Jahrgang 
01-26 (1866)
Seite
137
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der Hoffnung, eben als ſie ſchon ſtarken Schritts ſich zu entfernen den Anlauf nimmt.

Wohl lüftete und weitete ihm der Anblick der Schweiz mit der Welt ihrer Naturwunder die Seele aus. Er ſang auf dem Züricher See jenes herrliche Lied, das mit den Worten beginnt:

Und friſche Nahrung, neues Blut Saug' ich aus freier Welt.

Wie iſt Natur ſo hold und gut, Die mich am Buſen hält!

Vierte Folge. 137

wieder herzuſtellen ſchienen, aber gleich wie wetter⸗

leuchtende Geſpenſter verſchwanden.

So Goethe der Greis, ein halbes Jahrhundert ſpäter. Aber anders lautet der Bericht des Sechs⸗ undzwanzigjährigen in den im Momente ſelbſt ge⸗ ſchriebenen Briefen an Auguſte Stolberg, zumal in dem vom 3. Auguſt, wenige Tage nach der Rückkehr

datirten Briefe, den er in dem Wohnzimmer der Ge⸗ liebten, das er in ihrer Abweſenheit betreten, an ihrem Schreibtiſche auf's Papierhinwühlte, wäh⸗

und er begegnete den immer wiederkehrenden Träumen rend die Geliebte, die ihn ſehr überraſcht bei ihrem

ſeines wunden Herzens mit dem ermunternden Zurufe:

Aug', mein Aug', was ſinkſt du nieder? Goldne Träume, kommt ihr wieder? Weg du Traum, ſo gold du biſt,

Hier auch Lieb' und Leben iſt!

Aber in all' der Entzückung, mit der er von

Eintritte in ihrem Allerheiligſten fand, ſich im Neben⸗ zimmer zum gemeinſamen Spazierritte umkleidete. Hier, ſo ſchreibt er,hier in dem Zimmer des Mädchens, das mich unglücklich macht ohne ihre Schuld, mit der Seele eines Engels, deſſen heitere

Wenn ich, liebe Lili, Dich nicht liebte,

Welche Wonne gäb' mir dieſer Blick!

Und doch Lili, wenn ich Dich nicht liebte,

Wär', was wär' mein Glück!

Er ging nicht nach Italien. An der Schwelle kehrte er um; ſein Herz zog ihn zurück in die Hei⸗ math, unwiderſtehlich, unaufhaltſam. Auch hatte er das dunkle Gefühl, daß für ihn Italien noch nicht an der Zeit ſei.

Drei Monate hatte ſeine Reiſe gewährt, drei Monate hatte er die Geliebte entbehrt. Jetzt ſah er ſie wieder, fühlte er ſich wieder in den alten ſchmerzlich ſüßen Banden. Noch drei andere Monate verlebte er in den gleichen Zuſtänden, denen er ſich durch ſeine Schweizer Fluchtreiſe hatte entziehen wollen.Ich vermied nicht und konnte nicht ver⸗ meiden, Lili zu ſehen; es war ein ſchonender zarter Zuſtand zwiſchen uns beiden. Ich war unterrichtet, man habe ſie in meiner Abweſenheit völlig überzeugt, ſie müſſe ſich von mir trennen, und dieſes ſei um ſo nothwendiger, ja thunlicher, als ich durch meine Reiſe und eine ganze willkürliche Abweſenheit mich genugſam ſelbſt erklärt habe. Dieſelben Localitäten jedoch in Stadt und auf dem Lande, dieſelben Per⸗ ſonen, mit allem Bisherigen vertraut, ließen denn doch kaum die beiden noch immer Liebenden, obgleich auf wunderſame Weiſe auseinander Gezogenen, ohne Berührung. Es war ein verwünſchter Zuſtand, der ſich in gewiſſem Sinne dem Hades, dem Zuſammen⸗ ſein jener glücklich unglücklich Abgeſchiedenen, verglich. Es gab Augenblicke, wo die vergangenen Tage ſich

nach vielen Ausrufen und Gedankenſtrichſeufzern, wie ſie den Briefen jener Periode eigen ſind, das merk⸗ würdige Geſtändniß:Unſeliges Schickſal, das mir keinen Mittelzuſtand erlauben will! Entweder auf einen Punkt, faſſend, anklammernd, oder ſchweifend gegen alle vier Winde!.

Aber neben dieſem Wertheriſch gefühlvollen Goethe

ſteht zu gleicher Zeit noch ein anderer, der das in

den letzten Worten liegende Thema an ſeinen cyniſchen V Freund Merk in denſelben Tagen in einem ganz ande⸗ ren Tone anſchlägt.Ich bin wieder garſtig geſtran⸗ det, ſchreibt er im Auguſt nach der Rückkehr von der Schweizerreiſe an Merk,und möchte mir tauſend Ohrfeigen geben, daß ich nicht zum Teufel ging, da ich flott war. Ich paſſe wieder auf neue Gelegenheit abzudrüͤcken; nur möcht' ich wiſſen, ob Du mir im Fall mit einigem Geld beiſtehen wollteſt, nur zum erſten Sprung. Allenfalls magſt Du meinem Vater nächſtens klärlich beweiſen, daß er mich auf's Frühjahr nach Italien ſchicken müſſe; d. h. zu Ende dieſes Jahres muß ich fort. Daur' es kaum bis dahin, auf dieſem Baſſin herum zu gondoliren, und auf die .Froſch⸗ und Spinnenjagd auszuziehen! Gewiß, das klingt anders als die empfindſame Ueberſchwäng⸗ lichkeit in den Briefen an die feinfühlende, reichs⸗ gräfliche, nie geſehene Seelenfreundin. Es lebten eben wie in Fauſt's ſo auch in Goethes Bruſtzwei Seelen, deren eineſich von der andern trennen wollte.

Und ſie trennten ſich. Der Zuſtand ward immer unhaltbarer und unleidlicher. Schweſter Cornelie

*