Jahrgang 
01-26 (1866)
Seite
135
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Pvon dir an. def gekomnen, ich nun die

errn Erhard inz natürlich nder, wovon nämlich wurd hätt ich nur at Du Deine uf den diſch, - Junge, ja zuch zehnmal teder her, ſie⸗ Muth und So nämlich t, vielleicht Jubel, als ter und der en Kreuzer oten, weil auch hätt Entzmann, e vorleſen Und alle diee Männer habe das e geufen, dicht wie zne? Ein

könne nichts ihre Sonne wieder verdunkeln.

wahrer Sturm für und gegen habe ſich erhoben, der erſt nach langem Streiten beſänftigt worden. Könne man trotz alles Schweißes ſoviel erwerben, um die Stadt wieder wie früher herzuſtellen? Sei nicht der Joſef wie vom Himmel geſchickt und die Reſi vom lieben Gott auserſehen worden, der Engel von Presnitz zu werden? Nein, das ſei ſichtbarlich Gottes Finger, und darum dürfe man bei Leibe nicht daran rühren. So wäre die Anſicht der Meiſten geweſen, und nach⸗ dem der Pfarrer, den man um Rath gefragt, bei⸗ geſtimmt, hätte man ſich beruhigt und das Geld genommen.Ja, meine herzliebe Reſi, Du biſt zu was Großem auserſehen und einſt wird man Dich beneiden! Nun folgten einige Worte über das gerechte Geſchick, welches die Mordbrennerbande getroffen, und dann ſchloß der Brief mit den endloſen Grüßen und tauſend, tauſend Küſſen.Daß Du brav bleibſt, brauch ich Dir nit zu ſagen, kenn ich doch meine Reſi! Dein armer, weil Du fern biſt, und Dein glücklicher, weil Du ſeine Tochter biſt, Vater Entzmann. Nachſchrift, Juſt wie ich zumachen will, kommt der Joſef gerannt. Ob ich auch nichts vergeſſen, meint er und bittet mich die Worte, wo ich geſchrieben habe, daß er ein Zimmer⸗ mann werden und, ſo lang er lebt, hierbleiben will, ſechsmal recht dick zu unterſtreichen...

Gleich einem kleinen Kind ſprang Thereſia, nachdem ſie wieder und wieder geleſen, in der Stube umher. Sie weinte auf die dicken Striche und küßte ſie; riefen ſie nicht, als wenn Joſef's Mund es rief:Ich liebe Dich, Deinetwegen verlaſſe ich Presnitz nicht wieder und arbeite ich von Sonnenauf⸗ bis Niedergang!.. O, ſelige Gewißheit, von ihm geliebt zu werden! Was waren alle überſtandenen Sorgen gegen dieſen einen berauſchenden Gedanken! Jetzt, rief es in Reſi, . und doch, grade jetzt warf ſich über die Sonne ein Schatten, ſo rabenſchwarz, daß die Strahleu entflohen und kaum ein ſchwacher Strahl, den die nie verſiechende Hoffnung umklammert hielt, zurückblieb.

Denn wie noch Reſi des Jubels voll iſt, wird die Thür aufgeriſſen, und ein tritt Monſieur Louche... .(Fortſetzung folgt.)

Verſprengt.

Gedicht von Oscar Cordel.

Stumm liegt der Wald; des Windes leiſes Weh'n

Erſtirbt mattſchauernd in den alten Bäumen; Ein Hirſchruf nur klingt leiſ' von fernen Höh'n Und wie ein Elfenlied des Baches Schäumen.

Vierte

Folge 13⁵

Stumm liegt der Pfad; es hallt kein ſpäter Fuß Durch die gewundnen, ſchattigkühlen Gänge; Kein Wanderlied tönt freudigkräft'gen Gruß, Bleich fällt das Mondlicht auf die Blattgehänge.

Da, horch! Wo dort vom Waldesſaum der Weg Sich in die duftig grüne Flur verlieret,

Da donnert unter Roſſeshuf der Steg,

Der über's Felſenbett des Waldbachs führet.

Ein Reiter hält des Roſſes Athem keucht, Die Flanken beben, weiße Schaumesflocken Beſternen ihm das braune Fell, mir däucht, Es iſt dem edlen Thier kein Härlein trocken.

Der Reiter ſteigt herab, das müde Pferd Führt ſorgſam kühlend er im kleinen Kreiſe; Er lauſcht hinaus, er beugt das Ohr zur Erd', Ob ihm Gefahr nicht nah' verſtohl'ner Weiſe.

Es ſchweigt die Nacht, nur leiſe ſchäumt der Bach, Fernher ertönt der Hirſchkuh zärtlich Locken,

Ein ſchlummernd Vöglein rauſcht der Wind nur wach Und ſpielet ſanft mit duft'gen Blüthenflocken.

Da ſieh! wie jetzt des Lauſchers Fauſt ſich ballt; Er eilt zum Roß, ergreift die naſſen Zäume, Schwingt ſich hinauf, denn fernher durch den Wald Belebt ein raſcher Huf die ſtillen Räume.

Den Säbel blank, im pfeilgeſchwinden Lauf Stürmt wild ein and'rer Reiter durch das Dunkel, Es blinkt im Mondenlicht vom Sattelknauf

Des Karabiners drohendes Gefunkel.

Halt, Werda! Wie ein Blitz ſtürzt es hervor, Und wie ein Blitzſtrahl kreuzen ſich die Klingen; Die Funken ſprüh'n; es kracht des Dickichts Rohr Da hemmt ein Freudenruf das wilde Ringen.

Cam'raden ſind's in kaum verlor'ner Schlacht Sind ſie verſprengt durch allzukühnes Wagen; Verfolgt, verirrt in der durchkämpften Nacht, Hat ſchnelle Flucht ſie her zum Wald getragen.

Mit raſchem Wort erklärt ſich die Gefahr, Die drohend ihnen naht von allen Seiten; Ein Ausweg bleibt; es rüſtet ſich das Paar, Die ganze Nacht noch fliehend zu durchreiten.

Und als geruht ein wenig Roß und Mann, Fort ſtieben ſie auf ungebaͤhnten Wegen Still iſt die Nacht; es duftet Buſch und Tann; Leiſ' wirft der Wind herab den Blüthenregen.