Jahrgang 
01-26 (1866)
Seite
133
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achen: Ab eine Heirath

das Vohl bewunderte geweckt, der nütterlichen nef er daher, den en dieſem wiger, ewigen

ene Do mit Tabe

das

ie zu Deiner l wieder ein ſidenz. Aber an die ſpötti⸗ und wagt ſich ß auch das Laters gehö⸗ fann ich frei dem Harfen⸗ c ſchwör's!e tbe. Knapp Das wird H und dann nur, geh'! dem Kamin iff. Und als Getragenes, zen, ich muß de, ich veiß den...O. mütterliches Scaß, da dament iſtd,

Vierte

auf das ich bauen kann. Und ich werde darauf bauen, indem ich arbeite, und wenn Thereſia die Meine wird, wird der Segen Gottes auf mir ruhen, deſſen bin ich gewiß. Reich macht die Liebe, frei die Arbeit... laſſen Sie mich... ich muß, ich muß!

Renatus! Unglücklicher! Bleibe! Doch ihr Ruf erreichte ſein Ohr nicht mehr. Er ſtürmte dahin, hin nach Thereſien. Ihr Aufenthalt war ihm ja von Leipzig her bekannt. Er pochte, wieder öffnete Seppi, und ſo erregt trat Renatus ein, daß er Reſi's Be⸗ merkung auf des Bruders Meldung nicht vernahm:

Er hat nichts Böſes im Sinn, aber wenn's Einer ſieht, der Schein...

Nun ſtand er wieder vor ihr, konnte ihr die Hand wieder reichen; ihm däuchte die Zeit, wo er ſie nicht geſehen, eine Ewigkeit.Willkommen in Berlin, liebe Jungfer, rief er,endlich, endlich kann ich Euch hier begrüßen! Kaum angekommen, mußte ich wieder fort, weit fort. Aber jetzt treibt mich nichts mehr hinweg, und ein Wort von Euch und... o, warum zieht Ihr Eure Hand zurück?

Sie zitterte, durch ihre Seele zog eine erſchre⸗ ckende Ahnung.Herr Erhard, verſetzte ſie,freuen thut's mich wirklich, Euch wiederzuſehen, Ihr waret ja ſo gut gegen mich, aber.. aber.. ich bin ein

es Mädchen!

Thereſia, fügte er ſchnell hinzu,was redet

von irdiſchen Gütern? Auch mir ward kein Reich⸗ yum beſcheert, aber ich werde reich, ach, ſo unaus⸗ ſprechlich reich, wenn Ihr Herz... Reſi, wenn Dein Herz...

Sie hob die Hand, als wollte ſie ihm wehren, weiter zu ſprechen. Leichenbläſſe verjagte die Röthe auf ſeinen Wangen. Dann wandte ſie ſich zum Bruder und ſagte:Geh' in die Kammer, Seppi, ich hab' mit dem Herrn zu reden.

Mit ſichtbarer Verwunderung entfernte ſich der Knabe.

Da ſank Renatus auf das Knie, da betheuerte er, wie er Reſi vom erſten Momente an geliebt, wie es nur an der ſtillen Stunde gefehlt, ihr ſeine Liebe zu geſtehen...o, bat er,reiche mir Deine Hand für's Leben, werde mein geliebtes Weib!

Schon mehrmal hatte ſie mit einemHaltet ein unterbrochen, und da er jetzt ſchwieg, ſagte ſie flehen⸗ den Tones:Steht auf, ich beſchwör Euch!

Er taumelte empor.Mein Gott! Du ſtößeſt mich zurück?

Und mit ausgebreiteten Armen verſetzte ſie:Wollt nicht das von mir! Es iſt unmöglich!

Er verſank in tiefes Sinnen.Dahin das Glück! Dahin der Friede!

Folge. 133

Ach, redet nicht ſo, bat ſie,das macht mir ja das Herz noch viel ſchwerer. Seht, ich dank' Euch ja ſo innig für all' Eure Güte, und ich hab's auch dem Vater nach Presnitz geſchrieben, daß ich Euch gut bin wie meinem Bruder. Ehrlich meint Ihr's, Herr Erhard, das fühl' ich. Aber nein, Ihr habt nicht an Eure Mutter und nicht an die andern Menſchen gedacht... o, was würden all' Die denken von der armen Lehrerstochter aus Presnitz! Ja, meine Heimath! Das iſt wahr, Herr Erhard, wer aus Presnitz ſtammt, muß wieder hin, er kann ſich nit losſagen davon, er iſt halt angewachſen. Wie lang' ich noch wandern muß, wer weiß das? Aber wüßt' ich nicht, daß ich die böhmiſchen Berge wiederſehen thät, könnt' ich mir nicht ſagen, dein Presnitz nimmt dich wieder auf, ſo hielt ich's keinen Tag mehr in der Fremde aus!

Iſt es das? rief er und ein Freudenſtrahl glitt über ſein ſchmerzdurchwühltes Antlitz, wie die Sonne beruhigend über die ſturmgepeitſchte See gleitet. Das nur iſt es? Reſi, Du giebſt mir das Leben wieder. O, ich bin frei, nichts feſſelt mich hier, ich ſteh' auf eigenen Füßen! Deiner Heimath wird auch die meine ſein... laß die Harfe ruhen... ich werde dort arbeiten, und was mein iſt, ſoll fortan den Armen gehören, um deren willen Du ausgezogen...

Trüber und trüber ward da die Wehmuth, die ihr Auge umflorte. Auch über dieſes Stück Himmel, das ſich eben ſeinem Blick gezeigt, mußte ſie jetzt Schatten werfen. Es mußte ſein, obgleich der Gedanke, ihn in das Allerheiligſte ihres Herzens einen Blick thun zu laſſen, wie ein Alp ſie peinigte. Doch war ſie dem Freunde nicht Wahrheit ſchuldig?..Unſer Bürgermeiſter daheim hat einen Neffen, ſagte ſie, indem Purpur ihre Wangen färbte, ganz langſam, als wenn ein Bleigewicht jedes Wort beſchwerte,und der hat mich die Muſik gelehrt. Ich ſprach ſchon einmal in Onkel Brunner ſeinem Keller davon, wißt Ihr noch? Und der Joſef war immer ſo freundlich zu mir, und ſchon als ich von Presnitz fortging, da fühlt' ich's, daß ich dem Joſef doch recht ſehr gut bin, und... und... wenn ich einſt wieder hinkomm', wird er Reſi nit vergeſſen haben, das fühl' ich auch, und... o, nicht wahr, ich brauch' nichts mehr zu ſagen, Ihr verſteht mich?!

Allmählich hatte ſie ſich bei dieſen Worten dem Fenſter zugewandt, und als er jetzt durch Thränen in ihr Auge ſchaute, da gewahrte er auch an ihrer Wimper eine blinkende Thräne.Ich verſtehe. Das, das iſt es! ſprach er dumpf.O mein Gott, gieb mir Kraft! Und als er ſie dann noch einmal ſo recht innig angeblickt, wankte er der Thür zu und hauchte: Werdet glücklich, Reſi! Lebt wohl!