichtigen Entſcheidungen zugezogen wurde, führten auch zu ſeiner Verheirathung mit Khadidja, ſeiner Couſine, einer reichen Wittwe, die ſchon anſehnliche Bewerber zurückgewieſen hatte. Dieſe Ehe war eine vollkommen glückliche. Obgleich Mahomet reich geworden war, blieb er ſeinen einfachen Ge⸗ wohnheiten treu und verwendete ſein Vermögen nur zum Wohlthun. So verfloſſen lange Jahre, der Ruf ſeiner Weis⸗ heit verbreitete ſich immer mehr und ſchuf ihm einen morali⸗ ſchen Einfluß, der ſehr geeignet war, ihm den Weg zu dem großen Werke zu bahnen, das er unternehmen ſollte, obgleich er damals ſicherlich noch nicht daran dachte.

Mahomet hatte nunmehr das Alter von zweiundvierzig Jahren erreicht; bisher hatte er den nationalen Cultus ange⸗ nommen und ohne ſich durch einen beſonderen Eifer auszu⸗ zeichnen, hatte er es doch niemals verſagt, die Götzen anzube⸗ ten. Allein ſchon hatte der Zweifel ſich ſeines Herzens bemäch⸗ tigt; in jedem Jahre zog er ſich, wie die frömmſten Bewohner Metka's zu thun pflegten, auf den Berg Hira zurück und hier, in einer engen Grotte, in dem tiefſten Schweigen der Umge⸗

ſtören wollte. Wie er zwanzigmal im Koran wiederholt, war er weder ein Aufdringling noch ein Wahnſinniger. Im begeiſtertſten Enthuſiasmus hielt er die Stimme, welche er in ſeinem Innern vernahm, für die Stimme Gottes ſelbſt und er hielt ſich für einen Propheten, wie es alle Diejenigen b geweſen waren, auf welche die Bibel als Vorgänger und Vor⸗ V bilder ihn hinwies; auch ſie hatten perſönlich mit Gott ver⸗ kehrt.

Mahomet begann damit, ſeine Umgebungen und Dieje⸗ nigen, welche er am meiſten liebte, zu dem neuen Glauben zu bekehren. Dieſe geheimen, aber beſtändigen und eindring⸗ lichen Verkündigungen währten drei Jahre und hatten ihm nach und nach ungefähr fünfzig Anhänger aus den verſchie⸗ denſten Ständen gewonnen. Der neue Glaube hieß Islam, d. h. die unbedingte Unterwerfung unter den Willen Gottes; die Gläubigen nannten ſich Muſelmänner, d. h. Solche, welche ſich dieſem heiligen und allmächtigen Willen unterwerfen. Allein die Verfolgungen entſtanden und nahmen in demſelben Maße zu, als der Islam ſich ausbreitete und in dem öffent⸗ lichen Vertrauen ſtieg. Zu dieſer Zeit befand ſich der Prophet unter ſeinen Landsleuten in einer ſehr ſchwierigen Lage, wie man aus den Anklagen ſchließen darf, welche ſeine Zeitgenoſ⸗ ſen gegen ihn erheben.

Der Sohn Deines Bruders, ſagten ſie zu Abu⸗Talib, häuft Tadel auf unſeren Glauben. Er nennt uns thöricht und beſchuldigt unſere Voreltern des Irrthums und der Gott⸗ loſigkeit. Verhindere ihn, uns zu beleidigen, oder nimm wenigſtens weder Partei für ihn noch für uns, wir werden ihn bald ob ſeiner Frechheit züchtigen. Und da es den Koreiſchiten mit offener Gewalt nicht gelang, ſo beſchleſſen ſie, Mahomet bei dem Volk und den Pilgern in Verruf zu brin⸗ gen und ihn durch Verleumdung unſchädlich zu machen. Aber auch dies war nicht ſo leicht.Sollen wir von ihm